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Die Gestaltung der Wasserwege
Über die Innerschweiz als historisch gewachsene Verkehrslandschaft Prof. Dr. Christoph Maria Merki
Der Geschichtsfreund 163. Band 2010
Das Resümee: Erholung statt Arbeit?
Das Resümee lautet also: Luzern schaffte es nicht, im 19. Jahrhundert zu einem eigenen Wachstumscluster zu werden, das mit Zürich, Basel oder Genf hätte konkurrieren können. Luzern und der Vierwaldstättersee mögen zwar als Wohn- und Erholungsgegend attraktiv sein, nicht aber als Produktionsstandort. Die Innerschweiz ist insofern eher ein Modernisierungsverlierer. Allerdings lässt sich über Dinge wie "Wachstum", "Wohlstand", "Lebensqualität" und "Produktivität" trefflich streiten. Vielleicht bekommt die Innerschweiz künftig wieder stärker Oberwasser, und zwar deswegen, weil sie ihre Landschaft im letzten halben Jahrhundert nicht völlig zerstört hat. Wasser hatte früher einen hohen Verkehrswert. Heute besitzt es einen enormen Erholungswert. Dieses Potenzial nutzen Gemeinden wie Luzern, Weggis, Hergiswil, Brunnen oder Walchwil. Arbeiten tut man in den Zentren, die Früchte seiner Arbeit geniessen am See.
Nach Generalrevision wieder im Einsatz: DS Unterwalden!
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Mit herzlichem Dank an E.Buholzer, Luzern, für das Bild.
Bitte gewünschtes Kapitel anklicken:
| Video: A.Kaufmann, der Kapitän der "Stadt Luzern" geht in Pension |
| Dampferballett Video vom 13. Mai 2006 |
| 100 Jahre Dampfschiff "Schiller" |
| Zum Dampfschiff "Uri" |
| Dampfschiffkapitän Kurt Zurfluh auf dem Raddampfer "Uri" |
| Zum Dampfschiff "Unterwalden" |
| Dampfschiff "Gallia" |
| "Wilhelm Tell" legt ab |
| Xirah, der Dampferfreundin-Blindenführhund und Amalia Imhof |
| Auf dem Urnersee die Taufe empfangen |
| Katamaran auf dem Vierwaldstättersee, ein Bericht aus dem Urner Wochenblatt |
| Sammlung Bilder Schiffe auf dem Vierwaldstättersee |
| Seemannsknoten, Schritt für Schritt erklärt |
| Kapitäne Sprichwörter Zitate Seemannsgarn und Anglerlatein |
| Verborgene Wasserfälle im Vierwaldstättersee |
| See-Wörter, allgemeine Bedeutung mit oder ohne Augenzwinkern |
| 1309 / Ab 22. Juni dürfen Luzerner den See befahren |
| 1823: Dampfschiff "Guillaume Tell" befährt den Genfer See |
| 1959 "Stadt Luzern" und "Uri" zusammengestossen |
| 1959 Der neue DGB-Dampfer "Schwyz" |
Video: A.Kaufmann, der Kapitän der "Stadt Luzern" geht in Pension
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| Video: A.Kaufmann, der Kapitän der "Stadt Luzern" geht in Pension |
Über 20 Jahre war Alois Kaufmann Kapitän auf der Stadt Luzern. Seine letzte Fahrt von Luzern nach Flüelen und zurück fand am Sonntag, 18. Oktober 2009 statt.
Wir wünschen ihm alles Gute zum neuen, hoffentlich ebenso spannenden Lebensabschnitt.
Tiefe Verbundenheit mit Menschen, See und Schiffen
Urner Wochenblatt vom 17. Oktober 2009
Alois Kaufmann / Der in Flüelen wohnhafte Kapitän steuert mit dem DS Stadt Luzern letztmals dienstlich den Urnersee an
Seit über 44 Jahren arbeitet Kapitän Alois Kaufmann bei der Schifffahrt. Was auf Kieshandelsschiffen begann, endet morgen Sonntag an Bord "seines" Flaggschiffes der SGV.
Mario Gavazzi
Von einem Dienstjubiläum zu sprechen, würde den Vierdiensten des im luzernischen Horw aufgewachsenen Nautikers nie und nimmer gerecht. Vielmehr ist es die Verbindung zwischen einem Beruf und einer Berufung. Dabei kam er eher zufällig zur Schifffahrt: Zwischen der Pflichtschulzeit und der bereits geplanten Ausbildung musste er ein Jahr in jener Kieshandel- und Transportfirma überbrücken, in welcher er die Lehre antreten wollte. In dieser Zeit sprang er für ein erkranktes Besatzungsmitglied auf einem Lastschiff dieses Unternehmens auf dem Vierwaldstättersee ein. Das war die Stunde null einer langen Karriere, die ihn schliesslich ans Steuer des Flaggschiffes der SGV geführt hat.
Vom Matrosen zum Nautiker
Gut zwei Jahre lang diente Alois Kaufmann als Besatzungsmitglied auf den Nauen, ehe er auf den 1. Januar 1966 als Matrose bei der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees eine neue Herausforderung suchte - und sie sogleich fand. Denn schnell zeigte sich, dass da eine junge Nachwuchskraft mit Talent fürs Nautische beim heute grössten Binnenschifffahrtsunternehmen der Schweiz entdeckt wurde. Bereits nach zwei Jahren bestand er eine erste Schiffsführerprüfung und wurde zum Motorbootsführer befördert. Unter Motorbooten sind die kleineren Schiffe der SGV-Flotte zu verstehen. Alois Kaufmann wurde auch in Kontrolldienst eingesetzt, und als Kassier leistete er zusätzlich Ausbildungsarbeit für jüngere Kollegen. Abwechselnd traf man den jungen Nautiker auf den Motor- und auf den Dampfschiffen, auf den letzteren auch als Steuermann. Auf den 1. Januar 1986 wurde er zum Kapitän ernannt, und ab 1. Januar 1990 zum "Kapitän m.b.A." (mit besonderen Aufgaben). Zu den besonderen Aufgaben gehören die Betriebsüberwachung, Ausbildung und Prüfungsabnahmen bei Schiffsführern und insgesamt das Ausbildungswesen in Zusammenarbeit mit der Aufsichtsbehörde, dem Bundesamt für Verkehr. Wichtig ist die Feststellung, dass jeder dieser Beförderungsschritte mit Ausbildungen und erfolgreichen Prüfungen zusammenhängt.
Unterwegs bei Wind und Wetter
Nicht erst seit dem Jahr 2003, als Alois Kaufmann seinen Wohnort von Horw nach Flüelen verlegte, kennt er den Föhn aus nächster Nähe und Anschauung. Allein schon das ist es, was die Faszination des Berufs bei der Binnenschifffahrt überhaupt ausmacht. Wer über Jahre auf Schiffen aller Art und Grösse beruflich unterwegs ist, erfährt gleichsam Segen und Gewalt des Wetters. Gerade der Urnersee hat das so seine Launen. Aus dem lieblichen Glitzern und Spiegeln der Seeoberfläche inmitten der rauen Gebirgslandschaft kann innert kürzester Zeit eine rasende Gischt werden. Eines hat der Kapitän, Alois Kaufmann, in den über 44 Jahren auf unserem See gelernt: Es gibt keine Routine beim Steuern eines Schiffes, auch wenn der Wind als Föhn vom Süden, als Westwind oder Biese aus anderen Himmelsrichtungen bläst. Jede Witterung ist eine Herausforderung, vor allem wenn sie Spitzenwerte annimmt. Alois Kaufmann erinnert sich an den Spätherbst 1982 mit einer mehrtägigen Föhnphase, die alles losriss, was nicht niet- und nagelfest war. Er war mit dem Motorschiff Gotthard bei Windspitzen bis zu 160 Stundenkilometern unterwegs. Der Sturm Vivian 1990 erinnerte ihn an die Windkapriolen acht Jahre zuvor. "Aber auch ein normales Gewitter kann die Luft bis zu 120 Stundenkilometer bewegen", stellt der erfahrene Kapitän fest.
Begegnungen mit grossen Persönlichkeiten
Auch wenn Winde und Gewitter den Nautiker Alois Kaufmann regelmässig herausgefordert haben, die Faszination der Seefahrt überwiegt, und immer stand und steht zuoberst die Sicherheit der Menschen und der Schiffe. Beim Stichwort "Mensch" betont Alois Kaufmann, dass alle ihm anvertrauten Fahrgäste gleich wichtig waren und sind.: "Da bin ich immer wieder mal so etwas wie ein Beichtvater für die Sorgen und Nöte der Fahrgäste." Eine Aufgabe, die er ebenso bereitwillig übernimmt, wie wenn Sonderfahrten zu Begegnungen mit den "Grossen" dieser Welt führen können. Dazu Alois Kaufmann: "Königin Elizabeth II. durfte ich als Erster auf der Station Rütli als damaliger Sicherheitbeauftragter der SGV begrüssen. An Bord des DS Unterwalden durfte ich vor vielen Jahren König Hussein von Jordanien und den damaligen finnischen Staatspräsidenten Mauno Kovisto willkommen heissen. Auf der "Uri", dem "Flaggschiff des Urnersees", war es vor gut zehn Jahren die damalige US-Präsidentengattin Hillary Clinton. Schliesslich erwähnt Alois Kaufmann nicht ohne berechtigten Stolz die vielen Bundesräte, die er in all den Jahren an Bord des DS Stadt Luzern begrüssen konnte: "Unter ihnen war auch Jean-Pascal Delamuraz, den ich persönlich kannte und mit dem sich eine gute Freundschaft entwickelte." Aus dem Showbusiness stammten Gäste wie Udo Jürgens oder Francine Jordi. Einen Gast, Stephan Christen aus Ennnetbürgen, möchte Alois Kaufmann besonders erwähnen: "1991 feierte die Schweizer Eidgenossenschaft 700 Jahre ihres Bestehens. Bei fast jeder Landung des Flaggschiffes Stadt Luzern in Ennetbürgen stand ein Jugendlicher am Steg und bestaunte unser Schiff" Eindrückliche Erlebnisse für einen jungen Menschen, der zum engen Freund von Schiff und Besatzung wurde. Und nicht nur das, wie der Kapitän erwähnt: "Die Frage, ob er im Rechnen stark sei, beantwortete Stephan mit Ja, und ab sofort half er mit beim Zählen der aus- und zusteigenden Fahrgäste." Eine notabene neben- und ehrenamtliche Tätigkeit, die der begeisterte Schiffsliebhaber auch nach 1991 und bis heute in seiner Freizeit ausübt. Stephan Christen hat damit eines von vielen Kapiteln der Flaggschiffgeschichte geschrieben.
Offenheit für Neues
44 Jahre auf See und Schiffen bedeuten über vier Jahrzehnte Entwicklung in Nautik und Technik. Alois Kaufmann verwehrte sich nie den Neuerungen aus Forschung und Entwicklung. Auch dann nicht, als sich im Zuge der Dampferfreundebewegung die Flottenpolitik der SGV änderte. Und so erlebte er zum einen die Renaissance der Dampfschiffe als technikgeschichtliche Zeugen. Zum anderen aber auch neue Systeme wie die Satellitennavigation GPS, die er für die SGV in Pionierarbeit erarbeitet und so weit entwickelt hat, dass das Unternehmen als Erstes seiner Art in der Schweiz eine entsprechende amtliche Bewilligung auf Zeit des Bundesamtes für Verkehr erhielt. Alois Kaufmann steht am Ende einer Laufbahn, die heute insgesamt selten geworden ist. 44 Jahre beim gleichen Unternehmen, und das auf allen erreichbaren Stufen in der Nautik, beweisen, dass nicht die Kurzfristigkeit für Qualität und Kundennähe entscheidend. ist. Vielmehr ist es die Erfahrung, die man als junger Mitarbeiter zunächst mit auf den Weg bekommt und später an jüngere Kolleginnen und Kollegen weitergibt. Wer heute bei jedem Wetter und in jeder Jahreszeit auf den SGV-Schiffen unterwegs ist, spürt das berufliche Know-how ebenso wie die Gastfreundschaft auf den Schiffen, wie sie täglich von Alois Kaufmann und all seinen Kolleginnen und Kollegen gelebt wird. Das hat seinen Anfang in der Ausbildung und findet die Fortsetzung im täglichen Ablauf.
Eigentlich würde es bei der Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee keine Qualitätszertifikate brauchen, wie sie etwa auf Klebern (durchaus berechtigterweise!) sichtbar gemacht werden. Die Qualität ist selbstredend Teil des Alltags auf den Schiffen, und deshalb gebührt Alois Kaufmann, an der Schwelle zur bevorstehenden Pensionierung, wie auch all seinen Kolleginnen und Kollegen in den Besatzungen der Schiffe der Dank. Alois Kaufmann hat den Vierwaldstättersee zu seiner beruflichen Heimat gemacht. Seit sechs Jahren ist der Urnersee auch privat eine neue Heimat geworden: Der Flaggschiffkapitän wohnt mit seiner Partnerin Esther Muheim, Inhaberin eines Coiffeursalons, in Flüelen. Damit ist die Verbundenheit des sympathischen Paares mit Menschen, See und Schiffen weiterhin gewährleistet. Und der Dank für 44 Jahre Treue zur Schifffahrt ist Alois Kaufmann sicher!
