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| Guetnacht Suworow auf Glarnerisch und das Suworow-Haus in Altdorf |
Auf der Homepage der Gemeinde Seedorf findet man folgende Angaben über das heimelige Schloss:
Ein leuchtendes Wahrzeichen dieser barocken Epoche ist das malerische Weiherhaus im unteren Dorf. Es heisst nach der Erbauerfamilie Schloss A Pro. Das Geschlecht stammt aus Prato in der Leventina und wanderte noch im 15. Jh. in Uri ein. Durch Handelsgeschäfte über den St. Gotthard, wofür in Seedorf Susten und Ökonomiebauten errichtet wurden, und durch erfolgreiches Militärunternehmertum vor allem im Dienste der französischen Krone gelangte die Familie zu Reichtum und Ansehen. Sie wurde 1544/46 vom französischen König und vom deutschen Kaiser in den Adelsstand erhoben.
Landleute von Uri seit 1513, hielten die A Pro verschiedene Ämter inne und erreichten mit Peter A Pro 1567 die Würde des Landammanns.
In den Jahren 1555-1558 erbauten Jakob und Peter A Pro in der Nähe ihrer Geschäftsbauten das repräsentative Schloss als äusseres Zeichen des Familienglanzes. Der Bau wurde 1561- 1562 nach Süden erweitert und durch das turmartige Stiegenhaus ergänzt. Die hochgieblige Architektur ist der Spätgotik und frühen Renaissance verpflichtet. Die Anlage erhält durch die historisierende Befestigung mit zinnenbewehrter Umfassungsmauer und Wassergraben sowie durch den Schlossgarten einen zusätzlichen, stimmungsvollen Akzent.
Im Innern sind im Erdgeschoss der Rittersaal, im ersten Stock die Prunkstube mit prächtigem Turmofen, im zweiten Stock der grüne Saal mit Dekorationsmalereien und Bildtafeln alttestamentlichen Inhalts, im Turm eine kleine Kapelle zu bewundern.
Im ausgehenden 19. Jh. erhielt das Schloss aus der alten Tellskapelle am See zusätzliche, wertvolle Ausstattungsstücke: naiv-anmutige Fresken zur Urschweizer Befreiungstradition und grossflächige Darstellung der Schlachten von Morgarten und Sempach. Das Schloss A Pro wird von der Kunstwissenschaft als einer der schönsten Weiherhaussitze des 16. Jh. gewürdigt.
Bereits 1588 starb die Familie A Pro im Mannesstamme aus Noch zu Lebzeiten hatte Ritter Peter A Pro sein grosses, liegendes Vermögen als Fideikommiss bestimmt, dessen Erträgnisse für die gewerbliche Ausbildung der Urner Jugend verwendet werden sollten. Zum Stiftungsgut gehörte auch das Schloss. Weil die Fideikommissverwaltung die Unterhaltslasten nur mehr schwer zu tragen vermochten, erwarb der Kanton Uri das Baudenkmal 1959 für Repräsentations- und Ausstellungszwecke.
In den Sechziger- und Achtzigerjahren wurde das Gebäude innen und aussen gründlich restauriert. Es gehört heute zu den meistbeachteten Sehenswürdigkeiten der Gemeinde und wird jeden Sommer von zahlreichen Gästen besucht.
Seit dem 25. März 2009 kann man sich im Schlossrestaurant A Pro in historischem Ambiente kulinarisch verwöhnen lassen.
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Link Gastronomie Schloss A Pro
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Ein Schotte auf Tells Spuren und auf dem "Weg der Schweiz"
Der schottische Journalist Gavin Bell schreibt über den "Weg der Schweiz", er nennt ihn "The path of no resistance" und über den Kanton Uri
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Wie wirkt die Landschaft des Kantons Uri wohl auf Touristinnen und Touristen? Eine mögliche Antwort darauf liefert der schottische Journalist und Autor Gavin Bell. Er hat Ende Mai im Auftrag des "Herald Magazine" aus Edinburgh den Kanton Uri und den "Weg der Schweiz" besucht. Sein vor rund zwei Wochen in Schottland erschienener Artikel wurde für das "Urner Wochenblatt" übersetzt. Er führt Urnerinnen und Urnern neu vor Augen, wie ihre Heimat auf auswärtige Gäste wirkt. Ein Fazit des Textes vorweg: Gavin Bell ist vom Vierwaldstättersee begeistert. Für ihn ist der "Weg der Schweiz" ganz einfach "wohl einer der besten Wanderwege der Welt."
Urner Wochenblatt Mittwoch. 8.Juli 2009
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Vergessen Sie die Bilder, die Sie von Schokolandepackungen her kennen - das Herz der Schweiz ist meilenweit von Matterhorn oder Eiger entfernt. Es ist ein kleiner Flecken Gras mit Blick auf einen fantastischen See, von dem die meisten Leute wohl noch nie gehört haben, und umringt von schneebedeckten Bergen, die diesen Platz für Jahrhunderte geheim gehalten haben. Auch heute noch kann diese Wiese nur zu Fuss oder per Schiff erreicht werden!
Einendes Symbol Tell
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Die Rütliwiese am Urnersee fand Eingang in das nationale Bewusstsein der Schweiz, weil angeblich genau hier, am 1. August 1291, Männer aus den drei Kantonen den Grundstein für die Schweizerische Eidgenossenschaft gelegt haben. Sie schworen, sich gegenseitig gegen Feinde von aussen zu verteidigen. In Uri ist zudem das Heimatland von Wilhelm Tell, dem sagenumwobenen Bauern, der zum einenden Symbol dieses mehrsprachigen Länderpatchworks geworden ist.
Zum 700-Jahre-Jubiläum der geschichtlichen Ereignisse vom 1. August wurde rund um den Urnersee ein Wanderweg angelegt. Der "Weg der Schweiz" windet sich über 20 Kilometer durch Wälder, Wiesen und ein Naturschutzgebiet am See. Und das mitten in einer Berglandschaft, die sogar Gioacchino Rossini zu seiner opernhaften Hommage an die Tellsgeschichte inspirierte.
Unbekannter Weg
Obwohl er atemberaubend schön ist, wohl einer der besten Wanderwege der Welt, ist er bisher ausserhalb der Schweiz und Deutschland weitgehend unbekannt. So höre ich hier bei meiner Wanderung bei all den Velofahrern und Wanderern, die sich stetig grüssen, nur einmal ein englisches Wort. Später stehe ich auf dem Hauptplatz von Altdorf, einer kleinen Provinzstadt, wo der Apfelschuss stattgefunden haben soll.
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Eine grosse Bronzestatue erinnert hier an das Ereignis: Einen muskulösen Tell, der, die Armbrust über die Schulter gelegt, furchtlos in die Ferne schaut. Sein Sohn blickt derweil bewundernd zu ihm auf. Falls Tell heute sein Ziel verfehlte, würde er wahrscheinlich eine Bank oder ein Uhrengeschäft treffen. Altdorf hat aber für den Erhalt seines charakteristischen Dorfbildes - mit seiner bereits von Goethe, Königin Victoria und Lord Byron bewunderten mediterranen Renaissance-Architektur - einen nationalen Preis gewonnen. Es ist ein gemütlicher Ort, mit einer freundlichen Atmosphäre und Autolenkern, die noch für Fussgängerinnen und Fussgänger anhalten.
Wilhelm Tell soll im Dorf Bürglen gelebt haben. Dort ist ihm ein Museum gewidmet, wo Tellbilder auf Uhren, Buntglas, Tellern, Bierkrügen, Spielkarten und Wetterfahnen gezeigt werden. Da niemand bis heute weiss, wie Tell ausgesehen hat, variieren die ausgestellten Darstellungen vom bärtigen Krieger bis hin zum Schauspieler, wie er wohl bei Shakespeare auf der Bühne gestanden hat. Die Legende des Volkshelden lebt auf jeden Fall im Stile eines alpinen Gemisches zwischen Robin Hood und Rob Roy weiter.
Ein schottisches Lied erklingt
Einer der Vorzüge des "Weg der Schweiz" ist, dass man, um ihm zu erleben, nicht die ganze Strecke laufen muss. Einzelne Etappen können per Bus oder Dampfschiff, die den Urnersee durchpflügen, erreicht werden: Nehmen Sie sich eine Etappe vor und hüpfen Sie auf den nächsten Bus oder das nächste Schiff!
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Meine ersten Schritte auf dem Wanderweg mache ich in Flüelen, einem Dorf am Südende des Sees, das gleichzeitig auch Endstation für die Raddampfer ist. Der Weg führt hier zunächst der Bahnlinie entlang und verschwindet dann im Wald. Dort steigt er an und führt hoch über dem See um eine gewaltige Felsklippe herum. Als ich wenig später das sanfte Bimmeln von Kuhglocken geniesse, überdeckt plötzlich eine ohrenbetäubende Version der Wilhelm-Tell-Ouvertüre alle anderen Geräusche.
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Der Lärm kommt vom grössten Glockenspiel der Schweiz. Aufgestellt in einer Lichtung neben dem "Weg der Schweiz" hat es etwa 20 Stücke im Repertoire, die per Knopfdruck ausgewählt werden können. Und so schaffe ich es, dass schon bald das schottische Volkslied "Auld Lang Syne" inmitten der Alpen erklingt. Ziel meiner Wanderung ist die Tellskapelle. Es ist ein ruhiges Plätzchen, wo die Wellen sanft gegen das bewaldete Uferschlagen. Der exzentrische König Ludwig II. von Bayern wollte an dieser Stelle eine kolossale Tellstatue errichten lassen, unter der sogar grosse Schiffe hätten durchfahren können. Glücklicherweise wurde ihm die Erlaubnis zur Ausführung seines Plans verweigert, sodass einzig ein kleines Café mit einer offenen Terrasse in der Nähe steht - der perfekte Platz, um auf das nächste Schiff zurück nach Flüelen zu werten.
Nur für Schweizer?
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Ein etwa 5 Meilen langes Teilstück zwischen der Rütliwiese und dem kleinen Dorf Bauen soll die Etappe mit den besten Aussichtspunkten sein. So stehe ich bald schon auf dem Rütli. Eine riesige Flagge markiert hier den Platz, der als Wiege der Eidgenossenschaft gilt. Nebenan versorgt ein Restaurant die Wanderer mit währschaftem Essen und einheimischer Musik. Es gibt keine Strassen auf das Rütli. So sind der Wind, das Plätschern des Wassers und die singenden Vögel die einzigen Geräusche, die mich begleiten. Der Weg windet sich durch steil zum milchig grünen See abfallenden Wiesen empor, die voller wilder Blumen und Schmetterlinge sind.
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Aus dem Wald kommend eröffnet sich dem Wanderer die Sicht auf ein Panorama über den See und die gewaltige Gruppe zerklüfteter Gipfel rund um den Gotthardpass, die wie eine undurchdringliche Barriere aussehen. Während Jahrhunderten haben diese Berge die Bauern der vier Gründerkantone im Land ein-, und - was noch wichtiger ist- ausländische Invasoren ausgeschlossen. Irgendwie überkommt mich der Gedanke, dass diese Region so weinig bekannt ist, weil die Schweizer sie nur für sich haben wollen.
Weltregierung
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Hoch über dem Rütli entdecke ich eine extravagante Kuriosität: In einem Dorf mit knapp 600 Einwohnerinnen und Einwohnern steht ein viktorianisches Gebäude, in dem wahrscheinlich alle von Ihnen Platz hätten. Das einst als Grand Hotel genutzte Gebäude, nun ist es das Hauptquartier einer Weltregierung oder besser gesagt die Maharishi European Research University. Eine Tafel vor dem Gebäude erklärt, dass "Seine Heiligkeit" Maharishi Mahesh Yogi 1976 die Weltregierung gegründet habe, und dass seither alle zufrieden und glücklich seien und im Einklang mit der Natur leben würden. Bei aller Fairness: Das war sicher vor dem Irakkrieg und der globalen Erwärmung. Hingegen ist es schon einfach, zu glauben, in der Welt sei alles gut, wenn man wie ich auf einem Waldweg zu einer sonnendurchfluteten Lichtung hoch über einem kleinen See spazieren kann.
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Der See wird von einem Berg eingerahmt, der aussieht wie das Bühnenbild für "The Sound of Music". Hier setze ich mich für eine Hittagsrast zwischen Blumen und träge summenden Insekten nieder, schlage meinen Sonnenhut ein wenig zurück und denke darüber nach, dass sich "Seine Heiligkeit" einen guten Platz ausgesucht hat, um über die Welt zu herrschen.
Etwas weiter den Weg entlang komme ich zu einem Bauernhaus, das Reklame macht für Schlafen im Stroh. Die Idee dahinter ist, dass man den Frieden und die Schönheit der ländlichen Gegend geniesst, sich ein herzhaftes Essen mit dem Bauern und seiner Familie gönnt und anschliessend in einem wohlriechenden Stall auf Stroh schläft.
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Ein beeindruckender Abstieg und eine Steintreppe im Wald führen schliesslich zum Dorf Bauen, das direkt am See liegt und sowohl für seine Palmen und Bananenbäume als auch für den Lokalhelden Alberik Zwyssig bekannt ist. Er komponierte die Musik zu einem Psalm, der später zur schweizerischen Nationalhymne wurde. (Sie ersetzte übrigens eine ältere Nationalhymne, die aus einer Strophe von "God save the Queen" bestand: kaum zu glauben!)
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Abseits des "Weg der Schweiz" gibt es zudem viele Seilbahnen, die zu höhergelegenen Wanderwegen führen. Im Gasthaus Gitschenen in Isenthal etwa werden auch Kurse im Jodeln, Holzschnitzen oder Alphornblasen angeboten. Hier gehe ich an einem Sonntag vorbei und höre in einer kleinen Kapelle ein Posaunenquartett spielen. Und nur ein wenig später tönt der unverwechselbare tiefe Ton des Alphorns durch die Alpenwelt. Das ist dann schon fast eine Parodie auf das Schokoladen-Verpackungs-Bilder der Schweiz.
Übersetzung: Ralph Aschwanden. Mit Genehmigung des Autors abgedruckt.
Artikel aus dem "Herald Magazine"
Im Auftrag und in Zusammenarbeit mit den Tourismusorganisationen der Zentralschweiz und des Kantons Uri begleitet Tourist Info Uri immer wieder Journalisten aus aller Welt während ihres Besuchs in Uri. Der schottische Reisejournalist Gavin Bell hielt sich in diesem Jahr am Pfingstwochenende während vier Tagen am Urnersee auf und wanderte auf zwei Teilstücken des "Wegs der Schweiz". Seine Eindrücke hat er in einem Artikel niedergeschrieben. Sein Bericht, der hier in einer gekürzten Übersetzung wiedergegeben ist, erschien am 9. Juni unter dem Titel "The path of no resistance" im "Herald Magazine" in Edinburg. (raa).
Bauen - Flüelen - Axenstrasse - Glockenspiel - Tellskapelle - Tellsplatte - Bauen
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Auf dem Bild haben wir soeben das romantische Dorf Bauen in einer Bucht am Urnersee im Hintergrund verlassen und fahren an der Isleten vorbei. Wir hören, wie Touristen sich über die Löcher im Felsen wundern. Gut Informierte geben Auskunft: Das sind die Fussgängertunnels am Weg der Schweiz! Darauf meint einer: "Typisch Schweizer! Die bohren überall Löcher rein, genau wie im Käse!" Heute ist das Wasser besonders ruhig. "Leider!" würden die Surfer, die hier gerne im Föhnwind, ihr Können zeigen, sagen.
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Auf der anderen Seite des Sees entdecken wir noch andere, beeindruckendere "Löcher". Es sind die der alten Axenstrasse. Ein Kunstwerk und eine unglaubliche Fleissarbeit aus früheren Zeiten. Die Strasse dient heute den Fussgängern und den Velofahrern, wie wir dann später an Ort und Stelle sehen werden.
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Geografie aus der Gemeindehomepage von Flüelen:
An den Flanken des Urnersees steigen steile Felswände empor. Dies ist das Werk des Reussgletschers. Das Eis formte aber auch Terrassen wie das Plateau von Seelisberg, die Geländestufen von Bärchi und Beroldingen auf der linken sowie die Terrassen der Axenberge und von Morschach auf der rechten Seeseite. Auf seinem Rückzug bildete der Gletscher mit dem See den fjordähnlichen Zugang zum Urnerland. Die Landwege an den beiden Seeufern waren beschwerlich und hatten die erwähnten Geländestufen zu überwinden. Am rechten Ufer führte der Weg schmal von Brunnen über den Axenberg nach Flüelen.
Die geografische Lage des quer zur Tal- und Seeachse liegenden Gebirgszuges verhalf dem Gebiet zu seinem passenden Namen: Axen leitet sich von Achse ab. In der Etymologie besteht jedoch selten einhellige Meinung. Ein anderer Ansatz führt den Namen auf das Wort "akso" zurück, was Weide bedeutet. Der Name hat sich von den beiden Bauernhöfen auf dem Ober- und Unteraxen auf das ganze Massiv übertragen.
Die Erosion und Felsabstürze sorgten immer wieder für vertikale Störungen. Namen wie Sturzegg, Lauwital oder Schafribizug geben Zeugnis von der Unruhe der Natur. Mitte Mai 1801 erfolgte im Gebiet Buggi ein grosser Felsplattenabsturz. Auf der Länge von 300 und der Höhe von 250 Metern stürzte der Fels in den See. Die gewaltige Flutwelle zerstörte in Sisikon vier Wohnhäuser, eine Sägerei und einen Stall. 14 Menschen und 20 Stück Kleinvieh fanden bei der Katastrophe den Tod. Der Höhenweg war nach dem Felssturz teilweise nicht mehr begehbar.
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Über diese elegante Brücke werden wir später spazieren und mit einem gewissen Schaudern über das Geländer in die Tiefe blicken.
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Vom Boot aus sieht die Brücke noch abenteuerlicher aus.
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Übrigens: Im Urner Wochenblatt / 133. Jahrgang / Nr. 46 / Mittwoch, 17. Juni 2009 stand geschrieben:
Vor hundert Jahren / Urner Wochenblatt / 33. Jahrgang / Aus den Regierungsratsverhandlungen vom 5.Juni
Sicherung der Axenstrasse gegen Automobilunfug
Einer aus den Gemeinden Altdorf, Flüelen und Sisikon eingereichten Petition, es möchte in der Zeit vom 1. Mai bis 1. Oktober die Axenstrasse von vormittags 10 Uhr bis abends 5 Uhr für den Automobilverkehr gänzlich gesperrt werden, kann angesichts der ablehnenden Haltung der schweizerischen Behörden und namentlich mit Rücksicht auf die hiemit verbundene schwere Schädigung der Fremdenindustrie keine Folge gegeben werden, dagegen wird beschlossen, die Axenstrasse soll von Automobilen nur in sehr mässigem Tempo (10-15 km) befahren werden dürfen. An allen scharfen Kurven und gefährlichen Stellen sollen Warnungstafeln mit den vom schweizer. Automobilklub gewählten Warnungszeichen und der Aufschrift "Autos 12 km" angebracht werden.
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Interessant sind auch die gefalteten Steinschichten, die bei der Entstehung der Alpen mit hohem Druck entstanden sind. Ein Bilderbuch für Geologen findet man rund um den Urnersee.
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Für die meisten Leute heisst es nun "Bereit machen zum Aussteigen, Endstation Flüelen!" Noch hat man die Gelegenheit, Maschinenöl zu schnuppern, wenn man sich auf einem Dampfschiff befindet, während es in den Hafen gleitet. Im Sommer gibt es Gäste, die gleich sitzen bleiben und wieder zum Anfang der Reise zurück fahren, vielleicht sogar bis Luzern...
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Wir sehen uns zunächst am Hafen etwas um und entdecken die elf Meter hohe und fünf Tonnen schwere Eisenplastik "Schwurhände" des Berner Künstlers Werner Witschi (1906-1999). Er hat sie für die Expo 1964 geschaffen, später wurde sie von der Stadt Lausanne dem Kanton Uri geschenkt. Die vier Schwurhände symbolisieren die Viersprachigkeit der Schweiz. Allerdings hat man als erste Assoziation den Rütlischwur! Passend zum Standort der Plastik mit Blickrichtung Seelisberg-Rütli (hinter dem Berg)!
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Das alles interessiert die Enten und Schwäne kein Bisschen! Sie betteln lieber und hoffen auf Brotstückchen. Man könnte meinen, sie seien unterernährt, dabei finden wir in der Nähe des Hafens ein Schild, man soll doch bitte den See nicht missbrauchen und jede Menge von altem Brot reinschmeissen.
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Sehr intensiv wird auch am Gefieder geputzt. Wir beneiden den Schwan, der mit seinem schlanken, unglaublich beweglichen Hals Verrenkungen macht, dass uns beim Zugucken fast die Halswirbel schmerzen.
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Viele Leute marschieren in Richtung Bahnhof SBB, vielleicht wollen sie weiter ins Tessin, oder gar per Wilhelm-Tell-Express nach Italien reisen. Im Wartesaal dominiert das bekannte Wandbild von Heinrich Danioth (geb. 1896 in Altdorf, gest. am 3. November 1953 in Flüelen, wo er seit 1929 wohnte).
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Das Bild stellt die "Föhnwacht" dar. Ich erinnere mich, gelesen zu haben, dass diese Männer nur für die Dauer der Arbeit an Föhntagen Lohn erhielten. Auf ihren Kontrollgängen mussten sie die Bevölkerung mit dem Föhnhorn alarmieren und dafür sorgen, dass niemand vergessen hatte, das Herdfeuer zu löschen. Feuer und Föhnsturm waren früher, wie man es sich leicht vorstellen kann, die ärgsten Gefahren für die Dörfer.
Florian Lusser schreibt zum Föhn, dem ältesten Urner Einwohner:
Är bricht eim Dächr, Baim und Pfeischter,
är lärmt und spukt wie beesi Geischter.
Yer Lytä! Tiend em d'Ehr nur a,
D'r Fehn, der isch ä stolze Ma.
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Bei der Homepage http://www.fluelen.ch/HS_Gebaude.htm fand ich folgenden Text: "Wohl im frühen 13. Jahrhundert wurde unmittelbar ausserhalb des damaligen dörflichen Komplexes ein von Gräben umgebener, befestigter Wehrturm von grosser Mauerstärke erbaut, der in seiner Situierung keineswegs auf den Schutz der Siedlung angelegt war, sondern auf den Beginn der Gotthardstrasse. Offensichtlich im Zusammenhang mit diesem Feudalsitz entstand am oberen See-Ende eine grosse Hafenanlage (an Stelle des heutigen Bootshafens). Über die Entstehung liegen keine schriftlichen Quellen vor. Aus der Lage des Turms, seiner grossen Mauerstärke und der ihn einst umgebenden Gräben geht hervor, dass er als wehrhafte Anlage von einem hochadeligen Besitzer errichtet worden war, der somit die Gotthardroute kontrollieren konnte. Auffallenderweise sind die ersten bekannten Besitzer der Burg, Freiherr Johann von Attinghausen (geb.1358/59) und die Rudenz als dessen Erben, die Inhaber des Reichzolls von Flüelen. Die älteste Erwähnung des Turms datiert von 1369. Der Name Rudenz ist dem Bau haften geblieben, vermutlich weil die Familie, im Gegensatz zu den Vorbesitzern, im Turm festen Wohnsitz hatte. Mit Johann von Rudenz erlosch das Geschlecht bereits kurz vor 1382. Das Schloss Rudenz steht heute im Besitz der Einwohnergemeinde Flüelen. Der Rudenzpark ist öffentlich zugänglich und es befindet sich auf dem schönen Schlossareal ein Kinderspielplatz.
Wie bei einem Schloss häufig spinnen sich um den Bau geheimnisvolle Legenden. So soll das Schloss Rudenz und das Schloss der Edlen von Seedorf durch einen unterirdischen Gang verbunden gewesen sein. Ein zweiter Gang soll nach dem Seeufer und ein dritter in das Nebengebäude des Hotels Ochsen geführt haben.
Im Land vor dem heutigen Schlossportal zeigten sich bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts auf dem Boden drei grosse, kreisrunde Flecken. Trotz wiederholtem Umgraben und Ersetzen der oberen Erdschichten wollte dort kein Gras wachsen. An diese Erscheinung knüpfte sich die Geschichte eines Meuchelmordes, der von einem einstigen Schlossbesitzer an dieser Stelle verübt worden sei. Durch Benediktion und fromme Gebete konnte diese eigenartige Erscheinung gebannt werden."
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Bleiben wir bei Märchen und Fabeln! Weiter hinten im Dorf finden wir Schneewittchen und viele Zwerge, Rehlein und alles, was so ins Zwergenland gehört. Mit viel Fantasie und Liebe hergerichtet und bepflanzt.
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Wunderbar ist der Weg, der auf und ab durch einen romantischen Wald führt. Schatten und Licht im Wechsel, und dazu immer wieder einen kurzen Blick durch das Blättergewirr auf den Urnersee.
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Kurz darauf verlassen wir den Wald und hier treffen die alte und neue Axenstrasse zusammen. Auf der Seite http://www.schweizerseiten.ch/info/axenstrasse.htm kann man folgenden Text lesen:
"Als 1865* die Axenstrasse eröffnet wurde, war sie mit einem Schlag eine Sehenswürdigkeit allerersten Ranges und wurde als schönste Strasse Europas bezeichnet. Gefühlvoll in die Landschaft eingefügt, und - wo es nicht anders ging - durch technische Wunderwerke wie Tunnels, Galerien und Brücken unterstützt, fügt sie sich dem Gelände vollkommen ein und führte in phantasievollen Serpentinen dem See entlang, dabei immer wieder neue und unerwartete Ausblicke öffnend. Die notwendigen Abschrankungen waren aus Stein, dem Material der Umgebung, gemauert und verbanden sich dadurch aufs vollkommenste mit der Natur. Selbst wer im Auto oder mit dem Fuhrwerk hier durchfuhr, befand sich immer in direktem Kontakt mit der überwältigenden Natur.Heute ist die Landschaft und der See fast unverändert, der Waldbestand hat sichtlich zugenommen, ein gutes Zeichen..."
Unterwegs ärgern wir uns kurz über ein Übel, das nicht von heute ist, entdeckt man Fridolin Tschudis leider so aktuelles Gedicht
Das alte Lied
Ich ging im Walde
so für mich hin,
und nichts zu suchen,
das war mein Sinn.
Jedoch o weh! das, was ich fand,
ist meiner Klage Gegenstand:
ich fand im dunklen Waldrevier
Konservenbüchsen und Papier,
Papier, Papier und überall
vom Rost zerfressenes Metall,
zermalmt, verschmiert, verbeult, verdreht,
doch nicht vom Wind hierhergeweht,
vielmehr von denen unentwegt
verstreut, verschüttet, hingelegt
und fortgeschmissen, taub und blind,
die sozusagen Menschen sind,
weil Säue (heisst es allgemein)
es nicht gewesen können sein.
Hier traf ich haufenweise Schmutz
trotz Heimat- und Gewässerschutz.
Den Dreck trifft man im Schweizerland
an manchem Wald- und Wiesenrand
und, wenn nicht dort, bestimmt seit je
in jedem einst so saubern See,
der, algengrün und rot vor Scham
sich deshalb längst das Leben nahm
und, wie das Lied hier expliziert,
nur noch als Leiche existiert .....
Ich ging im Holz so für mich hin,
und goethisch-heiter war mein Sinn,
jedoch o weh! er war's nicht mehr
nach all dem Unrat ringsumher.
Fridolin Tschudi (1912-66)
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Im Hintergrund ist Flüelen erkennbar
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Und hier befinden wir uns auf der eleganten Brücke mit dem schwindelerregenden Tiefblick!
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Davon erholen kann man sich auf dem weichen Waldweg im Schatten wunderschöner alter Bäume. Hier möchte man ein Eichhörnchen sein!
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Ein Blick zurück zeigt uns die Brücke in einer anderen Perspektive.
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Eingefügt: Zur Einweihungsveranstaltung am Samstag, 17.Mai 2008, Abschluss des Projektes "Sicherung Weg der Schweiz"
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Einige kleine fotografische Einblicke auf die Besichtigung vor Ort zum erfolgreichen Abschluss des Projektes.
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Unter den alten Bäumen, die schon lange auf der Aussichtskanzel stehend jedem Föhnsturm getrotzt und die mit ihrer Ausstrahlung ein Kräftefeld aufgebaut haben, das viele Leute gerne und immer wieder besuchen, wurde uns der Werdegang des Projektes erklärt, die Planierung einiger Stellen, das Aufstellen der Bänke mit den Namen der Sponsoren, das Errichten des Holzgeländers, das von oben her kommend wie ein Leitfaden auf den Höhepunkt hin führt: zum anregenden Blick auf den Urnersee.
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Das Projektteam Andrea Frei, Andrea Witzel, Susanne Mey und Alfred Durrer konnten lobende Worte des Regierungsrats Josef Dittli entgegen nehmen, der es sich nicht nehmen liess, gleich auf dem "Waldthron" eine Probesitzung abzuhalten.
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Alle Anwesenden waren des Lobes voll für Idee und Ausführung und hoffen, der romantische Ort wird von allen Touristen, die in den Genuss der heimeligen Grillstelle so sauber und aufgeräumt verlassen werden, wie er sich an der Einweihung des Projekts bietet.
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Weiter geht es mit der Wanderung
Und nun stehen wir vor dem grössten Glockenspiel der Schweiz. Vom Schiff aus kann man es im Sommer grad noch entdecken.
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Die Schokoladeindustrie hat sich in Sisikon UR, am Weg der Schweiz, zum ersten "Tag der Schweizer Schokolade" ein Denkmal gesetzt, zur Freude vieler Passanten, die unter 20 verschiedenen Melodien ihr Lieblingslied aussuchen kann. Die Qual der Wahl! 37 Glocken mit einem Bronzegewicht von gegen 6000 kg ertönen und vibrieren, dass es eine Freude ist.
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Refrain des Liedes von Manni Matter:
Mys Käthi schmöckt nach Schoggola
äs schaft bim Tobler z'Bärn
U mängisch bissis eifach a
so hani z'Käthy gärn.
As isch mi Toblärone
u eis möcht ig betone.
I liebe z'Käthy meh
als türi Pralinee!!!!!
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Wäre man ein Vogel, so könnte man vom Glockenspiel aus direkt über den See nach Bauen fliegen, genau so wie die Töne!
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Die zehn Minuten sind rasch vorbei! Das Glockenspiel verstummt und die Stille des Wanderwegs umhüllt uns wieder. Das Glucksen und Rauschen der Wellen kommt näher.
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Durch eine Lücke im Blätterwald entdecken wir unter uns das Spitztürmchen der Tellskapelle
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Eine Beschreibung der Kapelle befindet sich an einer anderen Stelle dieser Homepage, im Kapitel "Uri/Spezial".
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Wilhelm Tell / Friedrich Schiller / Vierter Aufzug, erste Szene)
Tell:
So fuhren wir dahin,
Der Vogt, Rudolf der Harras und die Knechte.
Mein Köcher aber mit der Armbrust lag
Am hintern Gransen bei dem Steuerruder.
Und als wir an die Ecke jetzt gelangt
Beim kleinen Axen, da verhängt' es Gott,
Dass solch ein grausam mörderisch Ungewitter
Gählings herfürbrach aus des Gotthards Schlünden,
Dass allen Ruderern das Herz entsank,
Und meinten alle, elend zu ertrinken.
Da hört' ich's, wie der Diener einer sich
Zum Landvogt wendet' und die Worte sprach:
"Ihr sehet Eure Not und unsre, Herr,
Und dass wir all' am Rand des Todes schweben -
Die Steuerleute aber wissen sich
Für grosser Furcht nicht Rat und sind des Fahrens
Nicht wohl berichtet - Nun aber ist der Tell
Ein starker Mann und weiss ein Schiff zu steuern -
Wie, wenn wir sein jetzt brauchten in der Not?"
Da sprach der Vogt zu mir: "Tell, wenn du dir's
Getrautest, uns zu helfen aus dem Sturm,
So möcht' ich dich der Bande wohl entled'gen."
Ich aber sprach: "Ja, Herr, mit Gottes Hilfe
Getrau' ich mir's und helf uns wohl hiedannen."
So ward ich meiner Bande los und stand
Am Steuerruder und fuhr redlich hin.
Doch schielt' ich seitwärts, wo mein Schiesszeug lag,
Und an dem Ufer merkt' ich scharf umher,
Wo sich ein Vorteil auftät zum entspringen.
Und wie ich eines Felsenriffs gewahre,
Das abgeplattet vorsprang in den See -
Fischer:
Ich kenn's, es ist am Fuss des grossen Axen,
Doch nicht für möglich acht' ich's - so gar steil
Geht's an - , vom Schiff es springend abzureichen -
Tell:
Schrie ich den Knechten, handlich zuzugehen,
Bis dass wir vor die Felsenplatte kämen,
Dort, rief ich, sei das Ärgste überstanden -
Und als wir sie frischrudernd bald erreicht,
Fleh' ich die Gnade Gottes an und drücke,
Mit allen Leibeskräften angestemmt,
Den hintern Gransen an die Felswand hin -
Jetzt, schnell mein Schiesszeug fassend, schwing' ich selbst
Hochspringend auf die Platte mich hinauf,
Und mit gewalt'gem Fussstoss hinter mich
Schleudr' ich das Schifflein in den Schlund der Wasser -
Dort mag's, wie Gott will, auf den Wellen treiben!
So bin ich hier, gerettet aus des Sturms Gewalt und aus der schlimmeren der Menschen.
Während wir aufs Schiff warten fällt uns auf, wie eine Birke sich mühsam und kraftvoll und erfolgreich den Wellen, dem Wind und dem Menschen entgegen stellt.
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Wir erwarten bei der Schiffshaltestelle "Tellsplatte" unser Schiff, dass uns nach Bauen zurückfährt, nur gerade über den See, eine Station, aber wir freuen uns wieder auf die Fahrt.
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Eine Schifffahrt ist immer lohnenswert. Als man Waren, Tiere und Menschen damals nur auf dem Wasserweg nach Flüelen bringen konnte, dachten die Leute anders. Das war mühsamer und viel zeitraubender als durch die heutigen Tunnels der Axenstrasse zu brausen. Auf den nächsten Bildern bekommt man davon einen kleinen Einblick.
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Per Zug werden Menschen und Lasten natürlich auch via Axen befördert, von Süden nach Norden mit Seesicht, in umgekehrter Richtung durch einen Tunnel.
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Bauen - Bärchi - Isenthal - Isleten - Bauen
Wanderung von Bauen bis Isenthal, auf dem Rückweg per Postauto Isenthal-Isleten, kurzer Marsch Isleten-Bauen (ein Stück vom Weg der Schweiz)
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Alter Landweg, einst die Verbindung zwischen Seelisberg-Bauen-Isenthal-Isleten
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Von Bauen aus durch Feld und Wald
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Ausblick auf den Urnersee, der an Tagen wie diesem mit dem Blau des Meeres in der Karibik konkurenziert
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Das Dörfchen Bauen immer kleiner verschwindet bald hinter Wald und Berg
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Hie und da Steinschlaggefahr oder Lawinenhänge
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Die abenteuerliche Luftseilbahn von Unter-Bärchi nach Ober-Bärchi (Wir bleiben lieber auf dem Wanderweg!)
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Bei Bärchi wunderbare Aussicht nach Sisikon, auf den Fronalpstock bis zum Ende des Urnersees und nach Brunnen
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Eine kleine Rast und Steicheleinheiten von zutraulichen und neugierigen Katzen
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In dieser beruhigenden Landschaft kann man die Seele auftanken
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Die Natur bietet nicht nur Farben, auch interessante Formen
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Beim Chäppeli ist die Aussicht auf Reussdelta, Reusstal und die Urnerberge ein Genuss
Link zu Wikipedia Isenthal Link zu Gemeinde Isenthal Link zu Gasthaus Tourist
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Beeindruckender Friedhof mit Holzschnitzereien
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Die alten Bauernhäuser sind eine Augenweide
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Interessante Details zu entdecken
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Ein Schmuckstück von einem Bauernhaus am Weg zum Zwergenwald
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Die Zickzackstrasse führt von Isenthal zur Isleten. Der dazu gehörende alte Landweg für die Wanderer war bis 1901 die einzige Verbindung zum Tal. (Hans Kempf von Bauen hat sich in seinem Amt als Gemeindepräsident sehr eingesetzt, dass der alte Landweg in Stand gestellt wurde. Mit einer grosszügigen Spende der Stadt Meilen erreichte er sein Ziel). Von Isenthal aus nahmen wir das Postauto. Der freundliche Chauffeur Tony Infanger fuhr uns routiniert zum Urnersee hinunter.
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Ende der Postautofahrt beim Seegarten bei der Isleten. Von da aus führt der Weg nach rechts im Bild in Richtung Schiffhaltestelle Isleten, und noch weiter ab und zu durch Wander-Tunnel bis zur sonnigen Halde mit den ersten Häusern von Bauen ganz rechts im Bild.
Link zu Restaurant Seegarten Isletenwww.schutz.wald.mensch.ch
Lernpfad Altdorf
Nehmen Sie an einer Auseinandersetzung der besonderen Art Teil - Naturgefahren, SChutzwald und Mensch
Länge: 8 km
Dauer: 2,5 std.
geführte Touren auf Anfrage möglich
www.altdorf.ch
Energieweg Altdorf
Der Energieweg soll die Menschen inspirieren, die Landschaft und ihre Zeichen aktiv wahrzunehmen und zu schätzen
Dauer: 30-120 Min.
www.erstfeld.ch
Erstfelder Brunnenweg
Nebst Bächen und Quellen begegnet man in Erstfeld einer Vielzahl an Brunnen. Alle führen frisches Trinkwasser und laden zu einem erholsamen Rundgang
Dauer: 30-120 Min.
geführte Touren auf Anfrage möglich
www.erstfeld.ch
Historischer Rundgang Erstfeld
SBB-Objekte und Dorf-Objekte öffnen den Blick auf das Eisenahnerdorf in einem neuen, faszinierenden Winkel
Dauer 1-1 1/2 Std.
geführte Touren auf Anfrage möglich
www.attinghausen.ch
Evolutionspfad Brüsti
Entdecken Sie unere Erdgeschichte von der Entstehung des Sonnensystems bis heute. 14 Info-Tafeln und Erlebnisposten
Länge: 1 km
Dauer: 1 Std.
geführte Touren auf Anfrage möglich
www.buerglen.ch
Kapellweg Bürglen Erfahren Sie mehr von der Bürgler Geschichte und erleben Sie ein Stück Kultur in der freien Natur. Der Weg führtim und um das Dorf - 11 Kapellen säumen diesen spannenden und erholsamen Weg.
Länge: 10 km
Dauer: 4 Std.
Suworow-Wanderweg Bürglen
Wandern Sie auf den Spuren des russischen Generals und lassen Sie sich von der atemberaubenden Bergwelt faszinieren.
Dauer: 1 1/2 Std.
www.isenthal.ch
Bärenweg Isenthal
Der letzte Bär im Tal des Urirotstocks - Interessantes und vile Informationen zu der Historie der Bären im Kanton Uri.
Länge 2 km
Dauer: 1 Std.
www.gitschenen.ch
Naturlehrpfad Gitschenen
Geniessen Sie den Rundgang in der einzhigartigen Bergkulisse. Ruhe, Beschaulichkeit und Erholung sind Ihnen gewiss.
Dauer: 1 1/4 Std.
www.wasserwelten.ch
Wasserwelten Göschenen
Entlang den Bergbächen im Göschenertal gibt es spezielle Wasserorte, die Interssierte auf vielfältige Weise mit dem Thema Wasser in Berührung bringen.
Dauer: 1-5 Std.
geführte Touren auf Anfrage möglich
Geführte Rundgänge für Gruppen
organisiert durch TOUrist Info Uri
Kulturhistorischer Rundgang durch Altdorf
- Wann hat Wilhelm Tell gelebt?
- Wie und wo entstand die Eidgenossenschaft?
- Welche Beduetung hatte Altdorf in der Schweizer Geschichte?
Auf Tells Spuren
- Telldenkmal, Tellspielhaus, Tellmuseum, Tellskapelle
Kunstrundgang durch Altdorfs Gassen
- Gerne zeigen wir Ihnen die Werke von Heinrich Danioth, Eugen Püntener, Gedeon Renner, Franz Fedier, Ulrich Rückriem und vielen andern Künstlern.
Unterwegs im Urner Reussdelta
- Lassen Sie sich durch diesen schönen und ökologisch wertvollen Raum führen.
Tourist Info Uri
Tellspielhaus
Schützengasse 11
6460 Altdorf
Internet: www.i-uri.ch
E-mail: mail@i-uri.ch
Postautochauffeur Tony Infanger Urgestein des Postautodienstes geht in Rente
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Seit 33 Jahren fährt Tony Infanger mit dem Postauto ins Isenthal. Nun geht er in Rente. Das "Urner Wochenblatt" hat ihn an seinem letzten Arbeitstag als Chauffeur begleitet.
"Hübsch heute, ganz unerwartet", sagt Tony Infanger zur einsteigenden Dame. "Wo solls denn hingehen?" Sie löst ein Billett zur Seilbahn Gitschenen. Schnell tippt Tony Infanger die Zahlen in seinen Automaten beim Fahrersitz. "Macht 4.80 Franken", sagt er. Sie zahlt und nimmt Platz in der dritten Reihe, als erster Fahrgast auf diesem Kurs. Es ist 8.30 Uhr. Das Postauto steht an der Posthaltestelle Isleten und nimmt die kurvige Strasse ins Isental in Angriff. Es ist blendend schönes Wetter, und das Gelb des Postautos leuchtet in der Morgensonne. Bereits zum zweiten Mal fährt Tony Infanger heute die enge Strasse hoch. Seit 33 Jahren ist das sein Alltag. Insgesamt hat er rund 45 000 Fahrten ins schmale Tal über dem Urnersee unternommen. Doch an diesem Mittwoch ist die Fahrt ins Isenthal und zurück eine spezielle. Sein Postauto ist mit Blumen geschmückt, und in grossen Lettern steht vorne geschrieben: "Heute letzter Arbeitstag". Am vergangenen Mittwoch, 30. Mai 2007, ging das sympathische Urgestein des Postautodienstes in Rente.
Eine der schönsten Strecken
Das Postauto fährt in Isenthal ein. Tony Infanger lädt die mittransportierten Milchkübel ab. Auch das gehört zu seiner Arbeit. "Jetzt fängt ein neuer Lebensabschnitt an", sagt Tony Infanger. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge betrachtet er seine bevorstehende Rente. Einerseits sei es eine Erleichterung, nicht tagtäglich dem Zeitdruck ausgesetzt zu sein. Andererseits werde ihm der Kontakt zu den Postkollegen und den Fahrgästen fehlen. Und natürlich auch die Strecke, auf der er 33 Jahre lang verkehrt ist. "Viele haben mich schon gefragt, ob das nicht langweilig sei", erzählt er. "Mir hat das aber nie Probleme gemacht." Natürlich fahre er immer dieselbe Strecke, dafür aber eine der schönsten im Kanton Uri. Am See vorbei, der schneeweisse Bristen im Hintergrund, rauf ins gemütliche Isenthal - davon konnte Tony Infanger nicht genug kriegen. Als gebürtiger Isenthaler hat er so oder so eine spezielle Verbindung zum Isental. "Vor allem im Frühling ist die Landschaft immer besonders schön", schwärmt er. Auch fahrtechnisch ist die Strecke Altdorf-Isenthal herausfordernd und abwechslungsreich, sodass es dem Postautochauffeur nie langweilig wurde. Zudem kennt er fast jeden seiner Fahrgäste. Zu vielen davon ist eine langjährige Verbindung entstanden. Täglich hat er auch die Schüler von Isenthal in die Kreisschule Seedorf und nach Altdorf gefahren. "Ich habe es auch mit den Jugendlichen immer gut gehabt", sagt er, und man spürt, dass er dies nicht als Selbstverständlichkeit empfindet.