Und im Urner Wochenblatt vom Mittwoch, 21.Oktober 2009 steht:
Fahrt zum Schutzpatron der Seefahrer
Meggenhorn / Kapitän Alois Kaufmann wurde würdig verabschiedet
Fast triumphale Züge trug die letzte dienstliche Fahrt von Flaggschiffkapitän Alois Kaufmann am vergangenene Sonntag, 18. Oktober, auf der Strecke Luzern-Flüelen und zurück. Überall winkten Menschen vom Land aus oder auf vorbeifahrenden Schiffen dem Dampfschiffkapitän zu, der nach 44 Dienstjahren in den Ruhestand tritt (UW vom 17. Okotber).
Doch nach der Ankunft in Luzern war der Tag noch nicht vorbei, denn mit gelandenen Gästen aus allen Gegenden rund um den See verliess der Raddampfer Stadt Luzern nochmals seinen Heimathafen. Begleitet von zwei Veteraninnen, dem Motorschiff Rütli und dem Motorschiff Reuss (beide dienten jahrzehntelang im Lokalverkehr auf dem Urnersee), führte die Reise zum Meggenhorn, das heisst zur St. Nikolaus-Kapelle auf einer kleinen Insel. Zusammen mit der Festgemeinde dankten Alois Kaufmann und seine Partnerin, Esther Muheim, dem Schutzpatron der Seefahrer, Nikolaus von Myra, für die Jahrzehntelange sichere Fahrt.
In den Dankesworten des Direktors der Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee (SGV), Stefan Schulthess, der beiden Weggefährten auf der Kommandobrücke, Kurt Streit und Ruedi Lötscher, des Vizepräsidenten der Dampferfreunde, Max Wolf, sowie des Maschinisten Heimo Haas wurde der Werdegang von Alois Kaufmann gewürdigt. Sein Einsatz in den vergangenen über 20 Jahren war zur Hauptsache auf der Strecke zwischen Luzern und Flüelen.
Schluss- und Höhepunkt der Verabschiedung war die Parallelfahrt mit dem Raddampfer Uri zurück in die Luzerner Werft. So begleiteten der älteste und der jüngste SGV-Dampfer Alois Kaufmann in den Ruhestand.
(mag)
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Der ganze Text auf der Gedenktafel:
AUF DIESEM DAMPFSCHIFF 'STADT LUZERN' FUHR AM
25. JULI 1940 DER GENERAL DER SCHWEIZERARMEE,
HENRI GUISAN, MIT ALLEN SEINEN TRUPPENKOM-
MANDANTEN ZUM RÜTLI. IN DER GEFAHRVOLL-
STEN STUNDE DES WELTKRIEGES 1930-45, ALS
UNSER LAND RINGSUM VON DEN KRÄFTEN
DES FASCHISMUS EINGESCHLOSSEN WAR BE-
KUNDETE ER AM RÜTLI-RAPPORT MIT DER IDEE
DES MILITÄRISCHEN REDUITS DEN WILLEN
ZUM WIDERSTAND UND ZUR SELBSTBEHAUP-
TUNG UNSERES VOLKES. DIE ARMEE WURDE ZUM
RÜCKGRAT DER NATION GEGEN RESIGNATION,
KLEINMUT UND ANPASSUNG. SO SICHERTE SIE DIE
EIGENSTÄNDIGKEIT DES SCHWEIZERLANDES.
ZUR ERINNERUNG, DIE DAMPFERFREUNDE VOM VIERWALDSTAETTERSEE
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80 Jahre Dampfschif "Stadt Luzern"
Freunde der nostalgischen Schifffahrt lassen sich das Wort "Dampfschiff" genussvoll auf der Zunge zergehen. Es riecht nach gehaltvoller Seeluft, Schmieröl und dem Duft der grossen weiten Welt. In den Ohren erklingt das warme Schiffshorn und vor dem geistigen Auge beginnen sich die Radschaufeln langsam in Bewegung zu setzen...
Die Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee (SGV) ist stolze Besitzerin von fünfen dieser Prachtsschiffen, wobei sich dieses Jahr alle Augen auf das Flaggschiff der Flotte, die "Stadt Luzern", richten. Das elegante und grosszügig gestaltete Dampfschiff feiert seinen 80. Geburtstag - ihm zu Ehren finden dieses Jahr zahlreiche Jubiläumsanlässe statt.
Am 23. Juni 1928 sticht das Dampfschiff "Stadt Luzern" für die festliche Eröffnungsfahrt in den Vierwaldstättersee. Doch die geladenen Gäste kommen nicht weit. Das Schiff erleidet bei Weggis "eine kleine Maschinenstörung, die vorsichtshalber eine Ausserdienstnahme nötig machte" - so berichten die Zeitungen einen Tag später. In Tat und Wahrheit ist es um das Schiff weniger gut bestellt: die Maschine ist defekt und muss durch ein neues und stärkeres Exemplar ersetzt werden. Rund ein Jahr später, am 6. Juli 1929, wird das Dampfschiff "Stadt Luzern" definitiv in Dienst gestellt. Gut Ding will Weile haben
Auf Erfolgskurs
Seither hat die "Stadt Luzern" mehrere Generalrevisionen hinter sich und nichts von ihrem Glanz der 20er-Jahre eingebüsst. Peter Rüegger, Leiter Marketing und Verkauf bei der SGV, beschreibt die rüstige Jubilarin als das Dampfschiff mit der maritimsten Ausstrahlung: "Da kommt vom ersten Moment an Fernweh auf - diese Sehnsucht nach Weite und dem Licht des Südens. Aber während der Fahrt vorbei an den fjordartigen Felsen im Urnersee ist man plötzlich nicht mehr so sicher, ob das Ziel dieser Traumreise nicht doch eher Norwegen ist." Grosszügige Innen- und Aussendecks machen das Dampfschiff "Stadt Luzern" zu einem beliebten Ort für Konzerte, Events und Extrafahrten mit bis zu 300 Bankettplätzen. Auch hoher Besuch ist auf dem Flaggschiff der Flotte willkommen. So liess sich beispielsweise 1980, anlässlich einer Staatsvisite, das englische Königspaar in Begleitung von zwei Bundesräten mit der festlich geschmückten "Stadt Luzern" zum Rütli fahren. Nach diesem königlichen Besuch wurde der "Queen's Salon" im Oberdeck benannt. Wenn Sie mehr über die Geschichte der "Stadt Luzern" erfahren möchten, finden Sie ab sofort auf allen Dampfschiffen der SGV eine limitierte Neuauflage des seit Jahren vergriffenen Bordbuches "DS Stadt Luzern".
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Sandra Papachristos
bordmagazin / Ausgabe 2008
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Die Zeitung "Zisch" meldet am 21.10.2009 / 09:30 zur Fasnachtsplakette 2010 der Stadt Luzern:
Zu Ehren kommen auf der Plakette die wichtigsten Komponenten der hiesigen Fasnacht, wie das Luzerner Fasnachtskomitee (LFK) mitteilt: Die Masken, die Musik und die "gewaltige" Stimmung. Als zusätzliches Element strahlt ein Grend aus den Konturen eines Dampfschiffes heraus - eine "treffende" Symbolik zur Stadt Luzern. Die Plakette wurde am Dienstagabend mit einer Veranstaltung mit Booten und Feuerwerk eingeweiht.
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Schiffstation Bauen in Zahlen
Im Jahr 2007 sind laut Statistik jeweils mehr Leute eingestiegen (E) als ausgestiegen (A)
Januar E 38 / A 27
Februar E 22 / A 16
März E 147 / A 77
April E 3677 / 2594
Mai E 3572 A 2736
Juni E 5245 / 4014
Juli E 6807 / A 5432
August E 6595 / A 5514
September E 5328 / A 4078
Oktober E 2047 / A 1464
November E 19 / A 25
Dezember E 43 / A 23
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Total befanden sich demnach 59 567 Personen auf dem Schiffsteg, entweder ankommend oder wegfahrend. Nicht alle haben einen Freudentanz aufgeführt, weil ihnen Bauen so sehr gefallen und sie inspiriert hat. Aber viele zufriedene Gesichter konnte man sehen.
Herzlichen Dank für den Besuch!
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Hoffentlich kommen Sie bald wieder!
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Prominente Gäste an Bord:
22. September 2009: Der russische Präsident Dimitrij Medwdew (Mittagessen an Bord der DS Schiller nach dem Besuch des Suworow-Denkmals in Andermatt)
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(Foto: Michael Scherer: Um halb ein Uhr rauschte der bunt beflaggte Dampfer Schiller unter dem Kommando des Kapitäns Herrn Kuno Stein und seiner Mannschaft an unserem schönen Dorf Bauen vorbei)
17. Mai 1917: Prinz Philipp Albrecht von Würtemberg zusammen mit rund 600 Kriegsinternierten, anlässlich einer Inspektionsreise
1. August 1991: der schweizerische Bunderat in corpore beim Jubiläum "700 Jahre Eidgenossenschaft"
4. Juni 1977: Bei Aktionen der Dampferfreunde spielte DS "Schiller" mehrmals eine wichtige Rolle: Es stand, soeben für eine Periode von 20 Jahren überholt, als "Aktien-Zeichnungs-Dampfer" im Einsatz und brachte in einer wahren Triumphfahrt Millionenbeträge zurück.
2001 Besondere Auszeichnung: "Für die fachgerechte Renovation des Schiffes nach denkmalpflegerischen Richtlinien, insbesondere die Restaurierung des Salons erster Klasse."
Die Homepage www.myswitzerland.com berichtet darüber: Bei der neusten Renovation 1998-2000 mussten wesentliche Teile des Schiffsrumpfes und der Aufbauten renoviert und teilweise ersetzt werden. Dabei wurden die zu ersetzenden Teile in originalgetreuer Ausführung ersetzt. Aufbauten, wie die Form des Steuerhauses aus den 1920er Jahren und das originale Zeltdach auf dem Achterdeck blieben erhalten. Die innere Aufteilung der Schiffsfläche wurde nur geringfügig verändert, etwa mit der Schaffung eines neuen Officezuganges. Besondere Erwähnung verdienen die sorgfältige Restaurierung des Salons Erster Klasse, aber auch die Instandseszung des Salons Zweiter Klasse und des Schillerstüblis auf dem Oberdeck.
13. Mai 2006: Dampfersternfahrt zum 100sten Jubiläum des Dampfschiffs "Schiller".
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So präsentierte sich in Bauen das Dampferballett zum 100sten Geburtstag des Dampschiffs "Schiller" (Video von Michael Scherer, Bauen), mit Originalton
| Dampferballett |
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Auf der Homepage der Dampferfreunde http://www.dampfschiff.ch konnte man im Vorfeld dazu lesen:
Ein klassischer Oldtimer wird 100-jährig
Ein Dampferballett für das Dampfschiff "Schiller" am 13. Mai Die «Schiller», die als formschönstes und ursprünglichstes Dampfschiff auf dem Vierwaldstättersee gilt, wird 100 Jahre alt. Das Lieblingsschiff vieler Dampferfreunde soll am 13. Mai mit einer Jubiläums-Sternfahrt mit Dampferballett geehrt werden.
mjm. Luzern, 8. Mai
Mit einem lauten Pfeifen fährt die "Schiller" beim Steg 1 neben der Luzerner Seebrücke ab. Die Schaufelräder pflügen das schäumende Wasser um. Der schwimmende Veteran mit der ebenso behäbigen wie eleganten Erscheinung schiebt sich mit kleinen, kaum wahrnehmbaren rhythmischen Stössen nach vorne. Passagiere auf dem Schiff und Passanten am Steg blicken fasziniert zu. Es ist der Nachmittagskurs nach Flüelen, bei dem das Schiff Luzern um 13.20 Uhr verlässt. Während mehr als sechs Stunden wird das Dampfschiff als touristische Attraktion die Schönheit des Sees mit der ihn umgebenden Bergwelt für die Reisenden erschliessen. Kapitän Kuno Stein steht auf der Brücke und kontrolliert die Abfahrt. Drei Goldstreifen zieren seine Achselschlaufen, auf dem Kopf trägt er als Kapitänsprivileg eine weisse Mütze
Hinter der Fahne von Weimar
Was ist das Besondere am Schiff? Es sei sehr elegant und eines der Schiffe, die ihr Äusseres am wenigsten verändert haben, sagt Stein in der Führerkabine. Zudem schätze er die grosszügigen Diensträume, die Zuverlässigkeit und die Fahreigenschaften. Das von der Firma Gebrüder Sulzer AG in Winterthur für 1000 Passagiere erbaute Schiff, das am 17. Mai 1906 die offizielle Probefahrt absolvierte, habe wie andere Sulzer- Schiffe einen markanten Kiel und sei dadurch einfacher zu fahren. In grössere Schwierigkeiten kam Stein mit der «Schiller» bisher nur einmal in 16 Jahren als Kapitän, als in einem Sommersturm nichts mehr zu sehen war und sich das Schiff, damals noch ohne Radar, vorwärts tasten musste. Er zeigt auf einen Bildschirm, so gross wie jener eines Laptops. Seit einer Woche ist das Schiff sogar mit Satellitennavigation GPS ausgerüstet, ein Geschenk der Dampferfreunde zum 100. Geburtstag. Die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees feiert das Jubiläum des Dampfers am 13. Mai mit einer Sternfahrt und einem Dampferballett der fünf Raddampfer.