"Wir hatten ein Riesenglück"
In der Endstation bei der Seilbahn Gitschenen steigt eine Dame ein. "Da habe ich Glück gehabt, dass ich dich noch einmal für eine Fahrt erwische", sagt sie. "Schade, dass du nicht mehr fährst." - In all den Jahren hat Tony Infanger einiges erlebt auf seinen Fahrten. Von einem grösseren Unfall blieb er verschont, 33 Jahre lang. Höchstens vielleicht an einer engen Stelle eine Ecke tuschiert hat er. Einmal sei ihm ein Stein durchs Dach geflogen, damals als der Tunnel noch nicht gebaut war und die alte Strasse ins Isenthal unter einer gefährlichen Felswand durchführte. "Ich war mit 25 Schülern unterwegs, da krachte es plötzlich", schildert er den Vorfall. "Der Stein ist auf dem Armaturenbrett gelandet. Da hatten wir ein Riesenglück, dass nichts weiter passiert ist." Auch im Winter gab es immer wieder brenzlige Situationen. Doch immer gingen sie unfallfrei aus - auch dank der sehr guten Arbeit der Strassenmeister. Ihnen bindet Tony Infanger ein Kränzchen: "Sie haben ein grosses Verdienst, dass ich immer unfallfrei blieb."
Rückwärtsfahren für Touristen
Trotz seiner Verbundenheit zur Post und zum Isenthal freut er sich auf die kommende Zeit. Die Arbeitstage eines Postautochauffeurs sind lang und zuweilen hart. Um 4.30 Uhr stand er jeweils auf, um 5.40 Uhr begann der Arbeitstag und um zirka 19.30 Uhr endete er. Das lässt er gerne hinter sich. Zudem ist der Chauffeur ständig dem Druck ausgesetzt, die Anschlusszüge oder die Schiffe zu erreichen. So musste er auch schon mal einem Touristen, der die schmale Bergstrecke blockierte, ins Auto steigen und selber rückwärtsfahren. Auch auf einen geregelten Tagesablauf und einen gewissen Wochenrhythmus freut er sich. "Man merkt, dass man nicht mehr so belastbar ist wie früher", sagt Tony Infanger. Nun plant er eine grosse Reise nach Australien. Zwei Monate geht er mit seiner Frau Hanny nach "Down Under" und trifft seinen Sohn, der sich zur gleichen Zeit in Australien aufhält. "Ich habe mir mit meiner Frau lange Gedanken gemacht, ob ich schon mit 62 in die Rente gehen soll", sagt er. "Aber man muss es machen, solange man noch gesund ist." Im Isenthal wird der sympathische Chauffeur trotzdem noch anzutreffen sein. Und wenn er hochfährt, dann mit dem Velo oder natürlich dem Postauto. Das versteht sich von selbst.
Harry Tresch
1949 4. Dezember / Isenthaler Schützen ertranken an der Isleten
Aus dem Urner Wochenblatt vom Mittwoch, 18. Oktober 2009
Unglück erschüttert das Tal
Kilbiausstellung / Besondere Geschichten werden wach
Vor 60 Jahren geschah das Unfassbare: Fünf junge Isenthaler Schützen ertranken an der Isleten. Das Bootsunglück schockierte und hinterliess tiefe Spuren
Josef Schuler
Europa ist im Krieg, die Schweiz von Achsennächten umschlossen. Auf dem nahen Rütli beschwört General Guisan Volk und Armee zur Abwehrgemeinschaft. Isenthaler Männer rücken ein, Frauen und Kinder besorgen Haus und Hof. Es ist Sommer 1940. Die Armee macht in Uri Versuche mit künstlichem Nebel,. Doch die verheerenden Giftablagerungen verseuchen auch Isenthaler Boden. Er wird aufwändig umgepflügt. Allein in Uri müssen 13000 Stück Vieh notgeschlachtet werden. Zudem droht Hunger, denn die Schweiz ist auf Nahrungsmittelimporte angewiesen. Isenthal baut Gemüse und Kartoffeln gemäss der Wahlen-Anbauschlacht an. Karl Infanger ist Anbauleiter und kontrolliert, wie im Unterbächi Wiesland zu Garten wird, der Zins beträgt 15 Rappen pro Quadratmeter. Insgesamt werden 9,5 Hektaren zu Gärten. Im Schulhaus führt das Kriegswirtschaftsamt einen Sparkochkurs durch, es kommen 50 Isenthalerinnen. Hausfrauen sollen mit wenig Zutaten und Energie sättigende Mahrzeiten kochen. Nach der Anbauschlacht verschwinden die meisten Gärten wieder. Während im Urner Talboden neue Arbeitsplätze entstehen, leben kinderreiche Familien im verkehrsmässig abgeschiedenen Isenthal noch oft am Existenzminimum. Oder sie wandern aus, bis nach Amerika.
4. Dezember 1949
Am Sonntagabend, 4. Dezember 1949, wird Isenthal von einem unfassbaren Unglück heimgesucht. Noch gibt es keine Verbindungsstrasse zwischen Seedorf und Isleten, und so steigen die Schützen nach dem Winterschiessen in Attinghausen frohgemut in Seedorf in ihr Boot. Sie geraten bei Isleten in einen Sturm, kentern, und fünf der Männer ertrinken. Zwei der Kameraden klammern sich ans Boot und können sich retten. Wie ein Lauffeuer verbreitet sich die schreckliche Nachricht. Bis zum folgenden Mittag werden die fünf Opfer geborgen: Werner Aschwanden, Alois Gasser, Hans Gasser, Eduard Ziegler und Johann Aschwanden. Am 7. Dezember werden die Männer in Isenthal bestattet. Mehr als 2000 Personen aus nah und fern nehmen an der Beerdigung teil. An der Spitze des gewaltigen Leichenzugs marschieren die Fahnenträger von über 20 Vereinen. Ihnen folgen in corpore die Urner Regierung und die Gemeindebehörden.
Das Ereignis hinter lässt tiefe Spuren im Tal. Nicht nur verlieren Angehörige und Familien ihre Gatten und Väter, das ganze Tal, auch Behörden und Vereine spüren schmerzhaft die Lücken im öffentlichen Leben. Ein Gedenkstein an der Isleten erinnert an das tragische Unglück.
Im vergangenen Jahr gestaltete Leza Aschwanden, Nachkomme seines überlebenden Grossvaters, eine eindrückliche CD als Maturarbeit. Die CD füllt eine Lücke. Sie ist ein Dokument gegen Vergessen und kann an der Kilbisausstellung und am speziellen Gedenkanlass am 4. Dezember in Isenthal käuflich erworben werden.
Bauen - Feldmoos - Waseneggli - Furggelen - Isenthal - Isleten - Bauen
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Die Wanderung unternehmen wir anfangs Oktober 2008. Der erste Schnee hat die Bergspitzen schon überzuckert und die Landschaft noch vielseitiger gestaltet. Die Schmetterlinge suchen ihre Nahrung noch in den letzten Sommerfliederblüten, die noch nicht verwelkt sind.
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Nein, das ist nicht ein origineller Wegweiser in Richtung Paris. Wir marschieren auf der Strasse in Richtung Feldmoos!
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Die Saison der Pilzsucher ist schon einige Zeit eröffnet. Beeindruckende Pilzversammlungen entdecken wir auf einer feuchten Waldlichtung.
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Und von hier aus präsentiert sich schon eine wunderschöne Sicht auf den Rophaien und die Axenstrasse, am linken Bildrand das einsam gelegene Haus Feldmoos.
Immer weiter aufwärts führt der Wanderweg, von einem schönen Aussichtspunkt zum anderen.
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Nun haben wir das Waseneggli erreicht. Darüber thront der Niederbauen-Chulm
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Neugierige Schafe gucken ganz erstaunt. So viele Wanderer gibt es nicht in der Gegend, die muss man schon richtig beaugapfeln, während sie tief unter sich den Ausgangspunkt der Wanderung, Bauen, in den letzten Nachmittagssonnenstrahlen entdecken und fotografieren. Das Schild mit der Ankündigung des Aussichtspunktes hat nicht zuviel versprochen.
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Wir können uns nicht satt sehen!
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Hochkant kommen sogar die Spitzen der Mythen ins Bild!
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Und im Breitformat die ganze, wilde Schönheit und Romantik des Urnersees. Kann man sich noch mehr Stille vorstellen?
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Nun fängt der unangenehme Teil der Wanderung an. Es geht steil hinauf, auf durchnässtem rutschigen Waldboden, auf einem engen Bergwanderweg. Ein Hoch den helfenden Wanderstöcken! Durch die Baumkronen schimmert der Himmel durch, der ersehnte Passübergang, Furgglenen genannt, ist nicht mehr weit weg.
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Wohnhäuser, Speicher, Kaninchenställe, frei herumgackernde Hühner, Kühe mit wunderschönen Köpfen, heimeliges Glockengeläut, der Lohn für den müden Wanderer.
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Im Zwergengarten ist alles an Ort und Stelle. Bewegung gibts erst mitten in der Nacht, wenn alle Menschen schlafen.
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Jetzt wird aber nicht gefaulenzt, sondern für den nächsten Schwinger-Anlass fleissig geübt. Vom Jahrgang 2000 an ist man sogar berechtigt, an Wettkämpfen mitzumachen. Und warum nicht stolz einige Kostproben zeigen, ohne Scheu vor der Kamera!
Und damit alle wissen, worum es da geht, folgt aus der Gebrauchsanweisung für die Schweiz von Thomas Küng eine Erklärung über das Schwingen.
Wenn ein Grochsen (rindsmässiges Stöhnen) über die Matte hallt, als ob zwei Stiere die Hörner im Kampf verkeilt hätten, das Sägemehl wirbelt und staubt, Bier und Weisswein in Strömen fliessen und ganz am Schluss Tausende begeistert johlen, haben Sie den ältesten Schweizer Kampfsport (ab 13. Jahrhundert) entdeckt. Aber Achtung: Wenn der Lokalmatador im Schlussgang den 110 Kilo schweren Gegner an den Hosen unter lautem Brüllen hochgehoben hat und es trotz Zappeln und Winden des lebendigen Doppelzentners schafft, den Bösen über die Hüfte zu drehen, und über 200 kompakte Kilo in der richtigen Konstellation - er zuerst, ich auf ihm - ins Sägemehl zu krachen, wenn er also mit einer blanken 10 den Muni und den Titel eines Schwingkönigs errungen hat, ist es nicht an ihm, triumphierend aufzubrüllen, die Arme hochzureissen und die Fäuste zu ballen. Das erste, was er zu tun hat, ist, dem Gegner wieder auf die Beine zu helfen und ihm das Sägemehl von den Schultern zu klopfen - auch dann, wenn die beiden Kolosse ausserhalb des Rings im Gras landeten und kein Stäubchen auf den Schulterblättern auszumachen ist. Der Respekt gilt zuerst dem besiegten Gegner, die begeisterte Masse wird den Gewinner schon noch auf die Schultern heben.
Mit Schlungg, Kurz, Lätz, Innerem und Äusserem Brienzer, Gamme und Wyberhagge (Weiberhaken) versuchen die stärksten Schweizer - und selten ein paar Schweizerinnen - an einem Schwinget in die Kränze zu kommen. Umgangssprachlich kommt mittlerweile alles oder nichts in die Kränze, das heisst in die engere Wahl, denn wer an einem Schwinget unter den besten 15 Prozent ist, bekommt einen Kranz, beim Eidgenössischen gilt er gar als Eidgenoss. Das ist logisch. So ist's beim Schwingen, Hosenlupf, lutte Suisse oder Swiss Wrestling. Da greifen die chächen Porschten zusammen, fassen einander im Sägemehlring an der kurzen Drillichhose und versuchen, den jeweiligen Gegner so aus dem Gleichgewicht zu wuchten und ins Sägemehl zu drehen, dass die Schultern - beide Schulterblätter gleichzeitig - den Boden berühren. Die stämmigen Sennen (früher Bauern, heute noch stets im blauen Sennenhemd mit Edelweissmuster) und Turner (ursprünglich Arbeiter, immer weiss gekleidet) kennen wie die japanischen Sumokämpfer keine Gewichtsklassen. Der Stärkste soll gewinnen, und doch sind die Schwinger - alles Amateure - keine Fettkolosse wie die Sumoringer. Schlungg und Konsorten sind die gebräuchlichsten Würfe mit teilweise internationalen Pendants aus Ringen und Judo. Der Wyberhagge beispielsweise ist auffällig verwandt mit dem O-uchi-gari im Judo...
Wer den Gegner auf den Rücken dreht, bekommt mindestens 9,75 Punkte, wenns besonders schön (oder eben böse) ausgesehen hat, gibts gar eine 10. Für einen Gstellten (Unentschieden) gibts noch 9,5 Punkte. Gekämpft wird also nicht im K.O-System. Den Schlussgang bestreiten die zwei Punktbesten nach Anschwingen und Zwischenrunde. Der Sieger im Schlussgang hat sicher das Schwinget gewonnen, bei einem Gestellten hat auch ein Dritter Siegeschancen.
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Die kleine Seilbahn Wissig-Furggelen, die ganzjährig für den Transport von 3 Personen zugelassen ist, könnte uns in kürzester Zeit von 1220 auf 830 Höhenmeter hinunter befördern, eigentlich wären unsere Füsse genug müde. Wir entschliessen uns aber die gewaltige Kulisse der Berge und des Grosstals auf uns wirken zu lassen und marschieren, diesmal ohne zu rutschen auf einer frisch geschotterten Strasse ins Tal, nach Isenthal.
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Und von Isenthal aus gehts auf der Fahrstrasse (die letzte Talfahrt des Postautos ist schon vorbei), auf kleinen Wanderweglein, die die weiten Kehren der Strasse abkürzen.
Im untergehenden Licht der Sonne leuchtet die Spitze des Bristen über das Reussdelta und den Urnersee, während wir auf dem alten Landweg zur Isleten marschieren, ans Ufer des Urnersees. Hans Kempf von Bauen hat sich in seinem Amt als Gemeindepräsident damals sehr eingesetzt, dass der alte Landweg in Stand gestellt wurde. Mit einer grosszügigen Spende der Stadt Meilen konnte er sein Ziel erreichen.)
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Wir staunen nicht schlecht, dass in den Wandertunnel zwischen Isleten und Bauen keine einzige Beleuchtung brennt. Schon wieder helfen die Wanderstöcke. Man kann damit die Wände abtasten und den Weg erraten.
Schlussfolgerung: Ein Erlebnis jagte das andere! Und das in 4 1/2 Stunden Wanderzeit plus Verschnauf- und Fotografierpausen.
Motto: Der Föhn wütet, die Surfer / Soulrider geniessen / die Fotografen ebenso.
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Und für die faszinierten Zuschauer, die nie auf einem schwankenden Brett gestanden sind und sich den Föhnwind um die Ohren haben pfeifen lassen: Aller Anfang ist nicht leicht. Auch hier heisst die Devise: ÜBEN! ÜBEN! ÜBEN! Und wer meint, jeder könne sich einfach treiben lassen, wird eines Besseren belehrt:
Regeln aus Wikipedia
Wer näher zum Brechungspunkt der Welle fährt, hat Vorrang vor dem entfernter Surfenden. Letzterer muss notfalls aussteigen, also aus der Welle fahren. Don't drop in! Eine Welle - ein Surfer.
Es ist verboten, sich hinter dem Rücken eines wartenden Surfers in die Vorfahrtsposition zu manövrieren. Don't snake!
Es ist ausserdem nicht erlaubt, in eine Welle neu einzusteigen, wenn diese sich erneut aufbaut, sofern sich bereits ein Surfer in ihr befindet. Wieder gilt: Eine Welle - ein Surfer.
Derjenige, der rauspaddelt, muss dem sich in der Welle Befindenden immer Vorrang gewähren. Es darf nicht auf die Einhaltung dieser Regeln bestanden werden, wenn dadurch ein Unfall provoziert wird.
Das Surfboard beim Rauspaddeln bzw. beim Duckdiven durch die Welle nie loslassen, da man sonst andere Surfer durch das durch die Welle herumwirbelnde Surfboard verletzen könnte!
Die Sage vom Manschettler
Das Gebiet von Gitschenen soll in früheren Zeiten oft von der sagenhaften Gestalt des Manschettlers oder Schimmelreiters heimgesucht worden sein. Auf einem weissen Ross kam er zur Nachtzeit geritten vom Fruttkäppeli her, nach anderen Varianten zu Fuss von Beroldingen über Bauen und die Bärchi. Der Manschettler ritt durch das ganze Isenthal bis nach Gitschenen hinauf. Sein Kopf war durch einen grossen Schlapphut verdeckt. An den Rockärmeln glänzten weisse Manschetten. Unter den Hufen des dahinsausenden Pferdes stoben Funken hervor und in den Buchen, an denen er vorbeisprengte, rauschte und knisterte das Laub. In Gitschenen musste für den Reiter stets ein Zimmer bereitgehalten werden. Wenn er ins Bett ging, war sein Husten und Stöhnen zu hören. Man glaubte, es sei der büssende Geist eines ehemaligen Besitzers von Gitschenen, eines grossen Herrn von Altdorf, nach andern eines reichen Beroldingers. Es sei um Berggut und Alp Gitschenen zu Zeiten furchtbar gezankt und gar oft ungerecht geteilt worden. Eine Frau erzählte: "Als ich noch ein Kind war, habe ich den Manschettler oft gesehen, wenn ich bei St. Jakob mit meinen Gespanen Verstecken spielte. Er sass mit vornüber geneigtem Kopf auf der Schwelle der Gadentüre und hatte einen grossen Tellerschinhut auf." Ganz besonders hauste der Manschettler im Bärenwald und im Sonninghorlachen. Im Hause des letztgenannten Berggutes liess er den Leuten keine Ruhe, kam nachts und sennete und hantierte ganz ungeniert, als ob er hier zu Hause wäre. Zuletzt fragten sie jemanden um Rat, der sich auskannte. Dieser riet ihnen, einen Stock mit Eisenspitze in die Stubenwand zu stossen. Das half. (Quelle: Müller Sagen aus Uri 1917)
Das Wildmännchen und die Gämsen
Es war im urnerischen Isenthal, wo sich ein Gämsejäger auf die Jagd begab. Ein Wildmännchen stand plötzlich vor ihm und bat, seine Gämsen nicht zu schiessen, es wolle ihn dafür reichlich schadlos halten. Das gefiel dem Jäger, der sich und seine Familie mit der Gämsenjagd erhielt. Das Wildmännchen gab ihm ein kleines Gämsekäschen mit der Mahnung, es niemals ganz aufzuessen. Es werde dann am kommenden Morgen wieder ganz sein, und so werde dieses Käslein für ihn immerfort dauern und das Abgeschnittene sich allemal wieder ersetzen. Unser Jäger hielt sich geraume Zeit an diese Vorschrift. Nach einiger Zeit aber ass er vor Hunger dasselbe in einem Male auf, und hatte nachher kein Käslein mehr. Der Jäger war nun wieder gezwungen, auf die Jagd zu gehen, wurde aber von dem Wildmännchen, weil er ihm die Gämsen niederschoss, zerrissen. (Quelle: Müller Sagen aus Uri 1917)
Die wilden Leute im Isenthal
Im Isenthal gab es vor Zeiten wilde Leute. Die meisten bewohnten die Ruosstalbalm, auch Heidenbalm genannt, und das Hornefeli. Die Gämsen hielten sie für ihre Ziegen, hüteten und molken sie. Ihre Freunde und Gönner beschenkten sie mit Gämsekäschen, die immer wieder nachwuchsen, wenn man sie nicht ganz aufass. Als die ersten Jäger ins Tal kamen und anfingen, die Gämsen zu schiessen, da wurden die wilden Leutchen traurig, weinten und sagten laut klagend: "Jetzt töten sie alle unsere Geisslein, jetzt müssen wir fort!" Mit den Leuten des Tales standen sie auf gutem Fusse und kehrten in ihre Häuser ein und waren ihnen beim Heuen und Viehhüten behilflich. Sie hatten verkehrte Füsschen. Wenn man zum Beispiel morgens in das Kleintal hineinging, so erblickte man die Fussspuren eines Männchens, das schon taleinwärts gegangen; in Wirklichkeit, so brachte man nach und nach in Erfahrung, war es ein Wildmandli, das schon talauswärts gewandert war. Einst näherten sich einige wilde Leutchen einer Alphütte (nach andern dem Berghäuschen in Hermisegg), wo sie manchen guten Dienst geleistet hatten. Die geizigen Älpler (nach anderer Erzählart: die Kinder, die allein zu Hause waren) waren gerade am Essen und hatten das russige Chupferchessli mit dem Nidelreisbrei (oder ein Muttli voll Milchsuppe) auf dem Tisch, als sie die Wilden kommen sahen. Mit denen wollten sie aber nicht teilen. Also rasch mit dem Chupferchessli (mit dem Muttli) unter die Bank! Einige Minuten warten die Wilden, dann aber entfernen sie sich, indem sie höhnisch fragen: "Wend-er hinecht under dä Bänkä-n-ässä?" (Quelle: Müller Sagen aus Uri 1917)
Hexe verdirbt das Vieh
Von Bauen her kam ein fremdes, unbekanntes Weibervolk auf die Bärchi hinauf, kehrte bei Salome-Josten ein und bettelte etwas zu essen und um Obdach für die anbrechende Nacht. Das Weibervolk gefiel den Leuten nicht. Dennoch sott ihm das Salome-Nänni Milch, tat aber ein klein wenig Weihwasser hinein, brachte sie in die Stube und stellte sie vor das Weibervolk auf den Tisch, mit dem Bedeuten, es solle zulangen. Dieses schaute so kurios auf die Milch, liess sie unberührt stehen und sagte giftig: "Hättisch-mer-si nitt prücht z'versywä!" Ohne Z'nacht bezog es ein Nachtlager im Stall, den das Nänni sorgfältig von aussen verriegelte. Als Nänni am nächsten Morgen öffnete, war die Fremde fort und lag die einzige Kuh im Stall tot am Boden. Das hat sich vor wenigen Jahrzehnten ereignet. (Quelle: Müller Sagen aus Uri 1917)
Dur's Chämi üff und ab
Im Birchi, im ersten oder zweiten Häuschen am alten Landweg lebten vor alten Zeiten zwei Jungfrauen von etwas wunderlichem Wesen. Sie besassen einen schönen Kirschbaum, den einzigen damals im ganzen Tale. Es konnte daher nicht fehlen, dass die lüsternen Talleute dann und wann bei ihnen um einige leckere Früchte bettelten aber selten jemand wagte es, sie zu essen, denn man traute den beiden Wybervölchern und ihrer Freigiebigkeit nicht wohl. Ein junger mutiger Bursche unternahm einmal das Wagestück und machte sich hinter das Becki voll Kirschen, das sie auf dem Stubentisch aufgestellt hatten. Da, auf einmal trieb es ihn unwiderstehlich zur Stube hinaus in die Küche. Hier standen die zwei Schönen an der Herdstatt und rührten wie besessen an einem Häfelein und murmelten dazu: "Chämi üff und niäänä.n-a." Jetzt lüpfte es den Burschen und fuhr mit ihm durch's Kamin hinaus über alle Berge durch die Lüfte fort in unendliche Fernen, bis er endlich in einem ganz anderen Weltteil im dichtesten Dornengestrüpp zu Boden kam und stecken blieb. Da stand er und wusste nicht, wo aus und ein. Zuletzt fing er an zu beten und die Muttergottes um Hilfe anzuflehen. Auf einmal stand eine schöne, weissgekleidete Frau vor ihm und zeigt mit der Hand die Richtung, die er einschlagen sollte und verschwand wieder. Drei Tage und drei Nächte wanderte der Isenthaler und erreichte schliesslich ein ihm völlig unbekanntes Kloster und klopfte an die Pforte. Freundlich wurde er aufgenommen, aber niemand kümmerte sich um ihn, keiner verstand seine Sprache. Da führten sie ihn vor den Höchsten im Kloster; der sass auf einem schönen Stuhle und hatte ein grosses, mächtiges Buch auf seinen Knien aufgeschlagen. Das war das Weltbuch. Und den fragte er nach dem Wege zu seiner Heimat und erzählte, wie ihm eine schöne, weisse Frau die Richtung hierher gewiesen. Der Mönch erklärte: "Niemals und wenn du hundert Jahre alt würdest und jeden Tag zehn Stunden wandertest, könntest du dein Vaterland erreichen, wenn ich dich nicht segnen würde. Und er hob seine Rechte, segnete ihn und legte ihm ein geweihtes Skapulier an. Der Bursche machte sich wieder auf die Reise und gelangte nach langer Zeit in sein geliebtes Isenthal mit seinen grünen Wiesen und dunklen, würzigen Tannenwäldern. (Quelle: Müller Sagen aus Uri 1917)
Bauen - Rütli - Seelisberg - Seeli - Schloss Beroldingen - Bauen
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Dass der Dampfer Uri, der uns von Bauen zur Schiffshaltestelle Rütli bringt, heute zu einem besonderen Anlass schön mit Blumen geschmückt ist, gibt der Fahrt einen besonderen Reiz.
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Wir gleiten an imposanten Felsformationen vorbei. Sie haben geheimnisvolle Namen: St. Nikolaus, Teufelsmünster, Chlpöfeten-Balm, Hundszingel. Dort oben, über den Felsen, werden wir später in Richtung Bauen zurück marschieren, und in schwindelerregender Höhe fast senkrecht auf die Seeoberfläche hinunter blicken. Eine andere präsentiert sich je nach Lichteinfall und Fantasie des Betrachters als Nikolaus, oder als Engel, oder gar als Hirte?
Zu den Felsformationen auf dem Seeweg zwischen Bauen und dem Rütli danke ich herzlich Hans Kempf aus Bauen für folgende spannende Informationen:
"Die Felsplatte oder die Felswand trägt schon lange den Namen "St. Nikolaus". Leider ist wegen eines kleinen Felsabbruchs vor zwei Jahren der Bart nicht mehr so gut zu erkennen.
Nach dem "St. Nikolaus" sieht man den "Hundszingel". Es ist ein Flecken Wiesenland. Früher wurde es von der Familie Jakob Ziegler vom Ried für Wildheu genutzt. Das Heu wurde per Ruderboot nach Bauen gebracht. Jetzt bringen sie im Sommer die Ziegen zum "Hundszingel". Die Tiere weiden dort und können auch ohne Hag in keine Richtung weglaufen.
Unmittelbar nach dem "Hundszingel" ist das "Teufelsmünster", eine wuchtige Schlucht (oder Felsenkluft), die vom See bis ganz nach Seelisberg hinauf reicht. Einige Bootsbesitzer welche Seerundfahrten anbieten fahren hinein in diese tiefe Schlucht, die vom See aus nicht zu erkennen ist. Etwa 10 m vom Ufer entfernt blasen sie ins Horn und hören dann ein wunderbares dreifaches Echo. Nicht nur die Touristen glauben kaum was sie sehen, einige fürchten sich gar vor der hohen und überhängenden Felswand. Der Eindruck ist ungeheuerlich stark und unheimlich, man glaubt fast von den Felsen erdrückt zu werden. So erklärt sich der Name Teufelsmünster, ein Begriff, den es schon lange gibt. Sogar auf Stichen aus dem 17. Jahrhundert ist es eingezeichnet.
Man kann das Teufelsmünster nicht verpassen, denn in Richtung Rütli fängt anschliessend der Rütliwald an und es gibt keine so hohe Schlucht mehr auf dieser Seeseite.
Im gleichen Gebiet erkennt man vom Schiff aus die "Chlopfeten-Balm", so geheissen, weil bei Wellengang das Wasser wie eine Trommel unregelmässig klopft. Höhlen wie diese gibt es im Bereich Nieder- und Oberbauen einige, nur hört man dort keine Klopfgeräusche, weil das Wasser ruhig aus dem Felsen abfliessen kann."
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Felsformation St. Nikolaus
Dank einer Besucherin dieser Homepage hat obiges Bild im Magazin "LichtSpuren" ein Plätzchen erhalten! Dort heisst der Untertitel: Betende Engelsgestalt in der Felsformation "St. Niklaus". Und : "Wer diese steinerne Gestalt einmal in Natur bewundern möchte, kann sich über die Route bei der oben genannten Internet-Adresse orientieren. Viel Gfreuts."
Link zum Magazin LichtSpuren
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Teufelsmünster: Felsformation und die Einfahrt zur Bucht Teufelsmünster
Teufelsmünster und Schiller
Meine Bemerkungen dazu:
Der Name Teufelsmünster ist schon alt. Schiller lässt einen Knaben im "Wilhelm Tell" sagen (sie beobachten den Sturm und das Schiff, in welchem Tell gefangen sitzt):
Sieh, sieh, sie waren glücklich schon vorbei
Am Buggisgrat, doch die Gewalt des Sturms
Der von dem Teufelsmünster widerprallt,
Wirft sie zum grossen Axenberg zurück.
- Ich seh' sie nicht mehr.
Woher nur hat Schiller den Namen des Teufelsmünsters? Er war doch nie in der Gegend. Neulich habe ich beim Rütli folgenden Text entdeckt:
Ludovike Simanowiz: Friedrich Schiller, Schiller Nationalmuseum, Marbach am Neckar.
Friedrich Schiller, der Dichter des "Wilhelm Tell", hat die Schweiz nie gesehen. In Weimar, 600 km von der "Landschaft Tells" entfernt, schrieb er im Sommer 1803 an einen Freund: "Mich würde es bei meinem jetzigen Geschäft sehr fördern, wenn ich auch die Alpen und die Alpenhirten in der Nähe gesehen hätte!
Im Laufe der Monate bedeckten sich die Wände seiner Mansarde über und über mit Landkarten und Ansichten von Bergen und Seeufern: Der Dichter tauchte vollkommen ein in die mittelalterliche Welt der Urkantone, er holte sich die sublime Landschaft gewissermassen in seine eigenen vier Wände. "Ich selbst stehe noch immer auf meinem alten Fleck und bewege mich um den Waldstättensee herum", hielt er Goethe im August 1803 auf dem Laufenden.
Zu allen Zeiten ist seine topographische Genauigkeit bewundert worden. Urs Widmer reiste 2003 mit dem Dramentext durch die Urschweiz: "Schiller muss mit dem Vergnügen eines Kopfreisenden auf seine Karte geblickt und sich immer erneut geeignete Orte herausgepickt haben. Er macht keine Fehler. Keine Angaben, die sich widersprechen. Die Wege wären abschreitbar."
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Chlöpfeten-Balm
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Von der Schiffhaltestelle marschiert man am Gasthaus Rütli vorbei durch den Rütliwald bis zur Rütliwiese nur gerade 10 Minuten lang. Lange genug, um sich zu ärgern, dass jemand Windeln einfach mitten auf dem Wanderweg liegen gelassen hat, und auch um sich zu freuen, dass die Maulwurfsgrille, die Werre, die an anderen Orten schon ausgerottet worden ist, hier unbeschadet lebt.
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Zum Rütli gehört ebenso der Schattenplatz mit den drei Quellen, ein kleines Museum zur schweizer Geschichte "Memo" und ein grosser Picknickplatz.
Das Rütli, die Gründungsstätte der Schweiz, ist eigentlich nichts anderes als eine kleine Waldlichtung über dem Urnersee vis-à-vis von Brunnen und den Mythen, zu Füssen von Seelisberg.
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Link zu Ruetli Wikipedia Link zu Ruetlischwur Link zu Ruetli
Einige Daten zum Rütli:
1291 Die Vertreter der Urkantone schwören den Rütlischwur:
Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern,
in keiner Not uns trennen und Gefahr.
Wir wollen frei sein, wie die Väter waren,
eher den Tod, als in der Knechtschaft leben.
Wir wollen trauen auf den höchsten Gott
und uns nicht fürchten vor der Macht der Menschen.
1859: Um die historische Rütliwiese erwerben zu können, wird eine Geldsammlung durch Schulkinder organisiert, wobei der höchsterlaubte Betrag 20 Rp. pro Schüler beträgt.
1860 Ankauf der Rütliwiese, die dem Bund geschenkt wird mit der Auflage, sie nie zu verbauen.
Seit 1860 alljährlich am Mittwoch vor Martini das traditionelle Rütlischiessen
1868 verbrachte die englische Königin Victoria ein paar Wochen am Vierwaldstättersee. Ihre Aussage zur Aussicht: The most beautyful point in the world.
1881 besucht der Märchenkönig Ludwig aus Bayern die Rütliwiese. Per Extrazug, Postwagen und Dampfschiff besuchte er alle Originalschauplätze der Tells-Geschichte. Vom Schauspieler Josef Kainz liess er sich an diesen Orten die entsprechenden Szenen aus der "Tellsgeschichte" vortragen.
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Seit 1891 am 1. August, Bundesfeier zum Nationalfeiertag der Schweiz
1907 Die Rütlifeier des Zofingervereins
Vor 100 Jahren / 31 /Urner Wochenblatt / Wöchentliche Gratis-Beilage "Heimatklänge"
"Der Zofingerverein der liberalen schweizerischen Studentenschaft versammelt sich am nächsten Sonntag abends in Luzern. Montag den 11.ds. wird der Verein mittelst Extraschiff auf das Rütli fahren. Um 10 ½ Uhr beginnt die patriotische Feier mit dem Verlesen des Berichtes von Johannes von Müller. Hernach folgen Reden von Herrn Pfarrer Wyrsch in Ryon und Herrn Nationalrat Bissegger in Zürich. Zum Schlusse wird von allen Teilnehmern der "Schweizerpsalm" gesungen. Um 1 ½ Uhr werden dieselben wieder in Luzern sein, allwo im Löwengarten ein Bankett stattfindet. Was uns im Einladungszirkular weniger gefiel, ist die Verwahrung, dass die Kundgebung sich auf historische Tatsachen stütze, nur die Tradition falle in Betracht. Was uns hingegen freute, ist, dass die Musensöhne den ernsten Ton bewahren und den Genuss alkoholischer Getränke einschränken müssen. Das könnte ein anderer schweizerischer Studentenverein auch nachahmen. Dem Studentenfeste auf dem Rütli wünschen wir ein volles Gelingen."
1932 baute sich der russische Komponist Serge Rachmaninow eine zauberhafte Villa bei Hertenstein. Dort verbrachte er bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges 1939 jeden Sommer. Er soll mit seinem Rennboot auf dem See umhergebraust sein und die Landschaft habe ihn zum Komponieren von Symphonien inspiriert.
25. Juli 1940 General Guisan trifft die gesamte Schweizer Armeespitze zum Rütlirapport. Vor versammelten Kommandanten der Truppenteilen von Abteilung und Bataillon aufwärts mit Ausnahme der Generalstabsoffizieren erläutert General Henri Guisan:
"... Ich habe kürzlich wichtige Umgruppierungen unserer Kräfte angeordnet. Viele haben dies in dem Augenblick festgestellt, wo ihre Einheit disloziert worden ist ... Was vor einigen Wochen noch unvorstellbar war, liegt heute im Bereich der Möglichkeit: Wir können von allen Seiten zugleich angegriffen werden.
Die Armee hat sich dieser neuen Lage anzupassen und eine Aufstellung zu beziehen, die ihr gestattet, sich auf allen Fronten wirksam zu verteidigen. Auf diese Weise wird sie ihre geschichtliche Aufgabe erfüllen, die sich grundsätzlich nicht verändert hat ... Soldaten! Am 1. August 1940 werdet Ihr Euch vor Augen halten, dass die neuen Stellungen, die ich Euch zugewiesen habe, diejenigen sind, wo Eure Waffen und Euer Mut sich unter den neuen Verhältnissen am besten zum Wohle der Heimat werden auswirken können. Heute, auf dem Rütli, der Wiege unserer Freiheit, habe ich die höheren Truppenkommandanten versammelt, um ihnen diesen Armeebefehl auszuhändigen, mit dem Auftrag, ihn Euch zu übermitteln. Bewahrt Wurer Vertrauen und Euren Mut."
1980 fährt die Königin von England mit dem Dampfschiff zum Rütli.
Wahrscheinlich hat Mani Matter das Rütli auch besucht? Und sich dabei folgende Gedanken gemacht:
Hie ir Schwyz
Text & Musik: Mani Matter
Hier ir Schwyz da hei d'Politi-
Ker fasch geng e gsunde Schlaf
S'isch der Lohn vom guete Gwüsse
Si sy würklech alli brav
Denn si glouben a d'Regierig
Wo alles weis und alles cha
Und drum säge si zu allem
Was da chunnt geng nume ja
Doch vereinzelt
Wett fasch säge schwarzi Schaf
Wo uf alls e grossi Wuet hei
Die si gar nid öppe brav
Gloube gar nüt der Regierig
Wo nüt so macht wi si's wei
Und drum säge si zu allem
Was da chunnt geng nume nei
Und will die so destruktiv sy
Sy die andre dopplet brav
Und wil dies so dopplet brav sy
Disi ersch rächt schwarzi Schaf
S'macht der Aschyn, dass mir nume
Die zwo Müglechkeite hei
Dass men immer nume ja seit
Oder immer nume nei
Wivil schöner wär's, die vile
Hätte nid so gsunde Schlaf
Und sie wären e chly kritisch
(Glychs gilt für die schwarze Schaf)
Nume däwäg isch es müglech
Dass mir mal dä Zuestand hei
Wo me je nach däm was chunnt ou
Mängisch ja seit, mängisch nei
2008 Rütlifeier
Der Urner Regierungsrat Josef Dittli hat in seiner 1.-August-Rede auf dem Rütli zu mehr Sorgfalt aufgerufen. Gerade in letzter Zeit habe es in der Schweiz wirtschaftliche und politische Ereignisse gegeben, bei denen die Entscheidungsträger ihre Verantwortung nicht oder zu wenig wahrgenommen hätten. Der Urner Sicherheitsdirektor sprach in seiner Rede sowohl die Vergangenheit wie auch die Zukunftschancen der Schweiz an. Es gelte Sorge zu tragen zu den Werten und Errungenschaften der Vorfahren und damit zu den föderalistischen Strukturen, zur Neutralität, zur Unabhängigkeit, zu den Sozialwerken und der eigenständigen Rolle. Politische Entscheide müssten immer sorgfältig getroffen werden nach dem Grundsatz "evolutionär, nicht revolutionär".
Zudem müsse sich jeder in seinem Verantwortungsbereich immer auch fragen, ob er die richtigen Dinge richtig tue. "Gerade in letzter Zeit gab es in unserem Land doch einige wirtschaftliche, aber auch politische Ereignisse, bei denen die Entscheidungsträger ihre Verantwortung nicht oder zu wenig wahrgenommen haben. Wen und was ich meine, geschätzte Gäste, das wissen sie wohl selbst am besten", sagte Dittli. Selbstkritisches und verantwortungsvolles Handeln mit Fingerspitzengefühl sei nötig. Dabei müsse auch den Lebensgrundlagen Sorge getragen werden, sagte Dittli weiter. Die Herausforderungen dürften weder mit Panik noch mit Sorglosigkeit angegangen werden. "Tragen wir Sorge zu uns und zu unserem Land, stellen wir uns den anstehenden Herausforderungen, kümmern wir uns um ein Klima des Wachstums und der Entwicklung", rief Dittli auf. Die Schweiz habe eine Zukunft und sei eine grosse Chance.
2009 / 18. Oktober / Bundesrat Ueli Maurer ist am Pistolenschiessen (dem ältesten Pistolenschiessen der Schweiz) eingeladen. 900 nehmen teil, 23 Sektionen müssen vertröstet werden.
Der angenehme Wanderweg geht weiter durch den Wald und zum rund 350 m höher gelegenen Seelisberg
Stichworte zu Seelisberg:
800 m.ü.M. gelegen
630 Einwohner
Sonnenterrasse über dem Urnersee
Fernsicht wie aus dem Flugzeug
Beliebt bei Erholungs- und Ruhesuchenden
Viele Möglichkeiten, die Freizeit zu verbringen: Bergtouren, Wanderungen, Baden, Rudern und Fischen im Seelisbergsee, Vita-Parcour, Tennisplätze, Grillstellen und Kinderspielplatz
Postautohaltestelle "Sonnenberg"
Parkplatz beim Tanzplatz (Post)
Bergbahnstation bei der Wallfahrtskapelle
Im Winter nahe Talstation zur Skiarena Emmetten-Stockhütte-Klewenalp
Herrlicher Panoramaweg mit Rundblick über den Urnersee. Rollstuhlgängig: Seelisberg - Marienhöhe - Wyssig
Von der Bahnstation der Treib-Seelisberg-Bahn aus führt der "Weg der Schweiz" meist auf dem Trottoir vorbei an der Pfarrkirche und der Wallfahrtskapelle Maria Sonnenberg in den oberen Dorfteil von Seelisberg.
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Direkt unter den Füssen kann man die Ruetliwiese entdecken, welche sich rund 350 Meter tiefer befindet.
Von der Strasse aus zweigt der meistens ebene Weg links ab, vorbei am Kinderspielplatz, führt durch den schattigen, duftenden Tannenwald und öffnet sich auf atemberaubende Tief- und Weitblicke.
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2009.07.31.Wald und Natur in Seelisberg
Urner Wochenblatt 133. Jahrgang / Nr. 59
Wald und Natur - eine Entdeckungsreise durch Seelisberg
NC. Seelisberg beherbergt das erste Urner Waldreservat. Zwischen Rütli, Seelisberg und Bauen leben auf 62 Hektaren 21 verschiedene Waldgesellschaften. Auf einem gemütlichen Rundgang durch den Tannwald von Seelisberg zeigt das Waldreservat seine grosse Vielfalt. Grosse Bildtafeln liefern interessante Informationen dazu.
In Uri werden in den nächsten Jahren rund 2100 Hektaren Waldreserveflächen geschaffen. In Seelisberg ist das erste Urner Waldreservat bereits Wirklichkeit, ein Beitrag zum Erhalt verschiedener Pflanzen- und Tierarten in Uri. Bei einem Ausflug ab Flüelen mit Schiff und Bergbahn über den Urnersee lässt sich das Waldreservat zwischen Bauen, Seelisberg, Rütli und vorbei am Schillerstein bis nach Treib bereits zum ersten in seiner Grösse überblicken. Von der Bergbahnstation in Seelisberg aus führt der Spazierweg direkt über das Waldreservat vorbei am Schillerbalkon und dem Kinderspielplatz durch den romantischen Tannwald zur Marienhöhe. Hier informiert eine grosse Bildtafel über die Bedeutung und Artenvielfalt vom Waldreservat. Der Ausblick auf das Rütli und den Urnersee gibt den Blick fei auf die verschiedenen Waldgesellschaften.
Förster-Trail
Für Wandernde führt ab der Marienkapelle Sonnenberg im Anschluss der Förster-Trail über den Seelisberger Oberwald. Auf einer 2 ½-stündigen Rundwanderung von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt mit Blick bis nach Luzern informieren zahlreiche Tafel über die Bedeutung des Waldes als Rohstofflieferant. Ein gemütliches Bad zum Abschluss im Seelisberger Bergseeli oder der Besuch in der Bergkäserei, welche mit Sonnenenergie versorgt wird, runden einen erlebnisreichen Tag durch die Natur und den Wald von Seelisberg ab.
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...oder nach rechts zum Seelisbergsee, auf vielen Karten auch nur gerade Seeli genannt.
Zahlen: 18 ha gross, 700-800 m lang, 350 m breit und 37 m tief.
Der wannenförmige See liegt in der Senke am steilen Nordhang des Niederbauen-Chulm (1923 m). Sein Zufluss und Abfluss sind unterirdisch. Man vermutet darunter ein weit verzweigtes Höhlensystem.
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Einer Sage nach, ist der See vorher ein Blumenfeld gewesen, das als Fluch für eine Untat ihres herrschaftlichen Besitzers überflutet worden ist. So sei der See entstanden.
Das Wasser im Seeli ist im Sommer wärmer als das im Vierwaldstättersee, was auch für die Hobbyfischer interessant ist. Am Ufer findet man einen Campingplatz, nur für Zelte, und ein Strandbad (bis Anfang September täglich offen von 8 bis 18 Uhr). Man kann auch kleine Boote mieten, oder in einer kleinen Luftseilbahn, die nur gerade 3 Personen fasst, auf den Niederbauen-Kulm hinauffahren. Zuvor muss man aber von einem Telefon aus dem Wirt im Restaurant auf dem Kulm oben anrufen!