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Vorne am Bug flattert die Fahne der Schillerstadt Weimar im Wind, die Bänke auf dem Oberdeck sind mit Touristen gefüllt. Kuno Stein führt in den Erstklass-Salon des Schiffes, der eine Holzverkleidung in Zitronenholz mit Intarsien aus Perlmutt und Ebenholz aufweist. Am Ende des Salons steht vor einem Spiegel eine Büste von Friedrich Schiller. Alle fünf Raddampfer auf dem Vierwaldstättersee sind schwimmende Kulturdenkmäler, Zeugen der Ingenieurskunst aus dem frühen technischen Zeitalter, und alle ihre Salons sind mit einzigartigen Interieurs ausgestattet. An die Belle Epoque des aufkommenden Tourismus und das frühere Aussehen des Schiffes erinnert in der Kajüte des Schiffes von Mitte Mai an eine Bilderausstellung, die vom ehemaligen stellvertretenden Werftchef Josef Gwerder gestaltet wird.
Doch die "Schiller" ist kein Museumsschiff. Sie fährt wie die andern Dampfschiffe im regulären Kursbetrieb zu normalen Tarifen. Das ist wesentlich das Verdienst der "Freunde der Dampfschifffahrt auf dem Vierwaldstättersee", kurz Dampferfreunde genannt, die sich seit über 30 Jahren für die Erhaltung der schwimmenden Kulturdenkmäler einsetzen. Als die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees 1970 den betriebstüchtigen Raddampfer "Wilhelm Tell" aus dem Verkehr zog und als Restaurant verschacherte, formierte sich Widerstand. Unterschriften wurden gesammelt, und die Dampferfreunde wurden gegründet, die heimlich Aktien der SGV kauften. Als sie im Handstreich die Aktienmehrheit holten und den Vizepräsidenten im Verwaltungsrat stellten, änderte die Flottenpolitik der SGV zugunsten der Dampfschiffe. An die Renovationskosten der Dampfer steuern die Dampferfreunde jeweils einen rechten Anteil bei.
Verlängerte Betriebsdauer
Als 1997 bis 2000 die "Schiller" für sechs Millionen Franken einer Revision unterzogen wurde, stellten die Dampferfreunde für den denkmalpflegerischen Mehraufwand einen Beitrag von zwei Millionen Franken zur Verfügung. Die Holzverkleidung des Erstklass-Salons wurde fachkundig und mit sehr viel Sorgfalt wieder instand gestellt. Erneuert wurden im Weiteren die Schiffsschale, die Aufbauten, die Haupt- und Oberdeckaufbauten und die Stahlkonstruktionen. Die Kesselanlage wurde in der SGV-eigenen Werft ersetzt, die Dampfmaschine und die Nebenanlagen wurden erneuert, beides, um die Betriebsdauer zu verlängern.
Das Dampfschiff "Schiller", das zur grössten Dampfschiffflotte der Welt gehört, feiert seinen 100. Geburtstag und macht zu diesem Anlass eine Jubiläums-Sternfahrt mit speziellem Dampferballett am Samstag, den 13. Mai 2006.
An dieser einmaligen Jubiläums-Sternfahrt mit Dampferballett hat man die einzigartige Gelegenheit, auf einem der 5 majestätischen Dampfschiffe das attraktive Dampferballett persönlich mitzuerleben. Die Wirkung der Dampfpfeifen, die Dampfmaschinen und das Drehen der Schaufelräder ist aussergewöhnlich beeindruckend. Die 5 Dampfschiffe fahren ab Luzern, Küssnacht, Weggis, Vitznau, Hergiswil, Stansstad, Beckenried, Flüelen, Brunnen und Gersau und treffen sich zum elegenten Dampferballett, das grosse Erlebnis zum kleinen Preis!
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Schillerstein (Vierwaldstättersee), aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Der Schillerstein, auch unter dem Namen Mythenstein bekannt, ist ein knapp 30 Meter hoher, markanter Felsblock, der am Eingang zum Urnersee, dem südlichsten Becken des Vierwaldstättersees, aus dem Wasser ragt. Er liegt gegenüber von Brunnen zwischen der Treib und dem Rütli und ist nur vom Wasser her zugänglich.
Bereits das Weisse Buch von Sarnen von 1470/1472 erwähnte einen Fels als Wegweiser zum nahen Rütli. Der natürliche Felssporn hatte ursprünglich eine Höhe von rund 40 Metern. 1838 wurde er um ein Drittel gekürzt, als herabfallende Steine die vorbeifahrenden Dampfschiffe gefährdeten. 1859 beschlossen die Urkantone zu Ehren des 100. Geburtstags von Friedrich Schiller, dem Autor des Dramas "Wilhelm Tell", den obeliskförmigen Stein in ein Schillerdenkmal umzuwandeln. In goldener Schrift steht auf dem Schillerstein: Dem Sänger Tells, F. Schiller, Die Urkantone 1859.
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Die Flagge mit dem stolzen Uristier kennzeichnet von Weitem das Dampfschiff "Uri".
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Steamboat Uri-Engine, steht auf einer Tafel über dem Maschinenraum, mit Erklärungen zur Dampfmaschine
Historic Mechanical Engineering Landmark
1901
This is the oldest operating Vessel with a diagonal, compound steam engine, with disc valve gear. Operating at a higher pressure than the oscillating-cylinder Engines then used in Lake Steamers, this type of engine was more powerful and efficient, as well as smaller.
The compound engine, built by Sulzer Brothers of Winterthur, uses super-heated steam from the boilers in two stages, high and low pressure, before exhausting it into a condenser. The engine produces 650 horsepower, turning two paddle wheels.
The American Society of Mechanical Engeneers 1998
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Dampfschiffkapitän Kurt Zurfluh
TELE und die Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee erfüllten Kurz Zurfluhs Bubentraum.
Aus: TELE Nr. 25/08, 21.-27. Juni
Kurt Zurfluh strahlt. Vor ihm liegt der elegante Raddampfer "Uri", Baujahr 1901, ältestes Schiff der Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee. Sein grösster Wunsch: einmal Dampfschiffkapitän sein. "Eigentlich komme ich aus einer Eisenbahnerfamilie, da wäre es naheliegender gewesen, wenn ich Lokomotivführer hätte werden wollen", erzählt Zurfluh.
Der Moderator aus Brunnen SZ ist schon von Kindesbeinen an ein Fan dieser Schiffe. "Wenn wir mit unseren Eltern auf einem Dampfschiff eine Seefahrt unternahmen, war das für mich wie Weihnachten", erinnert er sich. Doch so einfach wird man natürlich nicht Kapitän. Diesen Titel muss man sich erarbeiten - das gilt auch für Kurt Zurfluh.
"Ah, hier kommt ja unser neuer Matrose!" Kapitän Beat Kallenbach freut sich sichtlich über seinen temporären Mitarbeiter und hat auch schon einen Tagesplan. "Aber erst müssen Sie richtig eingekleidet werden." Rasch schlüpft Zurfluh ins bereitgelegte Hemd und Übergwändli - sie passen überraschend gut. Und schon geht's los. Es gibt noch viel zu tun, bevor die Passagiere kommen.
Erste Arbeit für Matrose Zurfluh: die Messinggeländer innen und aussen auf Hochglanz polieren. Er legt sich richtig ins Zeug und kommt ins Schwitzen. Schon folgt der nächste Auftrag von Chefmaschinist Robert Winkler: "Bitte runter in den Maschinenraum!" Auch hier muss alles glänzen. Vor allem die rote Zwei-Zylinder-Dampfmaschine mit den riesigen Pleuelstangen - sie sind die Attraktion auf dem Dampfer.
Da tauchen die Passagiere auf und somit auch die nächste Aufgabe: die Fahrgäste begrüssen und zählen. Rasch schält sich Matrose Zurfluh aus dem blau gestreiften Überhemd rein in die dunkelblaue Jacke. Schnell die Krawatte umbinden und den Hut schnappen, schon wird aus dem Matrosen ein Kontrolleur. Eine weitere Stufe auf dem Weg zum Kapitän.
Auf dem Pier stehen die Fahrgäste bereits Schlange. Gemeinsam mit Kapitän Beat Kallenbach begrüsst Kurt Zurfluh die Passagiere, beantwortet Fragen. "Seit ich in Weggis wohne, fahre ich sehr viel mit dem Schiff zur Arbeit ins Radiostudio nach Luzern. Daher kenne ich die Fahrzeiten und Haltestellen ziemlich gut", sagt der "Hopp de Bäse!"-Moderator.
Leinen los und ab geht die Fahrt! Die Taue dürfen aber keinesfalls rumliegen, sie müssen sorgfältig ins 8er-Formen gerollt werden. "En schöne Chrampf!", brummt Zurfluh schnaufend. Als Nächstes gilt es, die Billette zu kontrollieren. "Das liegt mir mehr", meint er schmunzelnd. Doch so einfach ist es nicht. Eines der Karton-Billette will sich partout nicht knipsen lassen. Unaufgefordert halten die Passagiere ihre Fahrkarten bereit, gross ist die Freude, wenn sie den Moderator erkennen: "Was machen denn Sie hier? Haben Sie den Job gewechselt?", "Werden wir gefilmt? Wo ist die Kamera?"
Es ist nun an der Zeit, dass der Kapitäns-Aspirant zeigt, wie gut er die Taue im Griff hat. Erwartungsvoll steht er mit dem dicken, blauen Seil da, bereit, den Haken mit einem Wurf zu erwischen. Doch das Tau will und will einfach nicht hängen bleiben. Die umherstehenden Passagiere feuern ihn an, vergebens. "Er chönnt öppe wieder abfahre", stöhnt Zurfluh schliesslich ermattet.
Da kommt der langersehnte Moment: Kapitän Kallenbach bittet Zurfluh auf die Kommandobrücke. Gemeinsam stehen die beiden auf einem der Aussenfahrstände und steuern die nächste Haltestelle an. "Phantastisch, diese Präzision!", stellt Zurfluh beim Anlegen bewundernd fest.
"So, und beim Ablegen übernehmen Sie das Schiff" fordert ihn Kapitän Kallenbach auf. Die Freude ist riesig: "Ich darf wirklich ganz alleine?" Mit etwas zittrigen Händen umfasst der "Hopp dä Bäse!"-Moderator das kleine Steuerrad. Langsam setzt sich der Raddampfer in Bewegung. "Ein Waaahnsinnsgefühl!" jauchzt er überwältigt.
Text: Gabrielle Jagel
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NLZ090116s21
Es ist mehr als 100 Jahre alt und sticht wieder in See. Ganz ohne Hilfe schafft es der Salonraddampfer "Wilhelm Tell" aber nicht.
sy: Seit 18 Jahren ist die "Wilhelm Tell" nicht mehr über den Vierwaldstättersee gefahren, nun legt der alte Raddampfer von 1908 wieder ab: Am Montag, 26. Januar, verlässt das Schiff, das heute als Restaurant genutzt wird, die Landungsbrücke 9 am Schweizerhofquai und sticht in See. Allein schafft die alte Dame das aber nicht:
"Der Dampfer wird abgeschleppt", sagt Franziska Kreienbühl vom Schiffsrestaurant "Wilhelm Tell". Das 1991 ausrangierte Schiff muss in die Werft, die untere Verschalung muss repariert werden. Etwa drei Wochen sollen die Arbeiten an der "Wilhelm Tell" dauern. Danach werde sie wieder zurück zum alten Standort geschleppt, sagt Kreienbühl: "Wir wollen ja im März wieder eröffnen."
700-PS-Heissdampfmaschine
Die "Wilhelm Tell" bietet Platz für 1000 Personen, ist 63 Meter lang und 14,3 Meter breit. Leer wiegt sie 320 Tonnen. Mit der 700 PS starken Zweizylinder-Heissdampfmaschine könnte sie eine Geschwindigkeit von bis zu 27,6 Kilometer pro Stunde erreichen.
Unglaublich:
"Tell"-Schiffsglocke fast 40 Jahre verschollen
29.10.2009 19:13
Per Zufall wurde im Archiv der SGV die Glocke der "Wilhelm Tell" gefunden. Trotzdem wird sie wohl stumm bleiben. 38 Jahre lang hat dem Dampfschiff "Wilhelm Tell" das Herz gefehlt. Als solches bezeichnet Kapitän und Besitzer Eduard Räber die Schiffsglocke. Herz deswegen, weil die Glocke früher auf dem Schiff mit ihrem Klingeln so etwas wie den Puls vorgab. Bei der Ausserbetriebnahme des Dampfers, 1971, wurde die Glocke abmontiert und eingelagert - ins Archiv der Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee. Dort blieb das 50-Kilo-Stück, gegossen vor 101 Jahren von der Firma Sulzer in Winterthur.
Nun ist die verschollen geglaubte Glocke per Zufall wieder gefunden worden. Vorläufig steht sie im Salon der ehemaligen 1. Klasse des Schiffs "Wilhelm Tell". An ihren ursprünglichen Platz vorne auf den Deck will man sie aus Angst vor Vandalismus oder Diebstahl nicht stellen. Erklingen wird sie vorerst möglicherweise höchstens bei speziellen Anlässen - etwa einer Hochzeit.
Michael Graber/Neue LZ
Xirah, der Dampferfreundin-Blindenführhund und Amalia Imhof
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Wau und guten Tag, allerseits!
Kennt ihr mich schon? Ich bin die aufgeweckte Blindenführhündin Xirah, die oft und gerne Dampfschiff fährt, denn meine stark sehbehinderte Blindenführhundehalterin und langjährige Hunde- und Dampfer-Freundin Amalia Imhof hat wie ich eine Schwäche für ausgedehnte Fahrten auf dem allerwelts beliebten Vierwaldstättersee, von Luzern bis nach Flüelen ans Ende des Urnersees.
Amalia Imhof kennt fast alle Namen und Stimmen der Besatzungen. Mit ihrem feinen Gehör erkennt sie nicht nur die fünf verschiedenen Pfiffe der DS (Dampfschiffe) Uri, Unterwalden, Schiller, Gallia und der Stadt Luzern, von allen einfach "Die Stadt" genannt, sondern auch die je nach Wetter verschiedenen feinen Nuancen derselben. Das heimelige Schaufelgeräusch der Raddampfer hört sie schon, wenn andere Menschen kaum etwas davon erahnen. Wir beide hören auch gerne das Plätschern des Wassers, das Schlagen der Wellen an den Ufermauern, die Schreie der Möwen und die schönen Melodien vom Glockenspiel bei der Tellsplatte über der Tellskapelle. Den Fahrplan kennt Amalia auswendig, wie es sich für ein Mitglied des Vereins der Dampferfreunde gehört. Und ein Gedächtnis hat sie! Einen Namen oder eine Adresse muss man ihr nur einmal nennen. Und was hört man doch für international klingende Sprachen und Stations-Namen auf der Fahrt! Ich erwähne da nur Hergiswil, Flüelen, Tellskapelle, Rütli, Brunnen, Gersau, Vitznau, Weggis. Manchmal werden die Fahrten richtig abwechslungsreich. Ich erinnere mich an den Tag, als wir mit der DS Schiller unterwegs waren. Mit einem Vorstandsmitglied der Dampferfreunde machten wir eine Extraschlaufe übers Land. Wir stiegen in Rotschuo aus und huschten die vielen Treppen hinauf zum Bus. Die Fahrt ging nach Gersau, wo wir auf die DS Unterwalden warteten. Viele Leute und sogar eine Musikkapelle waren drauf, denn es war die Abschiedsfahrt des Dampfers, bevor er für zwei Jahre in der Werft eine Restauration geniessen durfte. Ein Mann blies in ein langes Horn, Amalia nannte es Alphorn. Ich guckte ganz mutig ins Loch hinein, leider kamen aber nur Töne aus dem langen Rohr.
Vielleicht staunt ihr darüber, ich bin wählerisch und fahre am liebsten mit den Dampfern, in Fachkreisen mit einem zwinkernden Auge "Holzklasse" genannt, wegen der schönen Holzarbeiten, die sie schmücken. Meine Vorliebe für Dampfer ist nicht nur Amalia Imhof bekannt, auch fremden Leuten ist es schon aufgefallen. Habe ich den Sitzplatz für meine Begleiterin im Salon gefunden und ihn ihr angezeigt, so befreit sie mich vom Führgeschirr und nach einer schönen Verschnaufpause gehen wir, ich an der Leine und Amalia mit dem Langstock auf Entdeckungsreise. Ich finde dabei immer wieder jemanden, der Streicheleinheiten für mich auf Lager hat. Amalia begleitet mich zunächst zum Maschinisten, der im warmen "Untergrund" arbeitet und wir begrüssen ihn. Am Anfang hatte ich ein wenig Respekt vor den stampfenden, drehenden, auf und ab prustenden Turbinenteilen. Heute ist es ein Ritual geworden. Für unsere feinen Nasen ist der Duft des Motorenöls, der frisch gewaschenen Holzplanken, der täglich polierten Maschinenteile und der warmen Luft aus dem Maschinenraum ein Genuss. Die Seeluft, die mal nach Föhn, mal nach Westwind oder Nebel riecht, die aufspritzenden Wassertropfen, der Duft der Heuernte und der Wälder vom nahen Ufer, alles ist immer wieder ein neues Erlebnis und von Jahreszeit zu Jahreszeit je nach Wetterlage verschieden. Die Rucksäcke erzählen mir eine Menge Details über deren Inhalt. Leider darf ich davon nichts kosten, da ist meine liebe Amalia stur, sie nennt es konsequent! Und die Wanderschuhsohlen der Mitfahrer verraten vieles über ihr Herkommen. Ihr glaubt mir nicht? Riecht doch mal selber an den Sohlen, sie duften nach Stein, Gras, frischer Erde, Blumen und Wasserpfützen, manchmal auch nach Hundedreck oder Kuhdung. Wau! Ganz anders diejenigen, die auf dem Pflaster der Stadt marschiert sind, die duften nach Teer, Staub oder nach Eisenbahn. Wau! Wie aufregend!
Wenn ich das Führgeschirr trage beherrsche ich mich, dann habe ich eine verantwortungsvolle Arbeit. Das macht mich sehr stolz, denn ich arbeite gerne mit der lieben Amalia zusammen. Sie weiss genau, was ich brauche, nimmt auch auf mich und alle meine Bedürfnisse Rücksicht. Kurz: Wir sind ein ausgesprochen gutes und eingespieltes Team. Ich schätze unser Leben auf See und im Wald. Ihr müsst wissen, Amalia hat in den zwanzig Jahren Zusammenarbeit mit Blindenführhunden eine ganze Reihe Wanderwege im Kopf. Laufend kommen neue Entdeckungen dazu. Sie schätzt mich als treuen, in vielerlei Hinsicht wertvollen Begleiter. Dass mich Amalia als Leihgabe von der IV (Invalidenversicherung) erhalten hat, ist für mich kein Problem. Ich möchte mit keinem anderen Hund auf der Welt tauschen, und schon gar nicht den Arbeitsplatz.
Amalia weiss genau, dass ich ab und zu das Bein heben muss, wie alle anderen Hunde auch. Ein Zwischenhalt ist immer eingeplant und nachher nehmen wir das nächste Schiff (leider nicht immer einen Dampfer) für die Weiterfahrt. Vor allem freu ich mich auf das Schnüffeln im Gras. Auch das Wasser ist ein Anziehungspunkt, wenn es nicht zu kalt ist und wenn Amalia das Führgeschirr von meinem Rücken nimmt und mir mit einem der vielen italienischen Befehle erlaubt, herumzustreichen und manchmal auch ins Wasser zu steigen, zuerst mit den Vorderpfoten, dann die Temperaturkontrolle mit der Schnauze, schliesslich mit dem ganzen schwarzen Fell. Ah! Schwimmen ist so lustig. Sogar in den hohen Wellen in Wind und Wetter bei Flüelen badete ich schon furchtlos. In Gewitter und Kälte wird es aber zu ungemütlich. Da bleibe ich lieber an Land. Und nicht nur, weil ich nicht mehr die Jüngste bin. Ende Februar 2010 werde ich 12 Jahre alt und als Blindenführhund pensioniert. Ich kann dann auf ein wunderschönes, erlebnis- und abwechslungsreiches Hundeleben bei meiner lebenslustigen Freundin Amalia, einem Leben mit vielen Abwechslungen zurückblicken.
Bei einem Zwischenhalt lernten wir kürzlich in Bauen eine Frau, die Evelyne, kennen. Wir fragten sie, ob sie einen Rundgang im Dörfchen wisse, und kurz entschlossen kam sie gerade selber mit. Uns gefällt es gut, wenn wir auf diese Weise neue Wege und Menschen kennen lernen können. Amalia prägt sich die Wege im Nu ein (sie hat wie die Dampfer ein tüchtiges inneres Navigationssystem). Es stellte sich heraus, dass Evelyne einiges über Hunde kennt, über ihre Ausbildung in der Blindenhundschule Allschwil und über unser sanftes Wesen, unseren Arbeitseifer und unsere Zuverlässigkeit. Sie war nämlich mit Lisbeth Kätterer befreundet, wisst ihr, die Autorin der Kinderbücher über Cora und Saskia, den Blindenführhunden. Auch schwärmt sie für Labradorhunde, also für mich. Während ich meine schwarze Schnauze in den weichen Grund steckte um den ganzen Duft der feuchten Erde auszukundschaften, tratschten die beiden Frauen eine ganze Menge. Und als wir an einem andern Tag wieder auf See waren, telefonierten wir kurz und schon eilte sie an den Schiffsteg und das Erzählen ging weiter. Evelyne ist eine richtige Streicheltante! Aber nur streicheln, wenn ich das Führgeschirr nicht trage, da nehme ich es ganz genau, denn mit Führgeschirr bin ich auf Arbeiten eingestellt, nicht mehr auf mein persönliches Vergnügen!
Nach dem gemeinsamen Spaziergang in Bauen stand auch schon das nächste Schiff am Steg. Der Laufsteg rumpelte, Leute stiegen ein und aus, die freundliche Besatzung begrüsste uns, die Taue wurden von den Pollern gelöst und wieder fein säuberlich aufgerollt, wir blickten zurück zur winkenden Evelyne, Amalia konnte sie zwar schon lange nicht mehr sehen, aber sie jauchzte trotzdem begeistert auf ihre ganz eigene Art, das Schiff hupte zum Abschied und weg fuhren wir, neuen optischen Eindrücken und Gerüchen entgegen.
Einmal hörte ich einen Schweizer seinen Reisebegleiter fragen: "Wie schön ist es hier! Warum fahren wir eigentlich ins Ausland?" Die Antwort hiess: "Damit wir wissen, wie schön es hier ist!"
Recht hat er! Unsere kleine Welt ist eine ganz Grosse! Unser See ist einmalig! Es leben die Dampferfreunde und Dampferbesatzungen!
So, nun muss ich für heute schliessen, wir machen uns für die Abschiedsfahrt der DS Unterwalden bereit, natürlich mit den Dampferfreunden.
Ein freundliches Wau von eurer
Xirah
PS: Falls wir uns unterwegs antreffen sollten:
Damit ich meine verantwortungsvolle Aufgabe korrekt ausführen kann, habe ich noch folgende Wünsche an Sie:
Ich weiss, dass ich Ihnen gefalle, aber bitte, lenken Sie mich nicht durch Füttern, Streicheln oder Ansprechen von meiner Führarbeit ab.
Hundehalter sind gebeten, ihren Hund an die Leine zu nehmen und mich und meinen Meister zügig zu umgehen. Bin ich an der Leine, sprechen Sie immer zuerst meinen Besitzer an, denn es ist ihm unangenehm, wenn ich an der Leine ziehe. Bin ich unangeleint, geniesse ich meine Freiheit und spiele sehr gerne mit meinen Artgenossen.
Ich bin Ihnen dankbar für Ihr Verständnis.
An dieser Stelle möchte ich (Evelyne Scherer) mich sehr herzlich bei Frau Amalia Imhof bedanken, die mit Hilfe ihrer "redenden Schreibmaschine" für stark Sehbehinderte (PC mit Sprachsynthese, genauer gesagt, somit braucht sie die Braille-Zeile nicht), die Geschichte durchgelesen und wertvolle Hinweise gegeben hat, sowie mir das folgende Bild des glücklichen Duos beim Spaziergang geschickt hat.
Und was hat Frau Amalia Imhof zu erzählen?
In einem Mail beschrieb sie die Geburtstagsfahrt des Dampfschiffs Stadt Luzern, welche am 31. Mai 2008 stattfand wie folgt:
"Vor der denkwürdigen Fahrt wanderte ich mit Xirah bei schönem Wetter von Bauen nach Isleten. Um 13.23 Uhr brachte uns ein Motorschiff nach Flüelen, wo wir einen angenehm kurzen Aufenthalt von 15 Minuten hatten, für Xirah gerade lange genug, um in den immer schöner und höher werdenden Wellen zu baden und ihren Spass zu haben. Wir fuhren mit derselben Mannschaft wieder zurück und erwarteten in Bauen das Geburtstagskind DS Stadt Luzern. Es sollte fahrplanmässig ab Bauen um 14.31 Uhr in Richtung Flüelen unterwegs sein und war dem Ereignis entsprechend voll. Nun fing es an zu regnen und der älteste, böse Urner, der Föhn, fing dazu noch an zu blasen. Keine leichte Aufgabe für die Mannschaft, am Ufer anzulegen, zudem der Wind das Schiff von der Landeposition wegzerrte und die Stahlseile mussten schnell wieder eingeholt werden. Die Wartenden konnten weder aus- noch einsteigen. Ich war zuvorderst und schrie: "Wir wollen doch auch mit!" Einige Wanderer hatten geplant, von der Tellsplatte weiter zu spazieren, andere wollten nach Hause. Denen, die es noch nicht wussten erzählte ich, das Schiff befände sich auf der Geburtstagsfahrt. Ein Mann meinte: "Das Schiff wollte gar nicht anlegen, weil wir keine Musik gespielt haben!" Ein anderer sagte: "Wir hätten klatschen und gratulieren sollen!"