Von der Terrasse des ehemaliges Grand-Hotel Kulm Sonnenberg (1864) aus geniesst man eine einzigartige Aussicht hinunter auf den See, zum gegenüberliegenden Fronalpstock, nach Morschach, Sisikon, Flüelen und ins obere Reusstal.
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Wer nicht alleine vom Anblick der Gegend gesund wird oder bleibt, kann sich im Maharishi Ayurveda Gesundheitszentrum Seelisberg beraten und wenn nötig naturheilkundlich behandeln lassen.
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Nach kurzem Anstieg findet man das heimelige Schlösschen Beroldingen (erbaut vor 1500, erneuert 1671) und die Schlosskapelle (1546), in der ein zierlicher Flügelaltar mit Renaissance-Dekor (1680) steht. Wer über die Geschichte des Schlösschens mehr Auskunft haben will, kann sich beim nächsten Link informieren:
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Leicht bergab führt der Weg wieder durch schattigen Wald zum Wyler "Wyssig" und dann über 850 steinerne Treppenstufen auf einem romantischen alten Säumerweg recht steil hinunter nach Bauen.
Viel Vergnügen!
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Treib - Seelisberg - Beroldingen - Bauen / 1 Std. 50 Min.
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Treib, der Ausgangspunkt unserer Wanderung, besteht zwar nur aus der Schiffsstation, war aber im Verlauf der Jahrhunderte den Kaufleuten aus ganz Europa bekannt. Hier nämlich, wo auch heute noch das prächtige Schifferhaus zur Treib steht, mussten die Lastschiffe mit der Handelsware aus dem Norden oft tagelang im windgeschützten Hafen warten, wenn der Föhn den Urnersee allzu stark aufpeitschte. Im 19. Jahrhundert, als die vor allem englischen Touristen die prächtigen Seen- und Bergwelt der Innerschweiz entdeckten, trugen einheimische Sänftenträger die betuchten Fremden nach Seelisberg und zum mondänen Granhotel Kulm-Sonnenberg hinauf. Pro Sessel betrug der obrigkeitlich festgesetzte Tarif harte sechs Schweizer Franken. Das 1482 erstmals erwähnte Blockhaus zur Treib, das 1959 in der ursprünglichen Form erneuert wurde, war wiederholt Tagungsort von Tagsatzungen. Die heimeligen Stuben mit den glänzenden Butzenscheiben, oder im Sommer die schattige Gartenwirtschaft, laden auch heute noch zum Verweilen ein. Seit 1916 führt eine Standseilbahn vom Schifferhaus zur Treib in das auf rund 800 Meter ü.M. gelegene Seelisberg hinauf. Auch wir lassen uns von diesem bequemen Verkehrsmittel auf die Sonnenterrasse über dem Urnersee hinaufkutschieren.
Seelisberg
Von der Bergstation der Treib-Seelisberg-Bahn wandern wir auf der Strasse südwärts durch das langgezogenen Seelisberg, vorbei an der Kirche und zum legendären Grandhotel Kulm-Sonnenberg. Das Hotel wurde 1864 erbaut und hat seine touristische Blüte bereits hinter sich. Seit Anfang der siebziger Jahre gehört es den Anhzängern des indischen Gurus Maharishi Mahesh Yogi. Kurz vor dem Hotel lohnt sich ein Besuch der Wallfahrtskapelle Maria Sonnenberg aus dem 16. Jahrhundert. Von der öffentlich zugänglichen Terrasse des Grandhotels sieht man auf die 350 Meter tiefer gelegene Rütliwiese hinunter.
Beroldingen
Beim Oberdorf zweigen wir nach links auf eine Fahrstrasse ab, können aber bald unsere Wanderung auf einem Waldweg fortsetzen. Rechts unter uns liegt das Seelisberger-Seeli (mit Schwimmbad). Nach einem weiteren Asphaltstück steigt der Fussweg steil bergan. Plötzlich erblicken wir vor uns das schmucke, 1530 vom damaligen Landamman Josue von Beroldingen erbaute Jagdschlösschen Beroldingen mit seiner Schlosskapelle. Nach kurzem Abstieg auf einem alten Saumweg müssen wir leider wieder mit der Asphaltstrasse volieb nehmen.
Bauen
Links und rechts der Strasse treffen wir auf verschiedene Einzelhöfe, die hier im Gebiet Wissig verstreut liegen. Im Norden überblicken wir die dicht besiedelte und von verschiedenen Verkehrsachsen durchzogene Reussebene, die ganz im Hintergrund von der markanten Dreieckspyramide des 3072 Meter hohen Bristen dominiert wird. Nach zwei Kilometern erreichen wir das Ende der Strasse und gelangen in einen Wald. Hier beginnt der steile, aber romantisch angelegte Abstieg, der uns zum Teil auf einem Treppenweg schliesslich nach Bauen und zur Schiffsstation hinunterführt.
Quelle: Das Gelbe Heft Schweizer Woche WEGWEISER
Als Halbtages- oder Tagesausflug ist der Oberaxen auf rund 1000 m ü M ein Erlebnis in jeder Hinsicht. Schon die Fahrt von Flüelen (bei der Bushaltestelle Gruonbach) mit der Luftseilbahn ist für Neulinge aussergewöhnlich.
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Bevor man in dieses luftige Bähnchen einsteigt, lesen wir zunächst die Bedienungsanleitung, denn man löst hier kein Billett vor der Fahrt, man wird auch nicht in die Berge hinauf begleitet. Also, da steht: Bei manueller Bedienung der Seilanlage, Telefontaste drücken und Fahrt anmelden. Kinder unter 8 Jahren dürfen die Bahn nur in Begleitung Erwachsener benützen. Höchstlast 4 Pers. oder 400 kg. Aussenlasten dürfen nur an den dafür vorgesehenen Halterungen befestigt werden und dürfen die Bahn nicht seitlich überragen.
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Hinweis: Für einfache sowie Retourfahrten die nicht mehr ausgeführt werden können, wegen Sturm, Blitz, Seilbahndefekt, Stromunterbruch oder anderen Extremitäten, verpflichten sich Gruppen sowie einzelne Fahrgäste sich selber zu organisieren. Die Seilbahngenossenschaft lehnt jede Haftung ab.
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Gerne überlasse ich es den Leserinnen und Lesern dieser Hinweise, ihre Fantasie walten zu lassen und sich die oben erwähnten "Extremitäten" auszudenken, und sich vor allem die Bewältigung aller auftauchenden Probleme auszumalen. Manche interessante Kurzgeschichte könnte dabei entstehen.
Beschliesst man, trotz allem, der Technik zu vertrauen, so ruft man nun an, zur ganzen Stunde, oder zur halben, wie auf dem Fahrplan beschrieben, (ganzjährig, von 7.30 an, Mittagspause von 12.15-13.00 Uhr, dann bis 22 Uhr, halbstündlich, ausserhalb der Bedienung mit Jetonbetrieb, Jetonbezug: Post Flüelen). Es klingelt, man wird aufgefordert, ins Bähnlein zu steigen und nicht zu vergessen, die Türe zu schliessen. Es klingelt wieder und langsam, sanft und leise schwebt man über Wiesen und Bäumen in die Höhe, zum Oberaxen über der Axenstrasse.
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In der Nähe des einladenden Bergrestaurants (Details unter http://www.oberaxen.ch/) mit Sonnenterrasse steigt man aus, kann man den Fahrpreis bei einem Mitglied des Restaurant-Teams bezahlen und zunächst mal durchatmen, den Duft der Wiesen geniessen und die grandiose Berg-Aussicht von der Reussebene, nach Isenthal und bis nach Seelisberg.
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Wandervorschläge:
Flüelen - Oberaxen 1h
Tellsplatte - Oberaxen 1h
Oberaxen - Franzen 1h
Oberaxen - Rophaien 3h
Oberaxen - Eggberge 3h
Oberaxen - Giebel - Flüelen 1h 45min
Oberaxen - Unteraxen 20min (Familienfeuerstelle)
Unteraxen - Tellsplatte 40min oder Seilbahn
Wildheuerpfad
Auf http://www.gps-tracks.com/TisSuchen.asp?FiOrt=LuzernSommer findet man zum Wildheupfad folgende Erklärungen: Landschaftspflege und landwirtschaftlichen Nutzen kombinieren. Mit dem Wildheuen sind uralte Traditionen verbunden welche im Gebiet unterhalb des Rophaien nach wie vor praktiziert werden. Aber nicht nur deshalb lohnt sich ein Abstecher in das Wildheugebiet. Die Aussichten von der Flanke des Rophaien in den Urner Talboden und den Urnersee sind sensationell.
Die Beschreibung des 9 km langen, weiss/rot/weiss markierten Pfads fängt bei Eggbergen an und hört beim Oberaxen auf. Zeitangabe: 3.50 h. Zusätzlich ist der Wildheupfad mit einer separaten Tafel durchgehend beschildert.
Orte an der Route: Eggbergen - Schattigen Bergen - Chaltebrunne - Hüttenboden - Unter Ricki - Franzen - Ober Frimseli - Oberaxen - Balzenrüti - Gruonbach
Unser Weg nach Flüelen zurück: Oberaxen, Lauwital, Balzrüti, Gibel, steil absteigend zum Rouxig und anschliessend zum Usserdorf und zur Autobushaltestelle.
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Unterwegs wird einem im Lauwital bewusst, wie wild die Natur wüten kann, wenn der Bach, der auf dem Bild nicht vorhanden ist, nach Gewittern oder starker Schneeschmelze riesengrosse Baumstämme ins Tal donnern lässt.
Noch schnell eine Warnung an ungeübte Wanderer: Der Weg runter vom Oberaxen nach Flüelen garantiert Muskelkater!
Viel Spass allerseits!
Eine kleine Sammlung von weiteren Bildern aus Flüelen gefällig?
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Der Pfaffig-Stein in Flüelen
Die Flüeler bauten eifrig an ihrer Kirche. Von Tag zu Tag wuchsen die Mauern zusehends in die Höhe, und der Pfarrer des Ortes hatte eine mächtige Freude. Nicht so der Böse, der auf der obersten Planzern am Abhang des Gruonberges auf einem wuchtigen Geissberger Steinblock hockte und mit grimmiger Miene zuschaute. Wie der Bau seinem glücklichen Ende entgegenging, konnte er es auf seinem Sitz nicht mehr aushalten, er sprang herab, und mit den Worten: »Warte, Pfaff! Dir will ich die Freude versalzen!« packte er den Block und schleuderte ihn gegen Flüelen hinunter, aber der wachsame Pfaff machte gleitig das Kreuzzeichen, und der Stein fiel im obern Gütschli zu Boden und blieb da liegen bis heute. Das ist der Pfaffig-Stein.
Mitgeteilt: Robert Müller, Flüelen
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Der Stolz der Gemeinde heisst nicht nur Danioth, sondern auch Emil Huber Stockar. Sein Denkmal befindet sich neben dem Bahnhaof
EMIL HUBER STOCKAR
INGENIEUR
1865 - 1939
VORKAEMPFER UND SCHOEPFER
DES ELEKTRISCHEN BETRIEBES
DER SCHWEIZER BAHNEN
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EMIL HUBER STOCKAR ENTWICKELTE UND ERPROBTE VON 1902 - 1909
AUF DER VERSUCHSSTRECKE SEEBACH - WETTINGEN AUS EIGENER INITIATIVE
DIE TECHNISCHEN GRUNDLAGEN DES ELEKTRISCHEN BETRIEBES DER SCHWEIZER BAHNEN
UEBERLEGEN UND MIT ZAEHER ENERGIE PLANTE UND LEITETE ER
DIE ELEKTRIFIZIERUNG DER GOTTHARDLINIE UND AN DERER HAUPTSTRECKEN DER BUNDESBAHNEN
SEIN NAME BLEIBT MIT DIESEM GROSSEN WERT DER TECHNIK VERBUNDEN
Die Inschrift auf der Nordseite lautet:
DIE ELEKTRIFIZIERUNG /
DIE WASSERKRAFT UNSERER BERGE NUTZEND
MACHT DIE SCHWEIZER BAHNEN UNABHAENGIG VON DER KOHLE /
SIE IST EIN BEITRAG ZUR BEWAHRUNG UNSERER FREIHEIT /
MAENNER MIT TATKRAFT WEITBLICK UND HINGABE HABEN SIE GESCHAFFEN /
EMIL HUBER-STOCKAR WAR EINER DER ERSTEN UNTER IHNEN /
SEIN DIENST AN UNSEREM LANDE SEI UNS BEISPIEL UND VERPFLICHTUNG
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Nebenbei aber auch wichtig:
Der Maler Joseph Mallord William Turner (geb. 23.4.1775 und gest. 19.12.1851 in London) besuchte Flüelen auf seinen Reisen mehrmals: 15. Juli - 20. Oktober 1802; Ende Juli 1841, August 1842.
1843,1845 fertigte er zwei Aquarelle nach seinen Skizzen, das Aquarell "Fluelen: looking towards the Lake" (Flüelen, zum See schauend) befand sich 1982 im Yale Center for British Art). Als Pendant zu dieser Ansicht könnte das Sujet des Aquarells "Flüelen, vom Vierwaldstättersee aus gesehen" ("Fluelen: looking from Lake Lucerne) gedacht sein. Dieses Aquarell befand sich bis 1982 im Cleveland-Museum of Art, Ohio, USA
Der romantische Maler war von der Erhabenheit der Natur fasziniert. Er malte sowohl Seen und Meer, als auch Gebirge (Alpen), Naturerscheinungen, die furchteinflössend sein konnten, aber auch von wunderbarer Schönheit.
Flüelen - Gibel - Ober Axen - Sisikon - Tellskapelle
3 Std. 40 Min.
Es gibt zwar bedeutend einfachere Wege, um zur berühmten Tellskapelle zu gelangen, aber für die Wanderer ist unsere Route über den Ober Axen zweifellos landschaftlich attraktiver als die Hinfahrt mit Schiff oder Auto. Vor dem Bau der Axenstrasse anno 1865 war dieser Fussweg die einzige Landverbindung zwischen Flüelen und der Tellskapelle. Tellskapellen gibt es zwar deren drei, nämlich in Bürglen, Küssnacht und Sisikon. Die Sisikoner Kapelle ist aber von ihnen die älteste und zweifellos auch die berühmteste. Hier soll Wilhelm Tell seinen kühnen Sprung vom Nauen Gesslers auf die Tellsplatte getan haben. Die Legende will, dass die Kapelle 1388 gebaut wurde und dass bei der Einweihung 144 Männer dabei waren, die den Tell noch persönlich gekannt hatten. Das Kirchlein ist dem heiligen Sebastian geweiht und wurde in den Jahren 1879 bis 1882 vom Basler Historienmaler Ernst Stückelberg mit vier grossen Wandgemälden zur Tellgeschichte geschmückt. Seit dem 16. Jahrhundert führt die weltliche und geistliche Obrigkeit des Kantons Uri jeweilen am Freitag nach Auffahrt einen Bittgang zur Kapelle durch, zum "Lob des Allmächtigen Gottes und seiner Würdigen Muetter Mariae", aber auch "zum Troste und Gedächtnis Wilhelm Tellen von Uri", wie im Stiftsbrief zur ersten Prozession festgehalten wird.
Flüelen
Vom Bahnhof Flüelen wandern wir der Seepromenade entlang nordwärts immer parallel zur Eisenbahnlinie. Durch ein Villenviertel gelangen wir zum Gruonbach. Der Weg führt uns über das Bahntrassee und zur Axenstrasse, die wir überqueren. Wir wenden uns nordwärts, und auf einem steil nach rechts abzweigenden Quartiersträsschen wandern wir bergan in den Bannwald von Flüelen. Wir überqueren den Bach auf einer Brücke und steigen am andern Talhang steil zur Häusergruppe von Gibel empor. Weiter geht es auf einem guten Weg durch mehrere kleinere und grössere Täler.
Ober Axen
Wir verlassen den Wald und erreichen nach kurzer Wegstrecke das Bergrestaurant auf dem Ober Axen. Von hier haben wir einen weiten Ausblick ins Reusstal im Süden, auf den Urnersee und die Rigikette im Norden. Über offene Wiesen steigen wir nordwestwärts zum Unter Axen hinunter und von dort durch den Wald zur Axenstrasse, die wir beim Hotel Tellsplatte erreichen. Ein schöner Fussweg führt uns von hier in mehreren Kehren zur Tellskapelle hinunter.
Sisikon
Nach dem Besuch der Tellskapelle erreichen wir nordwärts die Schiffsstation Tellsplatte, wo sich per Schiff eine Abkürzungsmöglichkeit nach Flüelen oder Sisikon bietet. Wir wandern auf einem neu angelegten Wanderweg knapp über dem Ufer nach Sisikon. Nur für die letzte Wegstrecke müssen wir zur höher gelegenen Axenstrasse hinaufsteigen. Auf dem sicheren Trottoir gelangen wir nach Sisikon, wo sich die Bahnstation befindet.
Quelle: Das Gelbe Heft, Schweizer Woche WEGWEISER
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Sisikon am Urnersee
Sisikons "Badestrand"
Link zu Camping Bucheli in SisikonWeinbau in Sisikon
Im Gumpisch usset-dem Tällä soll friähner ä Wybärg gsy sy. Jetz isch es mit Wald und Steig'rell iberdeckt. Wossi a der Axästrass b'buwä hennt, hed än Arbeiter dert nu ä Wystock midarä ganzä Trubä mit grossä Beeränä g'fundä. Au i der undärä Bitzimatt isch vor Zyttä-n-ä Wybärg g'sy, aber dert heig der Schnee d'Räbä-n-appägschlagä; äs isch halt gar stotzig dertä.
J.J. Huber u.a.
Der Weinberg im Gumpisch hat sich nach Mitteilung der Brüder Infanger vom äussern Tellen in der Nähe des Eisenbahn-Wärterhäuschens befunden und sei, wie ihre Voreltern überliefert, durch eine Rübi zerstört worden, die ganze, noch in ihrem Erdreich aufrecht stehende Tannen mit sich gebracht habe. Gumpisch gehört heute zum Gut Bittleten am äussern Tellen, war aber zeitweilig eine Liegenschaft für sich.
Quelle: Sagen aus Uri Band 1
3 Std. 20 Min.
Ausgangspunkt unserer Wanderung über Morschach nach Sisikon ist der beliebte Ferienort Brunnen, in einer der schönsten Buchten des Vierwaldstättersees gelegen. In früheren Zeiten, als es noch keine Axenstrasse gab, war Brunnen ein wichtiger Umschlagplatz auf der Gotthardroute. Hier musste sämtliche Ware aus Nord und Süd vom Land aufs Schiff oder umgekehrt umgeladen werden. Erst 1865 wurde die Axenstrasse gebaut, damals nicht nur eine touristische Attraktion, sondern das letzte fehlende Wegstück auf der Nord-Süd-Route von Deutschland nach Italien. Die früher mächtige Zunft der Schiffsleute von Brunnen verlor von diesem Moment an ihre wirtschaftliche Notwendigkeit. Die verkehrstechnische Bedeutung der Axenstrasse dauerte allerdings nicht sehr lange. Keine 20 Jahre später wurde die Gotthardbahn eröffnet und der Güterverkehr verlagerte sich auf die Schiene. In der Geschichte der Eidgenossenschaft spielt Brunnen insofern eine wichtige Rolle, als hier anno 1315 die Urkantone den Rütlischwur erneuerten. Brunnen ist nicht nur Ausgangspunkt für schöne Wanderungen, sondern auch für ausgesprochene Bergtouren am Grossen Mythen. Auf unserer Wanderung hoch über der Axenstrasse ins etwa 200 Meter höher gelegene beliebte Feriendörfchen Morschach haben wir auf der andern Seeseite historische und touristische Sehenswürdigkeiten vor Augen: das Rütli, den Schillerstein und hoch am Grat oben das schmucke Seelisberg.
Brunnen
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Pension Ochsen in Brunnen
Wir wandern vom Bahnhof Brunnen zum Dorfzentrum Richtung See. Beim Gasthaus Ochsen zweigen wir nach links ab und gelangen unter der Bahnlinie hindurch auf ein Strässchen, das uns in mehreren Kehren durch den Ingenbohler Wald bergwärts führt. Bald stossen wir auf das Chänzeli, wo wir einen ersten Ausblick auf den Urnersee, die Axenstrasse, den Schillerstein und das Rütli geniessen. Wir wenden uns wieder waldeinwärts, und immer steiler ansteigend gelangen wir bei Axenstein an den Dorfeingang von Morschach.
Morschach, von Bauen aus gesehen:
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Auf einem Fahrsträsschen gelangen wir ins Dorfzentrum. Wer diese erste Wegstrecke abkürzen will, kann von Brunnen aus das Postauto nach Morschach benutzen. In früheren Jahren verkehrte auf dieser Bergstrecke eine romantische Bahn. Der Kurort tat seine erste touristische Blüte bereits hinter sich. Wir setzen unsere Wanderung auf einem Strässchen in südlicher Richtung fort. Über uns transportieren mehrere Hochspannungsleitungen elektrische Energie aus den Alpen in die wirtschaftlichen Zentren des Mittellandes. Bei der Häusergruppe von Schilti erreichen wir den höchsten Punkt unserer Wanderung.
Sisikon
Auf einem leicht absteigenden Weg gelangen wir in ein Tobel, und bald erreichen wir bei Binzenegg die Riemenstaldenstrasse, die wir überqueren. Auf einem kleinen Weg steigen wir von der Strasse zum Riemenstaldner Bach hinunter. Wir überqueren den Bach auf einer kleinen Brücke und erreichen dem Bachbett entlang Sisikon. Wir überqueren die Axenstrasse, gelangen zum Bahnhof oder weiter unter der Bahnlinie hindurch zur Schiffsstation.
Quelle: Das Gelbe Heft, Schweizer Woche, WEGWEISER
Die Gemeindekanzlei Altdorf berichtet:
Altdorf erhält das Label Energiestadt
"24. Sept. 2008 - Am 23. September 2008 hat der Trägerverein Energiestadt der Gemeinde Altdorf für ihr vorbildliches Verhalten in der kommunalen Energiepolitik das Label Energiestadt zugesprochen."