Das Schiff drehte eine Runde und versuchte mit einem anderen Fahrwinkel den Steg anzupeilen und kam wieder. Ich machte vor Freude eine "Welle", die anderen klatschten, weil sie nun doch noch wie geplant einsteigen konnten.
Natürlich wären Xirah und ich gerne an allen drei Anlässen dabei gewesen: Am 31. Mai war die Geburtstagsfahrt der "Stadt Luzern", die Dampferparade zum 80. Geburtstag fand am 19. April statt und am gleichen Abend die festliche Rundfahrt. Alles kann man nachlesen unter www.dampfschiff.ch und in der Dampferfreunde-Zeitung, die im März 2008 herausgegeben worden ist. Ich durfte mit viel Freude an der Dampferparade der DS Stadt Luzern Teil nehmen, natürlich auf dem Geburtstagsschiff. Diese Parade hat mich ganz speziell beeindruckt.
Föhnstimmung und hohen Wellengang erlebe ich sehr gerne. Ein guter Freund, Andi, der von der ganzen SGV-Mannschaft bekannt ist, hat mich gelehrt, keine Angst zu haben. Jetzt, da er leider verstorben ist, fahre ich erst recht und mit Hochgenuss wenn die Sturmwarnung läuft. Nichts kann mich dann vom Schifffahren fern halten.
Xirah und ich würden am liebsten auf dem Wasser leben. Wir träumen von einem Haus ganz nah am Ufer. Das Haus denken wir uns wie ein Pfahlbauerhaus. Es wäre nicht das erste dieser Sorte am Vierwaldstättersee. Wissen Sie, dass 2003 ein Hobbytaucher bei Kehrsitten viele Pfähle auf dem Seegrund entdeckt hat? Schon 4000 v. Chr. wohnten Pfahlbauer dort. Zum Schutz der Entdeckung müssen die Schiffe immer einen Bogen drum herum fahren. Mein Pfahlbauhaus denke ich mir ohne Strohdach aus, es wäre ja viel zu gefährlich. Stattdessen wären Solarzellen auf dem Dach, das gäbe uns Strom für Lebensnotwendiges."
Man kann es sich gut vorstellen: Während Xirah am Ufer mit den Wellen spielt, würde Frau I. auf dem Rost sitzen und das Seemannslied von Fini Busch und Werner Scharfenberger singen:
Seemann, lass das Träumen,
Denk' nicht an zu Haus.
Seemann, Wind und Wellen
Rufen dich hinaus.
Deine Heimat ist das Meer,
Deine Freunde sind die Sterne
Über Rio und Shanghai
Über Bali und Hawaii.
Deine Liebe ist dein Schiff.
Deine Sehnsucht ist die Ferne.
Und nur ihnen bist du treu
Ein Leben lang.
Seemann, lass das Träumen.
Denke nicht mich,
Seemann, denn die Fremde
Wartet schon auf dich.
Deine Heimat ist das Meer,
Deine Freunde sind die Sterne
Über Rio und Shanghai
Über Bali und Hawaii.
Deine Liebe ist dein Schiff.
Deine Sehnsucht ist die Ferne.
Und nur ihnen bist du treu
Ein Leben lang.
In einem anderen Mail schilderte sie folgende Situation:
"Heute habe ich mir auf dem Schiff einige Notizen auf mein sprechendes Handy gemacht:
Wenn bei der SGV der Winterfahrplan eintrifft, ist das Ende des Herbstes nicht mehr weit! Heute glaubten sie, dass fast niemand aufs Schiff kommt und haben kurz vor der Abfahrt Personal nach Hause geschickt. Schon bald wurden sie aber von einer Menschenmenge überrumpelt. In die Regale Torten und Anderes auffüllen war angesagt. Für mich war es so schön, das Personal zu erleben, die Geräusche der eilenden Serviertöchter und das Klappern des Geschirrs. In Vitznau stieg eine grosse Frauengruppe aus. Und wir schaukelten auf den Wellen weiter nach Beckenried und zurück. Es war wunderbar, vor allem zwischen den beiden "Nasen" die das Gersauer Becken abgrenzen. In Vitznau angelangt kamen wieder mehr Leute als erwartet. Die Serviertochter stöhnte die Treppe hinauf: " Wer hilft mir mit der Kasse? Ich mag kaum nach!" Die Chef de Service sagte zu mir: "Hast du das gesehen? Wir wurden regelrecht überfallen. Ehrlich gesagt, so etwas habe ich bei schlechtem Wetter noch gar nie erlebt!"
So, nun werden Xirah und Frau I. ihr Hobby, das Schifffahren, hoffentlich auch im Winter geniessen können. Das Dampfschiff Uri fährt fahrplanmässig von Luzern bis nach Flüelen auch gerne an schneebedeckten Landschaften vorbei.
Im Februar 1998 wurden nämlich diese Fahrten wieder aufgenommen, nachdem die Präsidentengattin Hillary Clinton bei einem Besuch in Luzern in den Genuss einer solchen romantischen winterlichen Fahrt gekommen war.
Die DS "Uri" hat im Winter-Dampf-Angebot übrigens auch Raclette-Abendfahrten, Advents-, Brunch- und Festtagsfahrten.
Nun freuen sich Amalia und Xirah auf neue winterliche Geräusche und Düfte. Das Spazieren auf den manchmal rutschigen oder verschneiten Strassen ist nicht immer reines Vergnügen. Trotzdem hat Frau I. davor keine Angst und auf Xirah kann sie sich vertrauen. Und der nächste Frühling kommt bestimmt wieder.
Evelyne Scherer
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Traurige Nachricht:
Am 31. Mai musste Xirah leider kurz nach ihrer "Pensionierung" krankheitshalber eingeschläfert werden. Was es für Frau Imhof bedeutet, kann sich wohl jeder vorstellen.
Das eingespielte Team Amalia und Xirah kannte man auf jedem Dampfschiff der Flotte, denn oft waren sie unterwegs, jahrelang. Was für ein schönes und beneidenswertes Leben für einen Hund, sowieso für einen Blindenführhund! Es wehte nicht nur frische Seeluft um die empfindliche Hundenase, auch der Geruch von Erde und Blumen, von Wald und Wiese, von Wasser und Fels.
Für Frau Imhof war Xirah eine treue Begleiterin in jeder Lebenslage. Sie hat ihr nicht nur das Augenlicht ersetzt!
Hoffen wir, dass möglichst bald ein neuer Hund die verantwortungsvolle und abwechslungsreiche Arbeit übernehmen wird.
Alles Gute, Frau Imhof, wir sind alle mit Ihnen traurig und wünschen Ihnen viel Hoffnung für die Zukunft.
Evelyne Scherer mitsamt allen Leuten, die Xirah kannten.
Auf dem Urnersee die Taufe empfangen
Urner Wochenblatt, Samstag, 9. Januar 2010
Flüelen / Feierliche Zeremonie auf einem kleinen Passagierschiff
Lange hat niemand die kleine Gina Simmen mit dem Wasser des Urnersees taufen wollen. Bis am vergangenen Dreikönigstag.
Markus Arnold
Gina Simmen, die Tochter von Claudia Simmen aus Flüelen, hat am 6. Januar das Taufsakrament auf einem kleinen Passagierschiff mitten auf dem Urnersee erhalten. Seit der Geburt von Gina am 12. November 2008 hatte die Mutter versucht, diese aussergewöhnliche Taufe zu organisieren - bis vor Kurzem vergeblich, denn keiner der von ihr angefragten Priester sei bereit gewesen, die Taufe ausserhalb eines kirchlichen Gebäudes durchzuführen. Die gebürtige Hamburgerin wollte sich und ihrem Kind diesen Wunsch aber unbedingt erfüllen. "Hamburg ist eine grosse Hafenstadt. Ich wollte deshalb mein Kind unbedingt auf einem Schiff taufen lassen", so Claudia Simmen.
Kein Grund, dies nicht zu tun
Mit dem neuen reformierten Pfarrer von Altdorf und Umgebung, Reinhard Eisner, fand sie nach über einjähriger Suche eine Person, die zu einer Taufe auf dem Urnersee bereit war. Reinhard Eisner sah aus theologischer Sicht keinen Grund, dies nicht zu tun. "Das Taufwasser soll ein fliessendes Gewässer sein. Das ist beim Urnersee der Fall. Andererseits soll eine Taufe öffentlich sein und in einer gottesdienstlichen Veranstaltung durchgeführt werden, da das Kind in die Glaubensgemeinschaft aufgenommen wird". Auch diese zweite Voraussetzung sei erfüllt, denn die Taufe sei vorgängig in der Kirche angekündigt und auf der Homepage der Kirchgemeinde kommuniziert worden. So waren am vergangenen Mittwoch auch ein paar zusätzliche Gäste der Kirchgemeinde auf dem Schiff des Bootsbetriebs Ferdinand Kaufmann, Flüelen, anzutreffen.
Mit einem Lächeln Für die Taufe war zuvor Wasser aus dem Urnersee entnommen worden. Während der kleinen Feier mit Worten des Pfarrers und gemeinsamem Gesang wurde Gina Simmen schliesslich mit dem gesegneten Nass getauft. Die Kälte des Wassers überraschte sie natürlich im ersten Moment, doch ansonsten genoss die Kleine diese besondere Feier mehrheitlich mit einem Lächeln im Gesicht.
Priester, die Taufen auf dem Urnersee durchführen möchten, können sich bei Konstanze Kaufmann vom Flüeler Bootsunternehmen Kaufmann melden.
Katamaran auf dem Vierwaldstättersee, ein Bericht aus dem Urner Wochenblatt
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Der neue Katamaran schwimmt bereits auf dem Vierwaldstättersee, Bilder O.Gisi
Erstmals ein Schiff auf zwei Rümpfen gebaut
Urner Wochenblatt
Der Katamaran soll das Motorschiff Pilatus voraussichtlich in diesem Frühjahr ersetzen. Ein weiteres Eindeckschiff ist bereits in Planung.
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In der Werft der Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee (SGV) in Luzern steht der Bau eines 300 Personen fassenden Eindeckschiffes vor dem Abschluss. Handwerkerinnen und Handwerker fertigen Decks, Innenwände, Fenster und Türen an. Die Wände werden abgeschliffen, und die endgültige Farbgebung ist bereits sichtbar, so etwa an den beiden Rümpfen und Teilen der Aussenwand. Zwei Rümpfe? Sie haben richtig gelesen, das neue Schiff ist ein Katamaran. Zum ersten Mal in der Geschichte der kursmässigen Fahrgastschifffahrt auf dem Vierwaldstättersee wird eine Bauform angewandt, wie sie schon vor Jahrhunderten auf Hochseegewässern entwickelt und genutzt worden ist. Der Katamaran kam 2002 an der Expo 02 in mehreren Ausführungen zwischen den Arteplages zum Einsatz.
Zweiköpfige Besatzung
Das neue Schiff, dessen Name noch nicht bekannt ist, verfügt über nur ein einziges Deck. Ein Oberdeck, wie es die meisten SGV-Schiffe besitzen und das den Erstklassbereich bildet, fehlt. Im Bereich von Bug und Heck sind Aussendeckplätze vorhanden. Diese sind jedoch nicht grossflächig. Der grösste Teil des Fahrgastbereichs ist gedeckt. Rudolf Stadelmann, Schiffbauingenieur und Leiter der Technik der SGV, begründet dieses Raumprogramm mit wirtschaftlichen und betrieblichen Aspekten: "Wir möchten dieses Schiff mit einer zweiköpfigen Besatzung einsetzen und sind damit einerseits an eine behördlich festgesetzte Obergrenze von 300 Passagieren gebunden. Anderseits darf die gesamte Decksfläche eine ebenfalls von der Zulassungsbehörde vorgeschriebene Quadratmeterzahl nicht überschreiten." Mit 359 Quadratmetern liegt der Wert knapp unter dieser Grenze.
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Panorama-orientiertes Schiff
Die Aufteilung der 1. und 2. Klasse im Kursverkehr erfolgt somit auf einem Deck. Vorne, also bugseitig, ist die 2. Klasse vorgesehen. Die Erstklassfahrgäste geniessen den Ausblick heckseitig. Der Katamaran wird ein panorama-orientiertes Schiff sein. Rudolf Stadelmann betont die entsprechende architektonische Gestaltung. Dazu hat die SGV das Luzerner Architekturbüro Dolmus beigezogen. Grosse Fenster erlauben auch aus dem Innenraum einen Blick auf die vorbeiziehende Landschaft. Die Möblierung ist austauschbar. Je nach Bedürfnis der Kundschaft kann sie, beispielsweise auf Charterfahrten, verschieden ausgestaltet werden. Die im Kursverkehr nach Billettklassen getrennten Räume lassen sich für Sonderfahrten durch bewegliche Trennwände in einen Raum wandeln. Damit entspricht der Katamaran dem Wunsch vieler Gruppen, die Reise im gleichen Raum erleben zu können.