Hier meine kleine Bildergalerie, entstanden auf Streifzügen durch Altdorf
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Die Noten sowie die Texte der Ürner Liädli von Berti Jütz sind zu finden in: Bibliotheksgesellschaft Uri; Ä Strüüss Ürner Liäder; 20. Jahresgabe der Bibliotheksgesellschaft Uri; Altdorf 1986, S. 21.
Zoogä-n am Boogä
Entstehung: um 1919/20
Zoogä-n am Boogä dr Landammä tanzet,
wiä dr Tyyfel dur d Tiili durä schwanzet.
Düli düli dü pfyyft ds Klaarinett
Hittä gähmmer nit i ds Bett.
Und jüppä-di-büi und Zottä dra,
nur immer scheen dä Wändä nah!
Und jüppä-di-büi und Zottä dra,
nur immer scheen dä Wändä nah!
Sepp nimm ds Vreenäli rächt a di anä,
häb di am Rock wiä amänä Fahnä!
Nimms rächt züächä und häbs um ä Büüch!
Hit wird tanzet, hit gaht s rüüch!
Und jüppä-di-büi
Beedälä, chäibä, tanzä und schwitzä,
d Tscheepä abziäh und d Ärmel umälitzä!
Hittä tanzet diä Jung und dr Alt
und d Süü und dr Bock und dr Stiär und ds Chalb!
Und jüppä-di-büi
Und wenn s dr Pfarrer nit will lyydä,
so gänd em än alti Kafemüli z tryybä!
Und wer nit tanzä-n und beedälä cha,
dem trüüret, wenn s ä butzt, käi Tyyfel drnah!
Und jüppä-di-büi
Das Bataillonslied
Entstehung: um 1921
Wätterbrüün wiä Kafesatz,
äs Dryyegg uf dä Pattä
Haaggäneegel i dä Schüäh
und bolzgrad wiä-n ä Lattä.
Ja Müätter lüäg, das isch dyy Sohn,
Är isch bim Ürner Battälion
Ja Müätter lüäg, das isch dyy Sohn,
Är isch bim Ürner Battälion
Und chunnt ä Find, so sell är cho.
Miär tiänt ä dä scho üüsä.
Ä Chugg1ä-n äim! Ä Füüscht uf s Gläff.
De cha-n är de ga pfüüsä.
Ja Müätter lüäg
Und wenn miär nyt zum Drischlaa hent,
so hemmer s gäärä gmiätli,
bi Chääs und Branz und Kafedampf,
da singet miär äs Liädli.
Ja Müätter lüäg
Quelle: http://www.katzenmusik.ch/BR_Brauchtum/BR_Volkslieder_Juetz.htm
Nun zu Hanns in der Gand, Komponist des Liedes "Gilberte de Courgenay". Den Text dazu findet man bei
http://www.swisstenor.ch/musik/mediaplayer/probe9.html
Homepage Daniel Stüssi, sänger - musicaldarsteller - sprecher
Gilberte de Courgenay
Bi Prunterut im Jura, da het ä Wirt äs Huus,
da luegt äs Meitschi jedi Stund drümal zum Fänschter us.
Und fragsch du dänn d'Soldate, wer ächt das Meitschi sei,
da lüpft es jedem Schwizerbueb sis Herz und au sis Bei.
C'est la petite Gilberte, Gilberte de Courgenay,
elle connait trois cent milles soldats et tout les officiers.
C'est la petite Gilberte, Gilberte de Courgenay,
on la connait dans tout la suisse et tout l'armée.
Sig eine ä Trompeter, sig eine ä Tambour,
sig eine simple Solidat, sie het sie a dr Schnuer,
vom Corporal zum Lütenant bis ufe a Major,
wer het die alli mitenand bim Zipfel und bim Ohr?
C'est la petite Gilberte, Gilberte de Courgenay,
elle connait trois cent milles soldats et tout les officiers.
C'est la petite Gilberte, Gilberte de Courgenay,
on la connait dans tout la suisse et tout l'armée.
Und fragsch, was tüfels het si denn, isch die dänn gar so schö?
Ae ba, ich ha scho i dr Schwiz mängs tused schönri gseh,
s`weiss keine rächt wo dra das lit, am Aug oder am Schueh,
doch das isch wurscht, me wird verruckt und singt an einem zue:
C'est la petite Gilberte, Gilberte de Courgenay,
elle connait trois cent milles soldats et tout les officiers.
C'est la petite Gilberte, Gilberte de Courgenay,
on la connait dans tout la suisse et tout l'armée.
Und gäb me mir äs Regimänt, ich seiti oh Herrje.
O wär ich doch nu Lütenand und nur i Courgenay.
Was nützed mir all Offizier und über tuusig Ma.
Ich muess bim Herrgott sapermänt ganz öppis anders ha:
C'est la petite Gilberte, Gilberte de Courgenay,
elle connait trois cent milles soldats et tout les officiers.
C'est la petite Gilberte, Gilberte de Courgenay,
on la connait dans tout la suisse et tout l'armée.
Und wänn dr Chrieg dänn dure isch und alles heizue gaht
und wänn dr Wirtin ihres Huus leer a dr Strass a staht.
Wer wüscht am Fischter d`Augli us und luegt i d`Ajoia
und trured um die drümal hunderttuusig schöne Ma?
C'est la petite Gilberte, Gilberte Courgenay,
elle cherche ses troi cent milles soldats et tous ses officiers.
C'est la petite Gilberte, Gilberte Courgenay
Elle pleur maintenant pour tout la suisse et tout l'armée.
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Vom Nachtwächter in Altdorf
Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr, dem Feuer zum Trutz, den Menschen zum Schutz
Auf der Homepage der Gemeinde Altdorf ist zu lesen: "Der Nachtwächter von Altdorf, der bis weit in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts hinein dem Urner Hauptort das Gepräge gab, rief bei jedem Wetter ins nächtliche Dorf mit lauter Stimme und vergass nie, dem Ruf eine Warnung vor dem Feuer beizufügen:
Lüägit zu Fyr und Liächt, dass ych Gott und Maria wohl bhiät!
Dieser Spruch ist sinnbildlich für das Element Feuer, das dem Menschen nicht nur Nutzen zu bringen vermag sondern bei unkontrolliertem Ausbreiten auch eine grosse Bedrohung für die Menschen, Tiere und das Hab und Gut darstellt. So waren grosse Feuersbrünste im Föhntal Uri immer wieder eine schlimme Heimsuchung. Die drei Dorfbrände von Altdorf (1400, 1693 und 1799) geben dem Dorfwappen des Hauptortes ein Zeichen in Form der 3 roten Balken. Aber auch die Grossbrände von Hospenthal 1699, von Andermatt 1766 und von Fernigen im Meiental 1778 haben bleibende Zeichen hinterlassen. 1636 werden Verordnungen durch den Landrat erlassen und 1818 das Feuern bei Föhn unter Strafe verboten. Aufgrund dieser immer wiederkehrenden Bedrohung werden sogenannte Föhnenwachen geschaffen, die bis weit in das 20. Jahrhundert hinein ein nicht unwesentlicher Bestandteil zum Schutze der Urnerbevölkerung waren."
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Auf der Homepage der Gemeinde Flüelen liest man
"Der Nachtwächter rief in Flüelen bis anfangs der 1880er-Jahre nachts die Stunden. Er trat im Winter um 20 Uhr und im Sommer um 21 Uhr seine Runde an. Sein erster Ruf hatte folgenden Wortlaut:
"Losit was will ich ich sägä,
die Gloggä het nini gschlagä, nini gschlagä!
Sorget wohl zu Fier und Liecht,
dass is Gott und Mariä bhüet!
Ich gah jetzt auf die Wacht
Und winsch Euch allen ä gueti Nacht!"
Der Nachtwächter fügte oft einen kürzeren oder längeren Vers bei, in welchem er in der Nähe wohnende Behördenmitglieder und Dorf-Persönlichkeiten eine ganz besonders geruhsame Nacht wünschte. An Weihnachten und an den übrigen hohen Festtagen lautete der Morgenruf des Nachtwächters:
"Steht auf im Namen unseres Herrn Jesu Christ!
Der heilige Tag, der alles vermag;
Gott geb' uns heut' allen ä guete Tag."
Wie Künstler unsere Umgebung darstellen
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Joseph Mallord William Turner Urnersee
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Paul Klee Sindbad der Seefahrer
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Paul Klee
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Paul Klee Unterwassergarten
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Paul Klee Park bei Luzern
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Stich Ausfahrt Urnersee Brunnen Mythen
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Heinrich Danioth Die Föhnwacht Bahnhof Wartesaal Flüelen
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Wer im Märchenwald von Spiringen spaziert, dem fallen Informations-Tafeln auf, von denen ich hier weiter unten im Text eine abgebildet habe. Sie geben Aufschluss über die Geschichte der ganzen Gegend rund um den Klausenpass, über die Korporation Uri und das Forstwesen auf dem Urnerboden. Zu lesen ist auch nebst der Geschichte der Grenze zwischen den Kantonen Uri und Glarus auch Informationen über das berühmte Klausenpass-Memorial-Rennen. Damit die Leserin und der Leser seine Augen nicht strapazieren muss, habe ich die Texte abgeschrieben und die Bedeutung von einigen Wörtern, die nicht allen geläufig sein sollten, in Klammern dazugefügt.
Die Geschichte
"Erstmals entdeckt wurde der Klausenpass und somit der auf rund 1300 m Höhe gelegene Urnerboden vor über 3000 Jahren. Ein Bronzedolch vom Klausenpass geht auf diese Zeit zurück.
Die Enklave Urnerboden stellt in mancherlei Hinsicht eine Besonderheit dar. Obwohl das Gebiet topografisch viel eher zum Kanton Glarus gehört, ist es politisch dem Kanton Uri und erst noch der weiter entfernten Gemeinde Spiringen und nicht dem benachbarten Unterschächen zugeteilt. Woher das kommt kann nicht genau eruiert werden. Die Grenzziehung von 1196 sagt über die Gründe auch nichts aus, so dass man auf Hypothesen angewiesen ist. Eine davon scheint den Tatsachen am nächsten zu kommen: Ursprünglich gehörten Urnerboden, Unterschächen und Spiringen zusammen. Bei der Abkuhrung (Trennung) der Gemeinde Unterschächen von Spiringen im Jahre 1713, hat Spiringen an Unterschächen nur das abgetreten, was sie wollte. Den Urnerboden als prächtiges Weidegebiet hat sie behalten."
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Die Korporation Uri
"Rund ein Drittel der Oberfläche des Kantons Uri wird als Alpweiden für Rind- und Schmalvieh (Federvieh) benützt. Obwohl die Korporation Uri die mit Abstand grösste Alpweidenbesitzerin ist, gehört ihr kein einziges Stück Vieh. Sie überlässt die Nutzung ihrer Alpen den urnerischen Landwirten und Kleinviehhaltern. Die Alpen sind das eigentliche Rückgrat der urnerischen Landwirtschaft. Dies haben schon unsere Vorfahren klar erkannt. Aus diesem Grund haben sie die Alpen im Allgemeingut gelassen und in gesetzlichen Bestimmungen strenge Grundsätze über Zeit und Nutzung der Alpweiden erlassen. Damit wird garantiert, dass die Alpen nicht von wenigen Bauern in Beschlag genommen werden können. Der Urnerboden gehört zum grössten Teil der Korporation Uri."
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"Hier darf nur alpen, wer Korporationsbürger ist und über ein Alprecht verfügt. Dieses kann verkauft, vererbt oder unter bestimmten Auflagen auch verpachtet werden, allerdings nur an Korporationsbürger. Die Gebäude, nicht aber der Grund und Boden, sind Privateigentum. Die Älpler besitzen also nur Baurechte auf den Korporationsalpen. Ein Älpler darf gesamthaft nicht mehr als 40 Kuhessen (Masseinheit: Portion Heu, die eine Kuh in einem Jahr braucht) auf Korporationsgebiet sömmern. Ein Pferd entspricht zwei, eine Kuh und ein Zeitrind (ein ausgewachsenes Rind) einem, ein Maisrind einem halben und ein Kalb einem Drittel Kuhessen."
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"Der Tierhalter bezahlt für den Viehauftrieb eine Taxe, den sogenannten Viehauflag. Dieser ist nicht nach der Dauer der Nutzung, sondern nach Tiergattung, Tierhaltung und anderen Gesichtspunkten abgestuft. Ein Korporationsbürger, der fremdes Vieh auf die Alp auftreibt, bezahlt den doppelten Auflag. Der Erlös wird zum allergrössten Teil zur Förderung der Alpwirtschaft verwendet. So etwa für die Räumung von Schutt- und Steinmassen oder für den Bau von Alpwegen und Brücken."
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"Die ganzjährige Bewohnbarkeit des Urnerbodens hat ihre eigene besondere Geschichte. Gemäss dem alten Landbuch von Uri durfte sich nämlich niemand länger als ab dem Weissen Sonntag (erster Sonntag nach Ostern, Erstkommunionssonntag) bis Weihnachten häuslich auf dem Urnerboden aufhalten. Obwohl der Urnerboden als Ganzjahressiedlung verboten war, wurde diese Landbuchbestimmung immer wieder übertreten. Als 1874 mit der neuen Bundesverfassung die Niederlassungsfreiheit garantiert wurde, nutzten die Urnerbödeler die Gelegenheit und beschwerten sich beim Bundesrat wegen Beeinträchtigung ihres verfassungsmässigen Anspruchs auf Ganzjahressiedlungen. Dieser entschied 1877, dass die Wegweisung vom Urnerboden zur Winterzeit nicht statthaft ist. Damit war die ganzjährige Bewohnbarkeit des Urnerbodens gegeben und ist es bis heute geblieben."
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Das Forstwesen auf dem Urnerboden
"Auf dem Urnerboden sind insgesamt 526 Hektaren bewaldet. Sämtlicher Wald wird durch die Korporationsbürgergemeinde Spiringen bewirtschaftet."
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"In dieser Höhenlage ist die Fichte, auch Rottanne genannt, die dominierende Baumart. Daneben sind auch der Bergahorn und der Vogelbeerbaum recht häufig anzutreffen. In den höchsten Lagen, an der Waldgrenze, kommt oft nur noch Gebüschwald mit Alpenerlen vor.
An den steilen Südhängen stehen nur vereinzelte kleinere Waldpartien zwischen den Lawinenzügen. Diese Wälder schützen die unterliegenden Siedlungen vor Lawinen und Steinschlag. Der Grossteil der Waldfläche steht auf der Schattenseite, im Wängiswlad."
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"Hier wütete am 27./28. Februar 1990 der Sturm "Vivian". Über Nacht wurden rund 150 Hektaren Wald zerstört. Die Bäume waren mehrheitlich über 200 Jahre alt. 41'000 m3 Sturmholz wurden in den folgenden zwei Jahren aus dem Wald geschafft. Heute steht auf den Windwurfflächen (Fläche, auf der der Sturm die Bäume umgeworfen hat) schon wieder ein schöner, hauptsächlich natürlich entstandener Jungwald. Die kommenden Generationen werden hier wieder wertvolles Bergholz nutzen können.
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Sagen: "Der Grenzlauf" und "Das Sennentunscheli"
Der Grenzlauf
"Vor langer Zeit stritten sich die Urner mit den Glarnern um ihre Landesgrenze. Da wurde von den Bürgermeistern das Urteil gesprochen: "Zur Tag- und Nachtgleiche solle von jedem Teil frühmorgens, sobald der Hahn krähe, ein rüstiger, kundiger Wanderer ausgesandt werden und jedweder nach dem jenseitigen Gebiet zulaufen; da, wo beide Männer sich begegneten, solle die Grenzscheide festgesetzt bleiben; der kürzere Teil möge nun fallen diesseits oder jenseits."
Die Wanderer wurden ausgewählt. Beim ausgesuchten Hahn schaute man besonders darauf, dass er sehr früh zu krähen begann. Ein altes Mütterlein riet den Urnern, ihren Hahn in einen Korb zu legen und ihm wenig essen und trinken zu geben. Die Glarner aber fütterten ihren Hahn und gaben ihm zu trinken, so viel er wollte. Sie dachten, so würde der Hahn sehr früh wach werden.
Als dann der Herbst kam und der bestimmte Tag da war, geschah es, dass der Hahn in Altdorf zuerst krähte allerdings nur, weil das alte Mütterlein in der Küche um Mitternacht mit den Pfannen zu hantieren begann. Der Urner Wanderer brach froh in Richtung der anderen Seite auf. Die Sterne waren verschwunden, das Linthal stand schon in voller Morgenröte und der Glarner Hahn schlief noch in aller Ruhe. Das ganze Volk umringte und beobachtete ihn. Aber die Ehrlichkeit verbot es ihnen, den Hahn zu wecken. Denn so war es abgemacht. Endlich krähte er. Aber für den Glarner Wanderer wurde es schwer, denn der Urner hatte schon einen grossen Vorsprung. Ängstlich rannte er los, da sah er den Urner schon oben an der Hügelspitze laufen; ja er lief sogar schon talwärts. Viel zu schnell trafen die beiden Männer aufeinander, genau am Staldenhäreli ob den Fruttbergen. Der Urner rief: "Hier ist die Grenze!" "Nachbar", sagte der Glarner betrübt, "sei gerecht und gib mir einen Teil von deiner Weide, die du gewonnen hast." Doch der Urner wollte ihm nichts geben. Aber der Glarner blieb hartnäckig. Er gab keine Ruhe, bis der Urner nachgab und sagte: "Soviel wie ich dir gebe, trägst du mich den Berg hinauf." Da nahm ihn der Glarner auf seinen Rücken und kletterte Stück für Stück, Schritt um Schritt den Felsen hinauf. Plötzlich versagte sein Atem. Er sank zu Boden und trank mit dem Urner auf dem Rücken vom kalten Bergbach. Da brach der Glarner tot zusammen.
Die Urner freuten sich über ihren Sieg. Doch die Glarner ehren den Mut und die Treue ihres Hirten bis in die heutige Zeit."
Von der Homepage http://www.i-uri.ch/de/navpage-CultureURI-LegendsURI.html entnehme ich die folgende Sage:
Das Sennentunscheli auf Wyyssenboden
Den zwei Knechten und dem Senn auf Wyyssenboden ist es eines Sommers offenbar zu langweilig geworden und sie haben zueinander gesagt: "Ah, wir sollten doch auch eine Frau bei uns haben." Und dann sind sie daran gegangen und haben aus Flicken und Lumpen einen "Tittitolg" (Puppe aus Lumpen) zusammengeflickt, haben ihm Frauenkleider angezogen und ihm den Namen Zurrimutzi gegeben. Wenn sie gegessen haben, haben sie ihm den Reisbrei oder die geschlagene Nidel ins Gesicht gestrichen und zu ihm gesagt: "Da, friss auch!" und wirklich, eines Tages hat die Puppe zu essen angefangen und ist immer munterer geworden und hat sogar angefangen zu reden, aber nur mit dem Senn. Von da an ist das Zurrimutzi für sie zur Haushälterin geworden. Es hat für sie gekocht, gewaschen und geflickt und hat ihnen sogar geholfen das Vieh zu versorgen.
Dies alles hat den dreien natürlich schon gepasst, und sie haben mit dem Tunscheli allerlei "Gugulfüär" (Scherz, Spass) getrieben und haben es abwechslungsweise zu sich ins Bett genommen.
Wie es dann aber auf den Herbst zugegangen ist, haben sie zueinander gesagt: "Der Toggel (die Puppe) muss dann dableiben, den nehmen wir nicht mit uns." Am Abend bevor sie von der Alp gegangen sind, hat er ihnen noch geholfen das Vieh zusammen zu treiben. Aber wie sie am nächsten Tag in aller Herrgottsfrühe, mir nichts, dir nichts, weggehen wollten, hat er sich in seiner ganzen Grösse vor sie hingestellt und sie angeredet: "So, den ganzen Sommer habe ich euch geholfen zu arbeiten und zu werken, und ihr habt ein "Floonerlääbä" (floonä: nichts tun) und euren Spass an mir gehabt. Jetzt gehört mir auch eine Freude. Ich muss freilich dableiben, aber einer von euch auch!"
Da sind sie dumm dran gewesen, aber es hat kein Entkommen mehr gegeben. Und so haben sie das Los gezogen und es hat sich ergeben, dass es den Senn getroffen hat. Die andern beiden hat das Tunscheli gehen lassen, ihnen aber verboten zurückzuschauen, solange sie noch auf dieser Alp seien. Da sind die zwei losgezogen und haben den Senn alleine mit dem Tunscheli zurückgelassen. Und wie sie beim Grenzstein vorbei gewesen sind, drehen sie sich um, und da sehen, wie das Zurrimutzi und der Senn auf dem Hüttendach miteinander schwingen. Nach einer Weile wird der "Toggel" Meister über den Senn und wirft ihn vom Dach herunter. Er springt ihm nach, kniet auf ihn darauf, nimmt sein Messer hervor und "schindet" (die Haut abziehen) den Senn bei lebendigem Leib und breitet die blutige Haut auf dem Hüttendach aus.
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Das Klausenrennen
"Das Klausenrennen von 1922 bis 1934 war mit Abstand das bekannteste und schwerste Bergrennen jener Zeit. Keine andere Bergstrecke faszinierte Zuschauer und Rennfahrer so sehr wie die 21.5 kam lange Schotterstrasse von Linthal zur Klausenpasshöhe, die über 1237 Höhenmeter und durch 136 Kurven führte. Von 1922 bis 1934 trafen sich Jahr für Jahr die besten Rennfahrerinnen und Rennfahrer der Welt, um sich am Klausenpass zu messen.
Auf feuerspeienden Grand-Prix-Rennwagen jagten und schleuderten sie von der Geschwindigkeit besessen, fauchend und brüllend mit 200 Sachen über den Urnerboden, hinein in die wilde Chlus, hinauf zum Ziel am Fusse des 3267 Meter hohen Clarides.
1930 stellte der 23-jährige Engländer Tom Bullus auf einer NSU mit 16.42.10 Minuten einen neuen Motorrad- Klausenrekord auf, der auch in den letzten beiden Klausenrennen von 1932 und 1934 nicht mehr unterboten wurde. Bei den Automobilisten hingegen fiel der absolute Klausenrekord mit der letzten Austragung 1934. Der Deutsche Rudolf Caracciola fuhr auf dem Grand-Prix-Rennwagen W25 von Mercedes die sagenhafte Durchschnittsgeschwindigkeit von 83,9 km/h, wohlverstanden auf einer schmalen, unbefestigten Schotterstrasse, 15.22.2 Minuten, eine unglaubliche Zeit!
Ein Blick auf die Ranglisten der 10 historischen Klausenrennen lässt erahnen, was für ein hoch stehender Rennsport am Klausenpass geboten wurde.
Im Jahr 1993 ertönten nach langem Unterbruch wieder die Motoren am Klausenpass. Das Klausenmemorial war geboren. Eine ruhmreiche Zeit kehrt an ihren Ursprung zurück."
Interessante Links :
Spiringen KlausenpassNatürlich fahren nicht nur Oldtimer am Klausenpass Rennen. An der Tour de Suisse 2008 wird man auch Velofahrer bewundern können, wie sie in für Normalsterbliche unvorstellbarer Schnelligkeit den Berg erklimmen werden.
TOUR DE SUISSE 2008 IM KANTON URI 21./22. JUNI 2008
Das ist die Schlagzeile des Pfyyl: Beilage des Urner Wochenblattes vom Mittwoch, 11. Juni 2008
Auf Seite 12 und 13 erinnert Ralph Aschwanden in einem Text an Bibi Imhof. Hier die Abschrift des Zeitungsartikels:
FÜNF KALBSPLÄTZLI UND EIN STÜCK BROT FÜR DEN WELTMEISTER
"Bibi Schweiz" / Der Radsport hat im Kanton Uri eine lange Tradition. Zu verdanken ist dies unter anderem dem grossen Sportförderer, dem 1977 verstorbenen Franz "Bibi" Imhof aus Bürglen.
1951, Varese - Weltmeisterschaften der Radrennfahrer. Ferdi Kübler erringt nach einer langen Flucht den Weltmeistertitel für die Schweiz und stürzt damit das ganze Land in einen riesigen Freudentaumel. Obwohl sich viele Funktionäre in diesem Moment um den neuen Strassenweltmeister drängen, will sich Ferdi Kübler nur von einem auf den Schultern tragen lassen: Franz "Bibi" Imhof vom "Schützenhaus" in Bürglen. Das Bild der beiden geht um die Welt.
"Mister Sport"
Franz "Bibi" Imhof durfte im Kanton Uri ohne Weiteres den Namen "Mister Sport" für sich in Anspruch nehmen. Kaum ein Urner Sportler, der nicht von ihm gefördert worden wäre, viele internationale Sportler, die immer wieder gerne im "Schützenhaus" einkehrten. Seine Berühmtheit zeigte sich auch darin, dass selbst Karten aus dem Ausland mit der Adresse "Bibi Schweiz" ihren Weg nach Bürglen fanden. Besonders angetan hatte es "Bibi" aber der Radsport. Schon 1934 war er bei der Gründung des VMC Bürlen mit dabei. Später initiierte er die Tell-Stafette sowie nationale und internationale Rad- und Querfeldeinrennen im Kanton Uri.
Sportlernahrung ...
Mit Ferdi Kübler verband "Bibi" eine langjährige Freundschaft, die in Varese einen ersten Höhepunkt erreichte. Jeweils einen Tag vor einer Weltmeisterschaft erhielt "Bibi" im "Schützenhaus" Besuch von Ferdi Kübler, der sich mit einer Fahrt über den Klausen auf das kommende Rennen vorbereitete. Auch am Tag vor dem Gewinn seines Weltmeistertitels in Varese kehrte Ferdi Kübler in Bürglen ein und erhielt von "Bibi" sechs Kalbsplätzli, ein Stück Brot und einen Tee serviert, bevor er sich weiter in Richtung Klausen aufmachte.
Mit seinem weissen Hut, dem roten T-Shirt mit Schweizer Kreuz und der niemals fehlenden Urner Fahne war "Bibi" an den grossen Rundfahrten in Frankreich, Italien und der Schweiz ein bekanntes Bild. An der Tour de France, beim Giro d'Italia und an der Tour de Suisse war er als Korrespondent der Urner Zeitungen oder als Kommissär tätig und betreute dabei immer ganz speziell die Schweizer Radrennfahrer. Als der "Blick" 1968 einen Spendenaufruf zur Finanzierung der Schweizer Delegation an der Tour de France machte, gehörte "Bibi" zu den ersten Spendern.
Zentrum der Radwelt
Immer wieder konnte "Bibi" auch die Tour de Suisse im Kanton Uri begrüssen. Das Restaurant Schützenhaus war in diesen Tagen jeweils das Zentrum der internationalen Radwelt, in dem sich Grössen wie Eddy Merckx, Fausto Coppi, Hugo Koblet oder Gino Bartali trafen, um mit "Bibi" über den Radrennsport zu sprechen.
Auch einen der tragischsten Momente der Tour de Suisse im Kanton Uri - den Tod des belgischen Rennfahrers Richard Depoorters 1948 in einem Tunnel oberhalb von Wasser - erlebte "Bibi" als Kommissär in einem der unmittelbar folgenden Wagen hautnah mit.
"Le grand jour de Bibi Imhof"
Seine Liebe zum Radsport zeigte sich insbesondere auch bei der Unterstützung von kantonalen Talenten. Carlo Lafranchi, Alois Schönenberger und insbesondere Karl Brand aus Seedorf durften sich auf die Hilfe von "Bibi" verlassen. Selbst mit seinem langjährigen Freund Ferdi Kübler legte sich "Bibi" 1968 an, als Ferdi Kübler als Teamchef der Schweizer zunächst Karl Brand nicht für die Tour de Suisse nominieren wollte. "Bibi" und weitere Urner drohten gar mit einem Boykott der Tour de Suisse, falls Karl Brand nicht aufgeboten werden sollte: "Die TdS wird in diesem Fall keinen Urner Boden passieren, weder in Göschenen starten, noch den Susten oder die Furka überqueren!" So weit sollte es aber nicht kommen, Karl Brand konnte starten und auch das von "Bibi" initiierte Bergzeitfahren Bürglen-Klausenpass fand statt. Die "Semaine sportive" aus Genf konnte getrost titeln: "Le grand jour de Bibi Imhof."
Ralph Aschwanden
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Beschreibung von Klausenpass und Urnerboden für Wort- und Bildgeniesser
Diesen Sommer hatten wir die Gelegenheit, den wild-romantischen Klausenpass und vor allem den weitläufigen Urnerboden zu geniessen. Später erhielt ich ein altes Buch mit der genauen Beschreibung des Passes und der dazugehörenden imposanten Gebirswelt, auch über die Geschichte dieses historisch so bedeutenden Tales. Und so verbinde ich 1900 mit 2007, ein alter, weitschweifender, blumig erzählter aber noch gültiger Text garniert mit neuen Bildern. Der Text muss jedem gefallen, der nicht nur so schnell wie möglich von A nach Z lesen will, so wie Autofahrer am Klausenpass-Memorial-Rennen, die möglichst schnell von A nach B düsen.
Über den Klausen
Auf neuer Gebirgsstrasse zwischen Ur- und Ost-Schweiz
Von Prof. F. Becker
Im Auftrag der h. Regierungen von Uri und Glarus herausgegeben vom Verkehrsverein für den Kanton Glarus
Glarus 1900
Im Kommissionsverlag von Bäschlin's Buchhandlung
"Nicht weit ausser dem Flecken Altdorf zweigt die Klausenstrasse von der Gotthardstrasse ab. Rechts in einer Wiese steht ein stattliches Gebäude, das urnerische Zeughaus, das frühere Korn- und Salzhaus, wo die Landesregierung väterlich für die Ernährung der Bürger in guten und bösen Zeiten sorgte; vom nahe gelegenen Richtplatz, wo die Gerichte die armen Sünder straften, sind die Spuren verschwunden.
Wir versinken wieder in alte Zeiten, nur die Mauern an der Strasse, an denen noch kein Epheu rankt, erinnern uns wieder ans Neue.
Bald zeigt sich Bürglen, die Geburtsstätte Tells, trutzig und zugleich lachend auf einen Hügel gebaut. Ist das eine Wehre oder eine Einladung zum Eintritt ins Thal? Ein finsterer Turm steht neben der Kirche, zugleich aber auch ein freundliches Gasthaus; wir dürfens also wagen."
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"Wir treten an den von der Poesie verherrlichten Schächen. Ja, der schafft ja ganz prosaisch, trägt Hölzer aus dem Thal und sägt und spaltet sie; weiter oben treibt er sogar ein Elektrizitätswerk. Ist das der Schächen? Ja, denn das sagt uns ein Denkmal an der Brücke zur Erinnerung an Tells Tod und ein Spruch drauf von Uhland:
Weithin wird Lob gesungen, wie du das Land befreit;
Von grosser Dichter Zungen, vernimmt's noch späte Zeit;
Doch steigt am Schächen nieder, ein Hirt im Abendrot,
Dann hallt im Felsthal wieder, das Lied von deinem Tod.
Gott grüss dich Schächen! In einem Bogen führt uns die Strasse auf den Dorfplatz; da steht auch ein Telldenkmal, mit einem Knaben aber, der nicht schuld daran ist, dass er ins Geschichtsbuch gekommen. Bei der Kirche am alten Weg erblicken wir eine kleine Kapelle; hier soll Tells Haus gestanden sein. Von der Terrasse des Kirchhofes thun wir eine Blick ins weite Reussthal; die Äbtissinnen des Fraumünsters, die einst hier ihre Meierwohnung hatten, wussten auch, wo es schön sei und wo man so recht thronen und ins beherrschte Land hinaus schauen konnte. Nicht umsonst weilte im herrlichen Bürglen oft und gerne auch der verstorbene Bayerkönig Ludwig II.
Im alten Meierturm haben die Urner ihr historisches Museum angelegt; wenn man von den Bildern der Landammänner sagen kann, wie der Regent, so das Volk, so muss man von diesem keine üble Meinung bekommen. Ein Bild in ein Museum hinein, wenn dieses gross genug wäre, ist auch das schöne Haus des Landammanns und Ritters Peter Gisler aus dem Jahr 1609 oben im Dorf, mit seinem gemauerten Erdgeschoss und den Ringen zum Anbinden der Rosse, mit dem brauen Holzbau darüber, den Vordächern ob den Fenstern mit den Buzenscheiben und dem Hochgiebel.
Die Strasse führt uns ins Thal hinein, das seinen intimen Reiz zu entfalten beginnt - will heissen, in dem uns recht heimelig wird. Ist der Blick thalauswärts an den Gitschen, Blacken und Krönte mit den riesigen Formen, wild und gewaltig, so erscheint das Thal vor uns lieblich und zahm; wie gehen einem Idyll entgegen, die malerischen Veduten und Stimmungsbilder drängen sich. Man kann das Schächenthal noch geniessen, durch das uns keine Eisenbahn im Fluge trägt und uns kaum naschen lässt an den Schönheiten."
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"Rechts öffnet sich das Riederthal, wo die Frauen hineingehen, um Kindersegen zu beten; von links herunter schaut der Kinzigkulm, über dessen Hänge und Grat die Russen anno 1799 ihre Kanonen geschleppt, nachdem sie den Gotthard bezwungen, aber am See ihren Halt gefunden und sich neuerdings in die Berge schlagen mussten. Da hätte auch manche Mutter um ihren Sohn gebetet, wenn sie gewusst hätte, in welcher Gefahr er steht.
Um die Strassenecke erscheint Loreto, die fensterlose, kaum vom Dachraum etwas erleuchtete Kapelle des Büssers und des Weltscheuen; haben wir auf unserer kurzen Wanderung schon zuviel der Sonne und der Freude gesogen? Durch ein vor die Kapelle gebautes modernes Wirtshaus ist die Stimmung des Ortes verdorben - ob man sich da vielleicht wieder erholen möge vom Träumen und Härmen im Halbdunkel?
Dann senkt sich die Strasse zum Bache, um diesen zu überschreiten und ihm zu folgen, in der Tiefe, damit man nicht zu sehr schwelge in den Fernsichten. Wir betrachten die Wanderer: da kommt ein junges Paar, unter einem Sonnenschirm; die haben Sicht nach innen und sehen nur, dass alles blau ist. Andere Gedanken bewegen den Bändelkrämer mit seiner Last, der langsam daher schreitet, den noch nicht gemachten Tagesgewinn überschlagend. Dann folgt der Pfarrherr mit seinem roten Buch, aus dem er ewige Weisheit liest; hinter dem Haus hervor schiesst der "Spitz" oder "Schnauz" und stört ihn auf aus seinem Sinnen. Und an allen vorbei, Poesie und Philosophie, radelt eilig der Radler, vor sich die Lenkstange und die Geleise der Strasse.
Hinter den Häusern von Brügg betreten wir eine Brücke, eine feste, neue; neben ihr duckt sich die alte, in Epheu gehüllt. Ob wohl über die neue auch einmal so weit hergekommene Krieger ziehen werden, wie über sie? frägt sie sich und uns. Wer weiss? die Klausenstrasse ist auch eine Militärstrasse, aber nicht gebaut, um fremden Heeren den Durchzug zu öffnen, sonder zu wehren."
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"Niemand zur Freud und niemand zu Leid haben wir im Innern der Schweiz, am Gotthard und im Reussthal, Werke der Sicherung und Erhaltung unseres Landes in Kriegszeiten angelegt, Festungen, Verpflegs- und Munitionsmagazine. Da, im Herzen des Landes, können wir, wenn es an den Fronten bedrohlich wird, Kriegsmittel sammeln und sichern, um die Armee, die draussen im Lande kämpft, zu unterstützen, und ihr einen Rückhalt zu bieten. Je freier wir uns im Lande bewegen können, von und zu dem Landes-Innern mit seinen Hülfsmitteln und Reserven, desto freier und kräftiger können wir auch unsere Streitkräfte draussen verwenden und da erhöht nun eben gerade die neue Klausenstrasse diese freie Bewegung in hohem Masse. Ihr Bau wurde daher vom Bunde mit so grossartigen Mitteln unterstützt und gefördert, zur Stärkung unserer Landesverteidigung. Die Schweizer glauben nicht, dass man sich zum Kampfe einschliessen müsse in enge Wege, in ein enges Kleid. Das Kleid muss weit sein und bequem, dass man sich bewegen kann und bewegen will sich der Schweizer in künftigen Kriegen so gut, wie in den vergangenen."
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"In den letzten Septembertagen des Jahres 1799 zog durchs Schächenthal hinein ein russisches Heer von 20 000 Mann. Suworoff, der Sieger von Italien, war unter schweren Kämpfen über den Gotthard herbeigeeilt, um nach Zürich zu ziehen, wo er sich mit einem andern russischen General, Korsakoff, vereinigen sollte, um gemeinsam die französische Macht unter Masséna zu schlagen. Er fand aber bei Flüelen, wo er glaube, einen Weg längs des Sees oder Schiffe zu finden, weder Weg noch Schiff, dagegen feindliche Truppen. Er will aber absolut nach Schwiz und von dort nach Zürich und so bleibt ihm nichts anderes übrig, als ins Schächenthal abzubiegen, den Kinzigkulmpass zu überschreiten und durch das Muotathal nach Schwiz vorzudringen. 3 Tage lang kamen aus dem Hürlithal heraus zum Erstaunen und Entsetzen der Muotathaler die fremden Krieger. Aber auch nach Schwiz hinaus war der Weg gesperrt. Nach fürchterlichen Kämpfen um die Brücke über die wilde Muotaschlucht mussten die Russen zurück, wieder einem Bergpass, dem Pragel, zu. Aus dem Klön- und Linththal endlich hofften sie nach dem Zürichsee vorbrechen zu können. Vergebliche Hoffnung! Auch dort stehen die Franken und wehren den Ausgang. Erschöpft, dem Hungerstode nahe, bestürzt von der Niederlage Korsakoffs bei Zürich, verzweifelt, aber immer noch nicht gewillt zur Übergabe, wenden sich die Russen nach dem Sernfthal, um am 5. Oktober bei schlimmer Witterung, Schneegestöber und Nebel noch den wildesten, den über 2400 m hohen Panixerpass zu überschreiten. Da waren sie endlich der Franzosen los und über Chur und Feldkirch zogen sie nach Östreich. Noch viele Jahre nachher fand man in den Schründen des Panixerpasses ganze Haufen menschlicher Knochen."
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"Auch der Klausenberg hatte in jenen Zeiten seine Schrecken gesehen. Im Laufe des Sommers von den Östreichern mehrfach besetzt, bald unter Beihilfe der Glarner, bald der Urner, erfolgte am 18ten August ein Angriff der Franken von den Hängen ob der Balmwand her, der vom Nebel begünstigt, die Verteidiger überraschte, so dass sie nach erheblichen Verlusten sich zurückziehen mussten. Die Franzosen folgten ihnen bis auf den Urnerboden, um sie dann am 30. August bis nach Linthal hinunter zu treiben.
Doch wir schreiten vorwärts am Schächen, der friedlich neben uns vorbei rauscht, nicht zu schleichen und nicht zu zerschellen braucht; es geht so schön abwärts und er hat nichts zu tragen; es ist ihm gerade so recht wohl zum leer laufen. Freilich, wenn es drinnen im Thale wettert, dann stäubt und dröhnt er und wälzt seine Blöcke und dickbraunen Schwälle hinaus, dass der Boden erzittert. Das Thal weitet sich wieder; hoch oben erscheinen die Hörner der Windgälle mit dem Älplerthor, an den Hängen die Berghäuser die Einzelsitze der alten Alamannen, die heute noch Niemand über sich haben als den zackigen Grat und den Himmel, die noch ungefähr so ungeschoren bleiben von einer Obrigkeit wie zur Zeit der Herzoge und Äbtissinnen, die aber gleich trotzig ihr Haupt erheben würden, wenn ein Gessler sie plagen wollte. Altdorf ist weit und Bern noch weiter und nur etwa das eidgenössische Dienstbüchli mahnt an den Regenten. Da wohnte einst der Hartolf und der Trudilo, der Gunthart und der Merkilo, heute der Joder und der Alowis, der Toni und der Sepp. In Trudelingen steht noch mitten in den grauen und braunen Holzhäusern das alte Steinhaus, die "Zefelhofstatt", das Wohnhaus eines ehemaligen vornehmen Urners; so mögen auch die vornehmen Alamannen gewohnt und unter den breiten Bogenfenstern ins Thal hinaus oder an die Clariden hinaufgeschaut haben, wenn sich die Wolken zum Gewitter ballten.
Hier ahnen wir nun auch, da wir die Gletscher sehen, dass es ins Hochthal hineingeht; noch winkt der rothe Thurm von Spiringen hoch an der Berglehne und sagt, dass wir noch Weile haben, bis wir an den Firnen sind. Rechts erscheint die Pyramide der Spitzen, während rückwärts die Gitschen-Urirostockwand den Gesichtsraum einnimmt und die Perspektive schliesst. Das Thal erscheint mit weit offenen Flanken, aber ohne Sohle. In der Wiese neben dem Haus bindet die Schächenthalerin, den breiten Strohhut auf dem glattgekämmten Haupt, das trockene Heu; mit eiligem Gruss schreitet der hemdärmelige Mann mit seinem "Raschi" (Tragkorb) am Rücken und dem Krummstock in der Hand an ihr vorbei, er will noch "über den Berg". Die Strasse mit ihren hohen Stützmauern an der "Schrottengass" beginnt den Charakter der Gebirgsstrasse merken zu lassen."
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"Witerschwanden erscheint, ein kleines Gemälde des Friedens für sich; der Sägebach zieht sein weisses Band über den dunkeln Felsen in grüner Trift und drüber hinaus blaut die Lücke des Kinzigkulms, so friedlich, als ob dort nur Geissbuben und Geissen durchgezogen und nie keine Kosaken. Gegenüber zeigt uns der Hang des Berges, wie daran der Thalfluss seine Arbeit verrichtet, den Fuss des Berges anfrisst und das heruntergerutschte immerwährend fortschafft. Dann treten wir ein in eine schon ganz alpine Scene; das Thal scheint abgeschlossen durch einen Riegel, über den herunter der Bach kollert, im breiten steinigen Bett; der Laubwald verschwindet, Alpenwald hebt düster seine Wipfel, keine menschlichen Wohnungen mehr, nur noch ein bescheidenes Hüttchen am Ausgang einer finstern Schlucht, im Mittelgrund der Felssturz der Spitzen und zum erstenmal in der Ferne, die weissen Firnen der Clariden und die eine Scheerenspitze des Scheerhorns. Thalauswärts ist die Coulisse geschlossen, der Blick ins Reussthal abgeschnitten. Da, eine Wendung der Strasse, und wir sind wieder im Laubwald, beim Bergahorn am grünen Hang, dem Wahrzeichen des obern Schächenthals. Noch ein paar Schritte weiter und uns winkt wieder, diesmal näher, der spitze Thurm von Spiringen.
Welch ein ausgesuchtes Bild! Es scheint, als ob ein Comité von Malern die Häuschen und Bäume ausgesucht und zusammengestellt hätte, um eine schöne Gruppierung zu bekommen und mit dem Samtbraun der Häuser in hell leuchtendem Grün Farbenkontraste zu wecken.
Die Abendsonne scheint ins Thal und legt ihr Licht auf den einen, den duftigen Schattenmantel über den andern Hang; tiefblau der Himmel und golden die Wolken am Firn; kühl streicht die Abendluft über die Wiesen oder spielt leise in den Blättern des Ahorns. In der Tiefe murmelt der Schächen sein Abendlied, in das das Glöcklein der Kirche einfällt, um die Frauen und Mädchen zum Abendsegen zu rufen. Still gleitet die Sonnenscheibe hinter den fernen Bergen herauf, Abend im Hochthal will es werden; man möchte beten und mit der Natur schlafen gehen. ... Gute Nacht Spiringen."