Ausgesuchte Materialbeschaffung
"Schiffe bewegen sich in einem anfälligen ökologischen System und müssen nachhaltig ausgerichtet sein", erklärt Schiffsingenieur Rudolf Stadelmann. Dabei geht es um grundsätzliche Fragen etwa zum Brennstoffverbrauch, der zusätzlich auch aus Kostengründen tief gehalten werden soll. Der Katamaran ist in der Lage, ungefähr 30 Stundenkilometer zu fahren. Ein Wert, der etwas höher liegt als bei den anderen Kursschiffen. Aus diesen und vielen anderen Eckpunkten hat die SGV ein Anforderungsprofil erarbeitet, bei dem der grösste Nutzen beim kleinstmöglichen Aufwand durch den Bau eines Schiffes mit zwei Rümpfen, eben eines Katamarans, erreicht werden kann.
Schlepptankversuche in Grossbritannien durchgeführt
"Bevor ein Schiff gebaut wird, werden anhand von Modellversuchen, sogenannten Schlepptankversuchen, erste Eckwerte des Neubaus errechnet und Varianten geprüft», erzählt Rudolf Stadelmann. Die SGV hat diese Versuche in Grossbritannien durchführen lassen. Die Ergebnisse fliessen in Planung und Bau ein und sollen einen möglichst kostengünstigen Betrieb ermöglichen. Nicht nur die Bauform, auch die Materialwahl ist entscheidend zum Erreichen dieses Ziels: Beim Katamaran wählten die Verantwortlichen eine Aluminiumkonstruktion bei allen tragenden Teilen. Damit soll sich das Schiff nicht nur sicher, sondern bei besonderen äusseren Einflüssen wie etwa Wind oder Fahrgastbewegungen an Bord auch störungsfrei bewegen.
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Inbetriebnahme im kommenden Frühjahr geplant
Nach der Fertigstellung des Schiffes unter der Projektleitung von David Müller erfolgen Probefahrten und die behördliche Zulassung durch das Bundesamt für Verkehr. Erst dann ist ein kommerzieller Einsatz möglich. Nachfolgend ist die Personalschulung geplant und voraussichtlich im kommenden Mai wird das 300-plätzige Schiff den Dienst im Kurs- und Sonderfahrtenverkehr aufnehmen. Der Neubau soll voraussichtlich das 43 Jahre alte Motorschiff Pilatus ersetzen. Diese zweideckige Einheit wird aber nicht gleich nach der Indienststellung des Katamarans stillgelegt, sondern als Reserveeinheit Lücken füllen helfen, die durch die zweijährige Revision des Dampfers Unterwalden entstehen. Auch der neue Taktfahrplan erfordert vor allem im Sommer mehr Schiffsraum, womit die SGV an Spitzentagen froh sein wird, ein zusätzliches Schiff zu haben. Es ist noch nicht entschieden, wann der zweite Katamaran gebaut wird. Die SGV sprach in der Planungsphase stets von zwei Schiffen dieser Bauart. Voraussichtlich dürfte dies erst nach Abschluss der Wiederinbetriebnahme des Dampfschiffs Unterwalden der Fall sein.
Mario Gavazzi
Januar 2009
Neue Luzerner Zeitung vom Samstag, 17. Januar 2009-01-17
SGV-Werft
Katamaran ist jetzt im Wasser
Der SGV-Katamaran liegt jetzt vor der Schiffswerft im Wasser. Bis es so weit war, brauchte es viel Geduld.
Von Stefan Roschi
"Bei und ist das halt nicht so spektakulär wie in den Filmen", sagt Ruedi Stadelmann. Aber ein neues Schiff könne man mit der Anlage, die zur Verfügung gestanden sei, nicht schnell ins Wasser gleiten lassen. Stadelmann ist Leiter Schiffstechnik bei der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV) und als solcher verantwortlich für den Katamaran, der zurzeit gebaut wird. Dieser ist am Mittwoch aus der Halle an der Werftstrasse 5 entlassen worden, direkt in den See. Sehr vorsichtig sei der Prozess abgelaufen. "Es hat zwei Stunden gedauert, bis der Katamaran eingewassert war", sagt Stadelmann. Medienvertreter oder Besucher seien zu diesem Anlass keine eingeladen worden. "Damit warten wir, bis der "Kat" im April offiziell eingeweiht wird."
Jetzt kommt der Innenausbau
Angst vor undichten Stellen haben die Verantwortlichen bei der Einwasserung nicht gehabt. "Wir haben den ganzen Schiffsrumpf im Vorfeld geprüft." Vorerst liegt das 40 Meter lange Schiff direkt vor der Werfthalle, wo die Mitarbeiter den Innenbereich und weitere Details bearbeiten. Dies sei überhaupt kein Problem, da der Katamaran auf dem Wasser viel ruhiger als normale Schiffe liege.
In die frei gewordene Halle kommt derweil am 28. Januar das Dampfschiff "Unterwalden" für eine Generalrevision.
Platz für 300 Passagiere
Der Katamaran der SGV ist als Ersatz für das Schiff "Pilatus" gedacht und von der Gesellschaft selber entwickelt und konstruiert worden. Kostenpunkt: 5.8 Millionen Franken. Auf dem 120 Tonnen schweren Schiff werden dereinst 300 Passagiere Platz finden.
Der gesamte Rumpf ist aus Aluminium. Deshalb kann der Energieverbrauch im Vergleich zu herkömmlichen Schiffen gesenkt werden.
Ein Monat danach, mehr als 20 000 Gäste sind schon mit dem Katamaran "Cirrus" gefahren, sind Kritiken zu hören und auch in Zeitungen zu lesen.
Es hat Kinderkrankheiten, die es auszubessern gilt: Das Motorengeräusch ist duch die Alukunstruktion noch zu laut. Die beiden Rümpfe würden fast wie ein Gegenkasten als Verstärker wirken, heisst es in der NZZ. Ein Schalldämpf-Spezialist arbeitet an einer Lösung.
Die Schwimmhöhe ist noch zu hoch, die Landungstreppe für die Mannschaft sehr schwer hochzuziehen.
Das Aussehen des Katamarans wird kritisiert, der Mangel an Aussenplätzen. Allerdings bietet sie gerade deswegen im Innensaal Platz für 140 Leute, ideal für einen geschäfltichen Anlass.
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Bild O.Gisi, mit herzlichem Dank
Sammlung Bilder Schiffe auf dem Vierwaldstättersee
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Patrouillenboot 80
Elf solche Patrouillenboote besitzt die Schweizer Armee zur Grenzsicherung.
Natürlich hat die Schweizer Navy weder Flugzeugträger noch Zerstörer. Zur Seeüberwachung und zum Schutz der Grenzseen werden Patrouillenboote 80 eingesetzt. Dabei handelt es sich um einen Eigenbau aus Glasfaserkunststoff, entworfen von der Gruppe "Rüstung" der Armee und gebaut von einer Schweizer Bootswerft.
Es sieht etgwas bullig aus, das zehn Meter lange und über drei Meter breite Boot mit den auffälligen runden Bullaugen. Und mit den Maschinengewehren an Bug und Heck schindet es ganz schön Eindruck. Trotz 3, 40 m Gesamthöhe hat die siebenköpfige Crew nicht sehr viel Platz im Innern. Eine kleine Küche und Schlafgelegenheiten für sämtliche Crewmitglieder engen den Raum ein. Doch im Normalfall ist ein Teil der Mannschaft ohnehin auf Pikett.
In Gefechtsbereitschaft nimmt der Kommandant im Steuerhaus zwischen Fahrer und Radarist Platz. Der Navigator überwacht das Radar. Vorne im Bug und hinten im Heck bedienen die beiden Schützen ihre 12,7-mm-Kaliber-Maschinengewehre. Sie werden vom Hilfsschützen assistiert, der für den Munitionsnachschub verantwortlich ist. In der Seeüberwachung kommen zusätzlich Wärmebildgeräte mit eingebautem Restlichtverstärker zum Einsatz.
1980 wurde die Schweizer Armee mit elf solchen Booten ausgerüstet. Sie alle haben Namen von Planeten oder Sternbildern wie Orion oder Venus. 1988 wurde die Kampfboote modifiziert und neu mo0torisiert. Sie werden von jeweils zwei 230-PS_Volvo_Penta_Dieselmotoren mit Z-Antrieb und gegenläufigen Propellern angetrieben. Die Patrouillenboote erreichen dabei eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 70 km/H.
Quelle: bordmagazin / Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees / Ausgabe 2009
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Dampfboot-Essens-Rundfahrt auf DS URANUS
Ab Vitznau zum Restaurant Obermatt am Bürgenstock
Auf der Retourfahrt soll und darf selber gesteuert und Kohle eingefeuert werden
Maximal 7 Passagiere
Details und Buchungen unter www.dampfei.ch
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Kapitäne Sprichwörter Zitate Seemannsgarn und Anglerlatein
Kapitän (Wikipedia)
Das Wort Kapitän (von lat. caput "Haupt" und davon abgeleitet capitaneus "Anführer") hat in fast alle europäischen Sprachen Eingang gefunden und bezeichnet den Führer eines Schiffes. Jedes Wasserfahrzeug hat genau einen verantwortlichen Schiffsführer.
Insbesondere auf grossen Schiffen hat er eine Vielzahl an nautischen, technischen und kaufmännischen Aufgaben und Verantwortlichkeiten, z.B. für das Schiff als solches, dessen Teilnahme am Verkehr und technische Prozesse, die Besatzung, die Arbeitsorganisation (Betriebsleiter), die Passagiere, die Sicherheit, die Ladung (z.B. Frachtführer) und die Navigation. Seine nächsten Mitarbeiter sind der erste, zweite, dritte oder vierte Offizier, der Steuermann, der Rudergänger, der Navigator, der Bootsmann und Matrosen. Er muss die erforderlichen Patente zum Führen des Wasserfahrzeuges auf dem jeweiligen Fahrgebiet vorweisen. Die Ausbildung erfolgt an Seefahrtschulen, Fachhochschulen oder Universitäten. Kapitäne sind meist bei Reedereien angestellt. In grösseren Häfen arbeiten Hafenkapitäne. In der Freizeitschifffahrt spricht man von Skippern, die in der Regel erfahrene Schiffsführer sind.
Des Schiffmeisters Eid
Der Schiffmeister soll schwören:
Ein unpartheyischer Schiffmeister zu sein, und die zuerst Ankommenden, gleich fremd oder einheimisch, vorabzufertigen bei Tag und bei Nacht nach Inhalt des Theilbriefs; doch mit Rücksicht auf Wind und Wetter nach Gestalt der Sachen und gewissenhaftem Befinden, damit Niemand in seinen Geschäften versäumt, aber auch Niemand augenscheinlicher Gefahr ausgesetzt und verwahrloset werde; - die Kaufleute mit ihren Waaren und andere Durchreisende um den oberkeitlich bestimmten Lohn zu fertigen, und den Schiffleuten nicht zu gestatten mehreres zu fordern, als was festgesetzt ist, was aber Jemand aus freiem Willen ohne Zumuthung als Trinkgeld geben würde, mag er ihnen zulassen; dann auch auf den Zustand von Schiff und Geschirr zu wachen, die Theilordnung nach bestem Vermögen aufrecht zu erhalten, die Ungehorsamen und Widerspännstigen der obrigkeitlichen Schiffahrts-Kommission anzuzeigen, und UGHrn. und Obern hohen Verordnungen gewärtig und gehorsam zu sein.
Alles getreu und ohne Gefährde.
Altes Landbuch von Uri I, Art. 13, S. 15 f. /Quelle: Stefan Fryberg, Uri und seine Wasser, AT Verlag)
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Seemannsgarn, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, http://de.wikipedia.org/wiki/Seemannsgarn
Seemannsgarn, hergeleitet von Schiemannsgarn, sind Erzählungen der Seeleute über deren (angebliche) Erlebnisse.
Das Schiemannsgarn, auch Takelgarn, wurde aus alten Tauen gewonnen und von den Seeleuten benutzt, Leinen und Trossen zu umwickeln. Schiemannsgarn drehen oder Schiemannsgarn spinnen war auf Segelschiffen eine untergeordnete Arbeit, die bei Schönwetter erledigt wurde. Weil sie recht langweilig war, erzählten sich die Seeleute unterdessen, was sie erlebt hatten und worüber sie sich Gedanken machten, Sagen, Schwänke und Döntjes gehörten dazu. Auf diese Weise bekam Schiemannsgarn spinnen mit der Zeit eine andere Bedeutung: Das Erzählen wurde Hauptsache, die Arbeit Nebensache, bis man das Erzählen allein so bezeichnete. In jüngerer Zeit ersetzte Seemannsgarn spinnen oder kurz Garn spinnen die alte Redewendung und unter echtem Seemannsgarn versteht man jene Erlebnisberichte von Seeleuten im Grenzbereich zwischen Wahrheit und Phantasie, die alle etwas undurchsichtig, aber glaubhaft-eindrucksvoll sind: Allerdings weiss der Zuhörer nie genau, ob er auf den Arm genommen wird oder nicht.
Oft wird der Wahrheit soviel hinzugedichtet, dass aus einem kleinen Fisch ein Monsterhai wird oder Riesenkraken ganze Schiffe ins Verderben ziehen.
Zum Seemannsgarn gehören auch die Erzählungen über den Klabautermann, Seeungeheuer, Wassermänner, Nixen und unheimliche Geschichten, z.B. über "Magnetberge", die die Schiffe anziehen und zerschellen lassen oder Schiffsfriedhöfe im offenen Meer (entstanden durch die Sargassosee im Atlantik mit ihren Schlingpflanzen). Modernes Seemannsgarn bezieht sich auch auf Geschichten über UFO-Sichtungen und Verschwinden von Schiffen im Bermuda-Dreieck.
Lange Zeit fälschlicherweise als Seemannsgarn galten Berichte über Monsterwellen, die aus dem Nichts auftauchend, ganze Schiffe zerstören können, genau so wie seit Jahrhunderten über Sichtungen von Riesenkalmaren und Begegnungen mit diesen Tieren berichtet wurde, wurden die Erzählungen meist als Seemannsgarn verspottet und ins Reich der Legenden verwiesen. Selbst die Funde gestrandeter Kalmare mit Längen von weit über 10 Metern wurden nicht ernst genommen. Heute weiss man, dass es diese Tiere tatsächlich gibt. In Anbetracht dieser Erkenntnisse muss man nun vorsichtiger mit der schnellen Verurteilung als Phantasie sein.
Für Kinder ist ein berühmter Erzähler von Seemannsgarn Käpt'n Blaubär in der Fernsehsendung "Die Sendung mit der Maus".
Anglerlatein, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Unter Anglerlatein versteht man die mehr oder weniger wahren Erzählungen von Anglern, die ihre Fangergebnisse übertreiben.
Dies ist Grundlage vieler Witze und wird auch umgangssprachlich für "Erzähl doch keine Märchen", für das Fabulieren benutzt.
Anglerlatein ist vergleichbar mit dem so genannten Jägerlatein, Berichte und Geschichten, die ebenfalls in Übertreibungen über angebliche Jagderfolge ausufern.
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Altgriechisches Sprichwort: Der Kapitän ist so viel wert wie sein Schiff.
Unbekannt: Für ein Schiff, das seinen Hafen nicht kennt, ist jeder Wind richtig.
Sprichwort aus Estland: Jeder Kapitän kennt seine Knoten.
Sprichwort aus Kenja: Ein sinkendes Schiff braucht keinen Kapitän.
Zitate
aus Wikiquote, der freien Zitatsammlung
Auf einem Dampfer, der in die falsche Richtung fährt, kann man nicht sehr weit in die richtige Richtung gehen." Michael Ende, Zettelkasten. Skizzen und Notizen
"Auf einem Schiff kreuzt man ununterbrochen seine eigenen Spuren, wie im Leben." Peter Høeg,
"Eine Stunde konzentrierter Arbeit hilft mehr deine Lebensfreude anzufachen, deine Schwermut zu überwinden und dein Schiff wieder flott zu machen als ein Monat dumpfen Brütens." Benjamin Franklin
"Im Hafen sind Schiffe am besten aufgehoben, aber dafür hat man sie nicht gebaut." Unbekannter Autor
"Man darf das Schiff nicht an einen einzigen Anker und das Leben nicht an eine einzige Hoffnung hängen." Epiktet
"Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer." Antoine de Saint-Exupéry
"Wer die Praxis übt, ohne sich vorher mit der Theorie beschäftigt zu haben, gleicht einem Steuermann, der sein Schiff ohne Kompass und Steuer besteigt und nun nicht weiss, wohin er fährt." Leonardo da Vinci
"Der Unterschied zwischen Vergnügen und Glück ist derselbe wie zwischen einem Kahn und einem Ozeandampfer. Auf den Tiefgang kommt es an." Ewald Balser
"Wenn ich so die kleinen Dampfer die riesigen Kähne vorüberschleppen sehe, muss ich immer an den Dichter und das Publikum denken." Christian Morgenstern
"Welch ein Anker ist die Hoffnung!" Sully Prudhomme, Gedanken
"Ein Seemann kann einen guten Trunk hundert Meilen weit auf See erschnuppern." Joan Lowell
Verborgene Wasserfälle im Vierwaldstättersee
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Durch den Föhn und den Reusszufluss sind die Tiefenbereiche im Urnersee besser "belüftet" und wärmer als im Gersauerbecken. Vor allem dieser Temperaturunterschied treibt die Wassermassen in riesigen Wasserfällen vom Gersauer- ins Urnerbecken.
Das mit Schwebstoffen beladene Wasser der Reuss schichtet sich bei sommerlichen Hochwassern in der Tiefe des Urnersees ein. Damit bringt die Reuss grosse Mengen an Sauerstoff und Wärme ins Tiefenwasser. Der Föhn wirbelt das Wasser auf und unterstützt diesen Prozess. Der Urnersee ist deshalb im Sommer instabiler geschichtet als die übrigen Seebecken und die Wassermassen zirkulieren im Winter rasch und vollständig. So gelangt mehr Sauerstoff bis an den Seegrund als im Gersauerbecken, wo Windeinfluss und Zuflussmengen geringer sind.
Durch diesen Wärmeeintrag ist das relativ warme Wasser auf dem Grund des Urnersees leichter als das kalte Wasser im Gersauerbecken, das auch einen höheren Salzgehalt aus dem kalkreichen Einzugsgebiet enthält. Dieser Temperaturunterschied und die verschiedenen Salzkonzentrationen bewirken, dass jeden Frühling gewaltige Wassermassen - eigentliche Unterwasserfälle - vom Gersauerbecken in die Tiefen des Urnersees strömen. Ähnliche Tiefenwasserströmungen bestehen auch vom Alpnachersee über Kreuztrichter, Vitznauerbecken in das Gersauerbecken. Das Wasser fliesst also in Grundnähe entgegengesetzt zur Oberflächenströmung.
Ausführliche Informationen zu diesen und vielen weiteren Themen sind im Buch "Vierwaldstättersee - Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Menschen" zu finden.
Quelle: Informationsmagazin der Aufsichtskommission Vierwaldtättersee (AKV)
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See-Wörter, allgemeine Bedeutung mit oder ohne Augenzwinkern
See: Urnersee, der schönste und romantischste See der Schweiz (meine bescheidene Meinung) ist ein Teil des Vierwaldstättersees
Seeadler: kreist über dem Urnersee und geniesst die unterschiedlichsten Windrichtungen
Seealpen: südlichster Teil der Westalpen
Seeamt: Behörde zur Ursachenermittlung bei Seeunfällen, vor allem als Folge von Föhnsturm, gabs zu Gesslers Zeiten noch nicht
Seeanemone: meeresbewohnende, blumenähnliche Hohltiere, bei uns: Anemonen der Gärten, die sich im See spiegeln
Seebär: Robbbenart des nördlichen Pazifiks und des Beringmeeres, oder auch Kapitäne und Besatzungs- Mitglieder der Flotte auf dem Urnersee
Seebarsch: Meeresfisch, Familie der Sägebarsche
Seebeben: Erdbeben, dessen Herd unter dem Meer liegt. Nach dem Erdbeben von 1601 entstanden Tsunamis im Vierwaldstättersee!
Seebeck-Effekt: thermoelektrischer Effekt
Seeblockade: militärische Marineoperation, Ziel: Hafen des Feindes für Aussenhandel verschliessen, ist in Bauen nicht möglich, wir haben nämlich keinen Hafen, leider
Seedorf: Ein Dorf am Urnersee-Ende, mit Kloster St. Lazarus, Kirche St. Ulrich und St. Verena, Burgturm, Mineralienmuseum, Wasserschlösschen A Pro und mit zwei Hechten im Wappen
See-Elefant: Gattung Hundsrobben
Seefedern: zu den Blumentieren gehörende Korallengruppe. Am Urnersee sind es die Federn, die die Zugvögel beim Überfliegen fallen lassen, die Watvögel, Enten, Flussregenpfeifer und wie sie alle heissen
Seefledermäuse: Fischfamilie, Armflossler, Bodenbewohner, am Urnersee heissen die Fledermäuse so, die in der Nacht über dem See flattern
Seefunk: drahtlose Kommunikation der See- und Binnenschifffahrt, macht heute jeder, der ein Handy besitzt
Seeforelle: Die Seeforelle ist ein naher Verwandter des Lachs. Der Fisch kann über einen Meter lang und zehn bis zwölf Kilogramm schwer werden. Im September beginnen die Seeforellen aus dem ganzen Vierwaldstättersee zurück an ihre Geburtsstätten in den Zuflüssen aufzusteigen. Eingeweihte können heute noch alljährlich im Herbst im Intschitobel, in einem tiefen und stark durchfluteten Teich viele Seeforellenpaare beim Laichen beobachten. Im Gegensatz zum Lachs stirbt die Seeforelle nach der Laichablage nicht, sondern schwimmt zurück in den See, um im drauffolgenden Jahr wieder zurückzukehren. Die frisch geschlüpften Seeforellen verbleiben zwei bis drei Jahre in der Reuss und wandern erst dann in den See ab. (Quelle: Stefan Fryberg, Uri und seine Wasser, AT Verlag)
Seegang: besonders hoch bei starkem Westwind, hier Weschter genannt, oder bei Föhnsturm, hier Feehn genannt, manchmal mit Schaumkronen oder mit wirbelnden Wassergeistern (Wasserhosen)
Seegurken oder Seewalzen: weiche, röhrenförmige Stachelhäuter, verwandt mit Seestern und Seeigel, oder auch Picknick-Gurken, die die Touristen aus Versehen in den See fallen lassen
Seehase: Schnecke in seichtem Küstengewässer nicht zu verwechseln mit den Ski fahrenden Schneehasen im Gotthardgebiet
Seehund: Robbenart, planschen nur am 1. April im Urnersee
Seeigel: Klasse Stachelhäuter mit 1000 Arten
Seejungfrau: Wer das Märchen von der keinen Seejungfrau von Hans Christian Andersen noch nicht kennt, muss das unbedingt nachholen. Wer weiss, vielleicht ist ihm die Geschichte am Ufer des Vierwaldstättersees eingefallen?
Seekabel, auch Unterwasserkabel: für Elektrizität oder Telekommunikationsdienste
Seekanne oder Sumpfrose: Gattung der Fieberkleegewächse, Schwimmblattpflanze
Seekarte: nautische Karte, dient zur Navigation und zeigt an, wo man mit seinem Boot anlegen kann, wenn man in einem Gasthof eine Mittags-Pause einlegen will
Seekühe: im Wasser lebende und Pflanzen fressende Säugetiere, aber auch die Kühe, die sich im Urnersee spiegeln
Seelachs: Meeresfisch, Speisefisch, bei uns durch Seeforellen ersetzt
Seeleopard: grosse Art aus der Familie der Hundrobben
Seelilien: Stachelhäuter in tropischen Meeren
Seelöwen: gehörend zur Familie der Ohrenrobben, Meeressäugetiere
Seeluft: besonders würzig im Frühling, an Sommerabenden und nach einem Föhnsturm
Seemacht: Die Dampferflotte auf dem Vierwaldstättersee
Seemann: Ein Mann, der immer freundlich und hilfsbereit ist und den Touristen jeden Tag und bei jeder Schiffsstation hilft ein- und auszusteigen
Seemannsausdruck: Was der Seemann unterdrückt, wenn die Touristen sich nicht anständig aufführen
Seemannsgarn: teils wahre, teils erfundene Geschichte
Seemannsknoten: die wichtigsten Seemannsknoten die es braucht um an Bord alles sicher anzubinden, auch um ein Schiff oder Boot sicher zu vertäuen, heissen: Achterknoten, Doppelter Palstek, Palstek, Roringstek, Slipstek, Webeleinstek. Ein Link weiter oben weist auf eine Seite die diese Knoten mit gut verständlicher Animation erklärt
Seemeile: Seemeilen pro Stunde = Knoten
Seemine: Zwischen 1918 und 1967 entsorgten Schweizer Munitionsfabriken ihre Produktionsabfälle im Vierwaldstättersee, davon 2800 Tonnen allein im Urnersee
Seemöwe: Möwen, die die Fischerboote begleiten, in der Hoffnung, sie bekommen etwas von der Beute ab
Seemuschel: Hab hier noch keine gefunden
Seenadeln: kleine Fische aus der Familie der Seepferdchen
Seenot: z.B. Feuer an Bord oder Totalausfall des Antriebssystem, Notsignal: SOS
Seenotdienst: Nr. 117 oder Zentrale A2 Flüelen 041 874 53 53
Seeoffizier: Hat unter anderem die schöne Aufgabe kurz vor der Schiffstation möglichst lange zu hupen, zu meiner Freude, die aber nicht alle teilen
Seeohren: Familie der Altschnecken an Felsküsten
Seeotter: Kinder die von Klein auf gewöhnt sind im Urnersee zu baden
Seepferdchen: kleine Fische, gleiche Familie wie Seenadeln
Seepflanzen: Sie strukturieren den Lebensraum für Fische und Kleinlebewesen, bieten Schutz vor starker Strömung und Räubern, Substrat für die Eiablage und bilden eine wichtige Nahrungsgrundlage. Sie spielen eine bedeutende Rolle im Sauerstoffhaushalt vieler Gewässer
Seeräuber: Bei uns sind das die rassigen Sportsboot-Halter, die schneller als erlaubt fahren
Seeräuberschiff: Man kann sich leicht vorstellen, dass Genua mehr Seeräuberschiffe gesehen hat als Bauen am Urnersee
Seerecht: Rechtsvorschriften und völkerrechtliche Verträge für Handel und Schifffahrt
Seereise: Beliebt ist die Tagesreise Luzern-Bauen-Luzern, es soll aber noch andere Destinationen geben
Seerose: wasserbewohnende Blütenpflanzen mit etwa 90 Arten
Seeroute: Als vor gut 200 Jahren, nach dem Zusammenbruch der alten Eidgenossenschaft die Schweiz Kriegschauplatz Europas wurde, marschierte ein russisches Heer unter General Suworow von Oberitalien her über den Gotthard ins Reusstal. Da er am Urnersee keine Schiffe mehr vorfand, wählte er den Umweg über den verschneiten Chinzigpass ins Muotatal. Seine geplante Seeroute war demnach ins Wasser gefallen
Seesack: ein aus äusserst dickem, strapazierfähigem Segeltuch hergestellter Sack
Seeschaden: heisst bei uns das Hochwasser, das die Strasse von Bauen nach Seedorf unpassierbar macht, kommt zum Glück selten vor, zuletzt im Jahre 2005
Seescheiden: artenreiche Klasse der Manteltiere von meerbewohnenden Lebewesen, etwa 2000 Arten, verbreitet vom Mittelmeer bis nach Norwegen
Seescheidenkolonie: Ein Taucher könnte im Urnersee vielleicht so etwas finden?
Seeschiff: heissen bei uns Stadt Luzern, Uri, Schiller, Unterwalden, Gallia, Europa, Gotthard, Winkelried, Schwyz, Waldstätter, Rigi, Pilatus, Weggis, Brunnen, Flüelen, Titlis, Mythen, Rütli, Reuss
Seeschifffahrt: Vierwaldstätterseeseeschifffahrtsgesellschaft, ist das nicht ein schönes Wort?
Sesschlacht: Liefern sich die spielenden Kleinen am Badestrand von Bauen im Sommer
Seeschlange: Familie giftiger Wasserschlangen, phantastisches Meeresgeschöpf mit schlangenförmigem Körper, das wahrscheinlich an der tiefsten Stelle des Urnersees lebt
Seeschnecke: typische Riffbewohner
Seeschwalbe: mit den Möwen verwandt
Seesieg: Wenn die vom Föhn aufgepeitschte Gischt an die Fensterscheiben der Häuser am Seeufer klatscht und die fleissigen Hausfrauen kurz danach mit den Putzlappen ausrücken müssen
Seeskorpion: lebten vor rund 500 - 230 Millionen Jahren in Süsswasser- und brackigen Binnenmeeren
Seesoldat: ein Soldat, welcher zur See dient, auf Seeschiffen, Kriegsschiffen und den Matrosendienst zugleich mit versieht, im Unterschied zu einem Landsoldaten. Es gibt auch Krebssorten mit Namen Seesoldat
Seestadt: Luzern zum Beispiel, die kennt auch im Ausland jedes Kind
Seestern: wirbellose Meerestiere mit rund 1500 Arten, aber auch die Dampfschiffe in Sternformation am 80. Geburtstag des Flaggschiffes der Vierwaldstättersee-Flotte, des Dampfschiffes "Stadt Luzern" am 19. April 2008
Seestrand: der von Bauen ist beliebt, denn da ist es wärmer als anderswo, das wusste man schon früher und deswegen ist Bauen die älteste Siedlung des Kantons
Seestück: der Urnersee ist das schönste Seestück des Vierwaldstädtersees, meiner Meinung nach
Seestützpunkt: König Salomon errichtete als erster in Aqaba einen Seestützpunkt, der 106 v.Chr. von den Römern eingenommen wurde. Was das mit dem Urnersee zu tun hat? Rein gar nichts!
Seesturm: Föhnsturm, der dem Nationalhelden Wilhelm Tell beim Tellensprung ein Kunststück ermöglicht hat, das noch bekannter ist als ein mancher Olympiarekord
Seetang: grössere Algen, besonders entlang der Meeresküsten
Seetaucher: Familie tauchender Wasservögel, aber auch Sporttaucher im Urnersee
Seeteufel: Armflossler
Seetier und Seetieröl: Lebertran ist wohl das bekannteste Seetieröl, das auch für die Herstellung von Margarine genutzt werden kann. Es hat einen hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren, denen eine positive Wirkung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen zugeschrieben wird
Seetransport: früher wurden nicht nur Touristen, sondern auch Vieh und Pferde über den See transportiert
Seetüchtigkeit: Beherrschung des Seegangs, Fähigkeit, eine Kenterung zu meistern, eine Seetour zu planen
Seeungeheuer: Urnie (Wikipedia) war die Attrappe eines Ungeheuers in der Art des Ungeheuers von Loch Ness, die im Sommer 1976 auf einem 200 m langen Stahlseil durch das Wasser gezogen wurde und ferngesteuert auf- und abtauchen konnte. Urnie war mit einem Lautsprecher ausgestattet, der das Gebrüll eines Ungeheuers nachstellte. Zwei Wochen lang wurde Urnie quer durch den Urnersee gezogen, ohne Aufsehen zu erregen. Erst als die Redaktion von Teleboy Fotos des Ungeheuers an die Zeitung Blick schickte, wurde Urnie zum Thema. Im Januar 1977 wurde der Scherz aufgedeckt. Dadurch wurden auch Aussagen einzelner Personen als falsch entlarvt, die behaupteten, das Ungeheuer schon 1975 und früher gesehen zu haben. Im Rahmen einer Ausstellung des Kunstmuseums Luzern wurden 2006 die Fotos zusammen mit anderen Bildern des Vierwaldstättersees präsentiert. Dazu wurde kommentiert, Kurt Felix habe mit seiner Inszenierung "ein bleibendes Bild dieses Sees kreiert."
seeuntüchtig: das Gegenteil von seetüchtig
Seeverbindung: erst ab 1956 konnten die Kinder von Seedorf auf der Strasse nach Bauen in die Schule gebracht werden, vorher mussten sie die Seeverbindung per Ruderboot benützen
Seeverkehr: ist am Urnersee im Winter nur an Sonntagen zu haben
Seeversicherung: deckt allgemeines Risiko, das beim Transport von Gütern auf See entsteht.
Seevogel: Seevögel geben sich mit dem Urnersee nicht zufrieden, sie brauchen die Weite des Meeres
Seevolk: der Urnersee macht die Urner nicht zu einem Seevolk
Seewalzen: bis zu zwei Meter lange Stachelhäuter, die in Japan als Delikatesse angeboten werden
Seewarte: Haus am See von wo aus man Windsurfer, Kitesurfer, Wakeboarder, Segler beobachten kann
seewärts: seewärts wohnen, wer möchte das nicht? Gute Aussicht ist unbezahlbar.
Seewasser: das Seewasser des Urnersees ist nicht nur blau, manchmal auch türkis, blaugrün und violett, je nach Wetter und Sonnenstand
Seeweg: Von Flüelen bis Luzern, schon früher ein Handelsweg, der den Süden mit dem Norden verband
Seewind: Eine thermische Ausgleichsströmung, die Ursache für die Herausbildung des jeweiligen Windes ist thermischer Natur und beruht auf der zwei- bis dreimal so schnellen Erwärmung bzw. Abkühlung der Luft über einer Landoberfläche im Vergleich zu einer Wasseroberfläche.
Seewolf: Der Fisch kann 15 kg schwer werden, er hat ein abschreckendes Aussehen, wird oft deswegen ohne Kopf verkauft, und ein äusserst scharfes Gebiss.
Seezirkulation: Begriff aus der Hydrologie, Durchmischung des Wasserkörpers eines Sees.
Seezeichen und Schifffahrtszeichen: hör- oder sichtbare Markierungen. Lichtsignale bei der Isleten blinken heisst für Einheimische: Es gibt Wellen, Surfbrett holen und ab auf die See, äh wollte sagen: ab auf den See!
Seezunge: Plattfisch, Urnersee zu tief und zu warm für diese Fische
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22. Juni 1309 / Luzerner dürfen den See befahren
In der Kirche von Stans NW unterzeichnen Graf Wernher von Homberg, Reichsvogt der Waldstätte, und der Schwyzer Landammann Konrad ab Iberg ein Dokoment, mit dem der habsburgischen Stadt Luzern freie Schifffahrt auf dem Vierwaldstätter See zugesichert wird.
Künftig dürfen Luzerner Schiffe zwischen Luzern und Flüelen von Leuten aus den Waldtätten nicht mehr belästigt werden. (Quelle Chronik der Schweiz / ex libris / Chronik Verlag)
1823: Dampfschiff "Guillaume Tell" befährt den Genfer See
28. Mai 1823: Als erstes dampfgetriebenes Schiff der Schweiz wird der von einem US-amerikanischen Ingenieur gebaute Passagierdampfer "Guillaume Tell" in Genf zu Wasser gelassen.
Ein Augenzeuge berichtet eindrucksvoll von der Jungfernfahrt: "Als der 'Wilhelm Tell' diese Rundfahrt zum ersten Mal machte, war das Erstaunen der Uferbewohner beim Anblick dieser neuen Schifffahrt ohne Segel und Ruder grenzenlos.
Alles eilte herbei und bezeugte durch Geschrei und tausende Demonstrationen seine Überraschung; wenig fehlte, so hätte man über Hexerei gezetert. Manche glaubten, der Teufel einzig könne diese wunderbare Maschine treiben... Man sah auch Schiffer, wie sie dem 'Wilhelm Tell' mit Rudern folgen wollten; aber schon in zwei Minuten liess er sie weit hinter sich" (Quelle Chronik der Schweiz / ex libris / Chronik Verlag)
1959 "Stadt Luzern" und "Uri" zusammengestossen
Auf dem Vierwaldstättersee bei Luzern stiess am Mittwoch das grosse Dampfschiff "Stadt Luzern" bei einem Landungsmaöver mit dem Dampfer "Uri" zusammen, der an der Alpnachlandebrücke lag. Beide Schiffe wurden am Heck beschädigt, die "Stadt Luzern" so schwer, dass sie einige Tage ausser Betrieb gesetzt ist. Die Ursachen des Zusammenstosses konnten noch nicht ermittelt werden.
Urner Wochenblatt / 33. Jahrgang, Juni 1959
Aus Urner Wochenblatt, 133. Jahrgang: Vor fünfzig Jahren
1959 Der neue DGB-Dampfer "Schwyz"
Urner Wochenblatt, Mittwoch, 22. Juli 2009 / Vor 50 Jahren
Flüelen / Der neue DGB-Dampfer "Schwyz".
Die Dampfschiffgesellschaft des Vierwaldstättersees nahm ihr neues Motorschiff "Schwyz" in Betrieb, welches das alte Dampfschiff "Schwyz" ersetzt. Zahlreiche Vertreter innerschweizerischer Behörden und gesamtschweizerischer Organisationen nahmen an der Jungfernfahrt des modernen Schiffes teil und wurden an Bord von Direktor Alexander Perrig, Präsident des Verwaltungsrates, begrüsst, worauf der Luzerner Pfarrer Hermann Keinle dem Schiff und allen, die mit ihm fahren werden, den Segen erteilte. Dann übergab der Landammann des Standes Schwyz, Regierungsrat Fritz Husi, der Dampfschiffgesellschaft zwei Präsente: einen alten Stich von Matthäus Merian und ein Temperabild des Goldauer Malers Hans Schilter, die in Zukunft das Schiff schmücken werden.
Das Zweideck-Dieselmotorschiff "Schwyz" wurde in der Werft der Dampfschiffgesellschaft des Vierwaldstättersees, Luzern, erbaut. Es ist insgesamt 58,3 m lang, 11,27 m breit, verdrängt in betriebsfertigem Zustande unbeladen 265 Tonnen und fasst 1 000 Personen. Es verfügt über zwei Zweitaktdieselmotoren zu sechs Zylindern, über eine elektrische Zentrale mit zwei Viertaktdieselmotoren und kann vom Steuerhaus und von der Kommandobrücke aus mittels elektrohydraulischer Ruderanlage gesteuert werden. Auch die Maschinenanlage wird durch Fernsteuerorgane bedient, so dass das Schiff einer Besatzung von nur fünf Mann bedarf. Am Sonntag zeigte sich das neue Schiff am Mittag auch hier und das allgemeine Urteil lautete: "Ein prächtiges Schiff".
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