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"Aber nicht schläft oder rastet die Natur, das weist uns der Felssturz der Spitzen. Da stürzten vor Jahren (1887) die Felsen herunter und erfüllten das Thal mit Donner und Rauch; eine Totentafel nennt uns die Namen von sieben Verschütteten. Wohl ist es jetzt ruhiger am Hang, aber "brosmä tuet äs eister no". Die Brosamen, die da "immer noch" herunterbröckeln, sind aber nach dem Klafter zu messen. Solche breite Wunden schliessen sich nicht so schnell; Rüfen fahren ab und häufen ihre Schuttmassen auf, die dann der Schächen thalauswärts verfrachten soll. Der Berg arbeitet sich ab, keine Menschenhand wirkt ihm entgegen.
Das Gold über den Clariden wird zu Glut und Purpur, während es im Thale dämmert; wir ziehen fürbas die Strasse, hoch über dem Schächen. Weit oben am Berge steigt ein blaues Räuchlein aus der Hütte und auf den Stein über der Felswand hinaus tritt der Senne, den Alpsegen zu rufen: "Bhüets Gott und der lieb heilig Sant Jöri, dass er wohl ufwachi und höri". Mählig wird es auch in der Höhe bleich und grau; mit dem Verschwinden des Rot in den Wolken ist auf einmal auch das Blau des Himmels gewichen; grünlich weiss ist das Gewölk, das Mondlicht spielt schon darin. Dann färbt noch einmal ein lichtes Rosa den Himmel; die Windgälle reckt ihr Haupt hoch in den Äther, wie um noch suchend nach der Sonne auszuschauen. Noch einmal leuchtet der Himmel ins dämmernde Thal, wiederum erhellen die Wolken in freundlichem Licht, ein letztes Aufschlagen der Augen; das ist der Gruss des scheidenden Tagen."
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"Aus dem Halbdunkel hebt sich noch im Thalhintergrund der Silberfaden des "Stäubi", wo die Gletschermilch herabquillt ins lauwarme Thal; darüber winkt die Passhöhe des Klausen und drüben wieder ein neuer Tag des Schauens und der Freude.
Die Strasse senkt sich in den Thalgrund, Lichter blinken uns entgegen; wir sind in Unterschächen.
"Capo dolcino" würden die Italiener diesen friedliche Boden nennen. Ganz so friedlich mags zwar hier nicht immer sein, wo zwei Bergwasser zusammenrauschen. Die Kirche mit dem Friedhof und dem Beinhaus hat sich weislich auf einen Hügel geflüchtet, nicht blos weil es da schöner ist, ins Thal zu schauen, sonder auch sicherer und der Ruhe zuträglicher.
Weiss glänzt sie im Mondenschein, aber noch weisser erstrahlt der Firn drinnen im Brunnithal; wie das ewige Licht hängt der Mond über diesem mächtigen Raum, der grössten Kirche der Alpe. Der Eingang ist offen, nicht sperrt eine finstere Schlucht; schwermütig singen die Bäche, wie Harfengetön erklingts in den Felsen, der Föhn spielt um die Säulen, Mitternachtmette hält die Natur....
Morgen wird's; rothgolden zündet die Thalfackel, der Gitschen, ins Thal; dann leuchtet ein Horn ums andere in der Frühsonne auf. Wir gedenken noch ein Weilchen im Schatten zu wandern; aber bald erscheint das Tagesgestirn über der Lücke des Klausen und schüttet sein Gold in den Grund, der Sonne entrinnen wir nicht in diesem Thale. Mit dem alten Mütterlein steigen wir noch zum Kirchhügel auf, in der Nische der Kapelle sitzt ein blinder Beter; der findet den Weg nicht nur da hinauf, sondern auch noch über die Alpen, über die er in der Jugend gezogen und jährlich hinaus zur Landgemeinde, an der er nie fehlt. Seine Bilder, die er schaut, sind wohl nicht die vom Fegfeuer und den sieben Todsünden an der Wand der Kapelle, sondern Sonnenschein auf der Alp und ein lieblicher Himmel, nach dem er sich sehnt.... Auch wir wollen hinaus aus der engen Kapelle, hinaus ins Leben, an die Sonne, in die Höhe!"
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"Wir sind immer noch im Thal; einmal soll's nun aufwärts gehen; wir lassen uns noch erzählen vom alten Bad im Brunnithal, wo man durch eine Höhle hineinkriechen musste, um zur Heilquelle zu kommen und in ein grosses Kessi zu tauchen, das später die Regierung wieder hervorholte, um Kupfermünzen draus zu schlagen. Heute kriechen die Sommergäste von Unterschächen nicht mehr in eine finstere Höhle, um drin zu gesunden; sie baden sich im herrlichen Sonnenschein und in der reinen Luft und das bekommt ihnen gar prächtig.
Am patriarchalischen Posthaus ohne Säulen und ohne Turm vorbei schreiten wir thaleinwärts; es zieht uns förmlich nach oben. Im Thalhintergrund liegt ein Ton wie verdichtetes Himmelblau; thaufrisch ist die Luft. Wir dringen aber nicht zu weit ein in diesen Duft; bald wendet sich die Strasse auswärts dem Licht zu. Wir fragen uns, warum wendet die Strasse wieder, warum begann sie nicht schon hinter Spiringen den Berghang zu gewinnen, anstatt sich noch einmal nach Unterschächen hinein zu senken? Warte nur!
Die ersten Verbauungen erscheinen und erinnern uns an die Tücken des Berges; dann ein Bach, eine Krümmung und stolz steigt aus der Öffnung des Brunnithals die grosse Windgälle. Ein leichtes Föhnwölkchen steht über ihrem Haupt, wie der Berggeist, der sagen wollte; mir nahest du nicht! An der Strasse steht ein Ingenieur und hat sein Fernrohr nach ihrem Gipfel gerichtet. Solls eine Bergbahn geben? Strassen sind recht, aber Bahnen überall brauchen wir nicht, sonst müssten wir einmal Schonreviere in den Alpen einführen, wo niemand herein darf, kein Messknecht noch Photograph und Ansichtskartenzeichner, sondern nur noch der empfindende, sinnende Mensch."
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"Nach der grossen Windgälle erscheint der grosse Ruche, gross ist hier alles in diesem Brunnithale. Aus dem Lande herein schaut wieder der Urirotstock, die Hochwarte der Urschweiz. Immer höher steigt die Strasse, aber mit ihrem Steigen heben sich auch die Gipfel; thalauswärts blicken wir in die offene Welt, thaleinwärts ans Ende der Welt; tief unten zieht der Schächen sein milchblaues Band durch den Grund. Jetzt verstehen wir die Anlage der Strasse; die hat hier nicht der Ingenieur noch der Stratege gebaut, sonder der Maler. Das ist mit der Steigerung seiner Ausblicke ein wunderbarer Bogen, der uns die Schönheiten der Gebirgswelt mit ihren Innenräumen auskosten lässt. Ehrlich gesprochen waren es zwar die fürsorglichen Ländesväter, die es so haben wollten, nicht rein aus ästhetischen Motiven, die Ingenieure hätten es lieber anders gemacht, aber wir müssen es ihnen doch danken, dass sie die Klausenwanderer zwingen, angesichts der immer gewaltiger sich entfaltenden Hochwelt diesen "Bogen der Beschauung" zu machen. Wie da bald in der Form die Silhouetten, bald in der Farbe die Töne wechseln und sich überbieten!
He höher in der reinen Luft, desto schöner braun stehen die Häuschen an den grünen Ecken. Auf der einen Seite erscheinen zunächst noch unscheinbar, die zwei gekreuzten Zacken des Scheerhorns wieder, man ahnt, dass aus ihnen noch etwas anderes wird, auf der andern zünden über die grünen Planken herab die weissen Kalkriffe der Schächenthalerwindgälle und der Märenberge, die uns nicht mehr verlassen bis ins Linththal hinüber. Ein Blick an den Bergsturz der Spitzen öffnet uns einen Blick in den Werdeprozess des Thales.
Eine neue Wendung der Strasse, wir sind in Urigen. Wieder erscheint eine Kapelle am Hang, der noch saftig grün, nach oben in den Farben der Alp ausgeht, ins gelbrote spielt und zuletzt im weissblauen der Felsen endet. Die Welt weitet sich, mitten drin, um sie vollkommen zu machen, stellt sich wieder ein Wirtshaus, das Posthaus, diesmal ferner von der Kapelle, um ihr nicht den Reiz zu nehmen, es sind beide an ihrem Ort. Wir thun die paar Schritte über den Teppich hinaus; wie Theaterscenerien verschieben sich die Bilder, mächtige Bäume bilden die Coulissen, man steht still, ist das gesehene das Schönste oder wird es noch schöner? Alles nur Licht und Farbenlust. Wir vergessen Felssturz und Bergschutt, die bilden jetzt nur das warme blattgrau, das mit dem grünen contrastiert und es hebt und sättigt. Gewiss, wenn der Herrgott über dem Gotthard drüben den Himmel gemalt hat, hier malte er die Erde.
Wir treten in die stille Bergkapelle; die birgt einen Schatz, ein herrliches Gemälde, um das sie manche stolze Bischofskirche beneiden dürfte. Ein alter Condottiere, Azarias Pünthener, liess da durch einen berühmten Maler aus der Bologneserschule, den Flamänder Denys Calvaert, gennnt Flaminggo, eine köstliche Pieta malen und stiftete sie der Kapelle. Wer sollte ein solches Bild hier oben suchen?"
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"In der Sonne wandern wir wieder bergwärts, das Scheerhorn enthüllt sich immer mehr, ihm reihen sich an Kammlistock und Claridenstock, die Teufelshörner und der Bocktschingel mit seinem Felsenfenster. Die Strasse führt uns weiter in der leuchtenden Höhe. O, dass wir allen diesen Farbenglanz in die Bilder unseres Büchleins legen könnten! da ist auch die schönste "Photographie" nur ein bescheidener Klavierauszug der in allen Tönen rauschenden Symphonie.
Wohl sagen die Linien des Bildes dem Künstler, was diese Züge bedeuten, er ahnt hinter seinen Tönen die Macht und Gewalt der ganzen Musik; dem einfachen Beschauer aber wird es nur eine Photographie sein, ein Klavierstück wie ein anderes. Kommet und höret auch die ganze Musik, schauet die Natur in der Schönheit ihrer Wirklichkeit!"
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"In leichter Steigung windet sich die Strasse aufwärts durch die Güter mit ihren freundlichen Häuschen und Hüttchen; wir vergessen, dass wir der Hochwelt, die wir vor unsern Augen aufsteigen sahen, immer mehr uns nähern. Der Fels tritt zurück, die Wehrsteine und Dohlendeckel der Strasse sind aus Cement erstellt, ein Gebirge in dem man nicht einmal Steine findet! Steine wohl, aber keine soliden; sie verwittern zu leicht, darum diese schönen Wiesen am Hang. "Faul wie Felsen" sagt nicht umsonst der Urner.
Unter uns liegt immer noch Unterschächen, dass wir es ja nicht vergessen; über uns dreht sich das Scheerhorn immer mehr, bis es zuletzt seine ganze Breitseite weist. Noch immer gleich fern oder in der steigenden Sonne noch ferner erscheint die Balm und links drob das Märcherstöckli, der Wachtturm des Klausen; doch sind wir ihnen in der Höhe näher. Darüber weg legt sich der breite Rücken des Langfirns, jenseits eines Beckens, das wir nur ahnen können. Fast achten wir unten in der Tiefe das friedliche Aesch nicht, mit seinem Hüttendörfchen, wo einstmals nur ein Tannenreis auf dem First eines Hüttchens meldete, dass man auf Begehr Labung finde, heute aber ein Gasthaus steht und trauernd zu der neuen Strasse aufsieht. Der Circus der Balmwand schliesst das Thal in der Tiefe; aus dem bewaldeten Felsen schiesst der Stäubi.
Lustig wirft der Bach seine Raketen in die Luft, das ist kein furchtsames Hinabfallen, kein Schleichen über einen Felsrücken, kein unheimliches Tosen in einer finstern Schlucht, dass man nicht weiss, sind Kröten drin oder Drachen; der kommt aus der Höhe, frisch vom Gletscher weg, springt singend, tanzend über die Felswand hinaus, und steht unten schnell wieder auf und eilt fort über Stock und Stein eine stotzige Halde hinunter weiter das Thal hinaus.
Sinnend wandern wir dahin, der hellbeschienenen Strasse nach; blicken wir seitwärts, so erschrecken wir fast ob dem brennenden Grün und dem Tiefblau."
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"Noch ein riesiger Ahorn über dem brauen Stall ob der Mauer, dann verlässt uns der Laubwald, über den zerstreuten Häusern der Schwanderberge und Windeggen grüsst der Alpenwald; hoch oben klebt noch ein Haus im Schutz dunkler Tannen, hart darunter reisst im Winter die Lawine an. Wenige Schritte noch, und wir treten aus der grünen Welt in die graue der Felsen, von der Bergstrasse zur Gebirgsstrasse, aus dem Hang in die offenen Gallerien des Seelithals.
Das sind nicht nur düstere in Fels gesprengte Löcher, es ist eine Gallerie herrlicher Bilder, geschlossener Ausblicke durch die Seitenöffnungen hinaus an den gegenüberliegenden Thalhang, auf den Stäubi mit dem Clarideenstock, Scheerhorn und Windgälle."
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"Durch dieses Thor sind wir aus der Bergweide in die Alp getreten; Rüfen und Riesen dehnen sich, magere Grotzen lugen über das Strassenbord herauf. Hoch oben in den Felsen rupft das Geissbäuerlein das Futter für seine Ziegen; eintönig klopft der Tengelhammer, die Sichel zu schärfen; in alles hinein ruft der Geissbub, den es däucht, es habe es Niemand so schön wie er, seine Jauchzer. Endlich bleibt auch der Wald zurück oder streckt nur noch seine zerschlagenen Stumpen in die Luft; Felsplatten richten sich auf und Sturzbäche rieseln in Regenbogenfarben hernieder; mächtig rauscht es vom Stäubi herauf, dumpf vom obern im Felsen verborgenen Falle herüber. Ich grüsse hinüber nach der Kammlialp, wo ich einst ein Römergesicht gesehen, dessen Mutter, eine Sennerin von den Schwanderbergen, wohl viel vor dem Bilde Flamingos in der Götschwilerkapelle gebetet - . Doch um die Felsecke biegen Touristen und wecken mich aus dem Sinnen. Ob die wohl auch so schöne Bergeserinnerungen aus dem Herzen graben können wie der weiland Topograph? der eins als Jüngling den Bergen sein Leben geweiht, dort am Abend nach gethaner Arbeit vor dem Hüttchen sitzend, das ihm Labung und Ruhe verhiess, hinaus schaute ins Weite, unter ihm eine Welt, über ihm eine Welt und vor ihm eine.
Höher steigt die Sonne, immer heisser geben sie die Felsen wieder, der alte Weg, die Balmwand hinauf, liegt noch im Schatten; kühl ist's da drunten und in Aesch läutet das Glöcklein Mittag. Aber auch bald weht es kühler vom Klausen her und auf der Balm winkt uns Labung. Wie vor grauen Zeiten ist aus den nordischen Wäldern eine alamannische Familie gekommen und hat sich angesiedelt, zunächst am See, dann im Thal und zuletzt auch auf dem Berge, und bietet uns Zehrung.
Wir biegen ein in die Balmalp; friedlich grasen die Kühe im grünen Boden; von allen Seiten laufen die Quellbäche zusammen, um dann geeint ein Silberband über den Felsen zu zeihen. Draussen über dem Zaun, wo das Vieh nicht mehr hin darf, mähen die Wildheuer das würzige Gras. Rings um die Alp schliessen sich die Felsen immer mehr zum Gürtel und drüber die Firnen zum Kranz, aus denen das Scheerhorn als Diadem leuchtet.
Auch hier müssen wir im Ingenieur den Maler loben; in einer Kehre führt er uns herum, dass wir das alles auch gründlich geniessen. Maler der Alpen, kommt her und sättigt eure Paletten. Dichter greift in die Seiten, Geologen forschet in der grossen Werkstätte und im grossen Ruhefeld der Natur, Volkswirte schauet das Leben der Alp, Botaniker pflücket Blumen, Clubisten klettert, Bergfreunde geniesset, alle freuet Euch!"
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"Leicht ansteigend führt uns die Strasse dem Passe zu. Immer stiller wird's; das Herdengeläute ist verstummt, alles ist so feierlich, nur der Wegknecht an der Strasse sagt uns, dass es nicht Sonntag ist. Im Frieden der Hochalp wandern wir bergan; von den Steinen neben der Strasse grüsst uns die Alpenrose; nur etwa bei einem Windzug hören wir von Zeit zu Zeit das Rauschen der Bäche, aber kein Poltern und Donnern mehr. Wir haben den Schächen verloren, der seine Wasserfülle an den Firnfeldern des Scheerhorns sucht und nicht im friedlichen Thälchen des Klausen. Wer mit den Stimmen der Natur vertraut ist, hört etwa einen Knall; das ist der Firn, der sich spaltet; dann zwischen hinein ein Krachen; vom kirchturmhohen Rande des Gletschers lösen sich schwere Tafeln und zerschellen und zerstieben über die Felsen."
Der magere brauen Rasen ist durchsetzt von weissen Karren, darüber flattert in kurzem Fluge das Schneehuhn; in den Köchern liegt noch Schnee und vor seinem Baue das graue Murmeltier..."
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"Blendend weiss ist die Strasse; da auf einmal rötet sich der Boden. Haben die Urner einmal in einem frommen Eifer ihren "Italiener" hier ausgeschüttet? Weisse Strasse, weinroter Boden, eine grüne Kruste darauf, dahinter der graue Berg und drüber der blaue Himmel, welch wunderliches Farbenspiel?"
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"Am roten Felsen erkennen wir, dass wir der Passhöhe nahen und richtig; sie ists; da steht noch, nein es steht nicht mehr, das Klausenchäppeli, dafür ein neu errichtetes Schirmhäuschen, und darüber erhebt sich das Wahrzeichen, der Wächter an der Landesmarch, nein auch nicht, nur an der Grenze zwischen Reuss- und Linthgebiet, das Märcherstöckli. Salve Klausen!"
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"Keine grosse Geschichte hat dieser Berg, man weiss nicht viel von ihm und wagt nicht einmal seinen Namen zu deuten. "Glöusä" sagt der Urner, "Chlausä" der Glarner; ein "Glausen" gibt's auch im Maderanerthal. Soll im Namen Klausen für einen so offenen Bergübergang das Wort Clausa stecken? Das stimmte für den weiter unten gelegenen, geschlossenen Kessel, der "Klus" genannt wird, schon besser; oder kommt er von St. Niclaus her? dann wäre wohl auch das "Sämi-Klausen" doch erhalten, wie es sonst überall der Fall ist. Von einem "Chäppeli", das da oben stund, will Niemand etwas wissen; wie es auch anderswo vorkommt, erhielt ein einfaches Schirmhäuschen, in dem etwa ein Heiligenbild aufgehängt wurde, den Namen Chäppeli."
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"Der Klausen als Pass wird so alt sein wie die Besiedelung resp. Bewirtschaftung des Urnerbodens, oder der "Ennetmärch", wie die Urner sagen, vom Schächenthal her. Die Alpweiden ziehen sich von den Schächenthalerbergen ununterbrochen über die Klausenhöhe hinunter ins Thal des Fätschbaches; den Pass fanden auch die weidenden Kühe. In die Geschichte tritt der Pass mit dem Zeitpunkt, wo auch der Urnerboden auftritt und da dürfen wir hinabgehen bis in die Zeiten der Kämpfe zwischen den Alamannen und Walen. Dass seither das Leben auf dem Urnerboden sich nicht wesentlich geändert hat, und wohl erst mit dem Bau der Strasse ändern wird, werden wir weiter unten sehen."
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"Doch wir rasten nicht zu lange auf der Passscheide, wir wollen vorwärts, neuem Schauen entgegen. Die Firne starten nicht hoch über dem Pass, da müssen auch wir hoch sein. Nur 1952 m über Meer sagt uns die Karte und doch stehen wir mitten in der Hochwelt. Das ist das charakteristische vom Klausenpass, dass er mit einem verhältnismässig tiefen Passübergang, nur der Lukmanier ist noch um etwas niedriger, doch so sehr eindringt in diese Hochwelt und uns das ganze Wesen derselben enthüllt; er muss daher der bevorzugte Pass werden für alle diejenigen, welche ohne die eigentlichen Mühsale der Gebirgswelt auf sich zu nehmen, doch ein vollständiges Bild derselben geniessen wollen."
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"Unser Blick wendet sich nach Osten; da fesseln ihn zunächst die Kalkstöcke der Märenberge bis hinaus zum Ortstock, die uns als alte Bekannte erscheinen; ihnen vorgelagert ist eine schmale Stufe, wo das Grün der Weide mit dem Grau der Schutthalden ringt; dann liegt zu Füssen ein sanftes offenes Thal, die grösste und schönste Alp des Schweizerlandes, ein Gebiet, um das man sich wohl streiten durfte. Rechts ist das Thal dunkel umsäumt vom Wängiswald. Darüber hinaus blauen die Glarnerberge mit dem Kärpfstock in der Mitte, der mit seinem leicht geröteten Haupt und der weissen Halskrause wie ein Thalratsherr in seinen Freibergen tront und über die Gemsen wacht, die seit mehr als drei Jahrhunderten landesobrigkeitlichen Schutz geniessen."
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"Wie sie sich gehoben, senkt sich die Strasse, sanft, stetig; wir glauben bald im ebenen Boden unten zu sein. Da erscheinen Ränke und merkwürdig verschlungene Kehren. Fängt die Gebirgsstrasse erst an? Aus der Tiefe tauchen glatte Felsen aus einem noch verbogenen Thal; darüber dehnen sich graue Schutthalden und zerrissene Gletscher. Verwundert schauen wir zu der gefurchten Stirn des Clariden auf, müssen wir etwa in das Gletscherthal eindringen? Richtig, die Strasse windet sich hinein in das Thal, aber sie stösst nicht an den Firn, sondern an einem hohen runden Felsbogen über den Gletscherbäche stürzen, ein Öschinenthal ohne See, ein nach vorn gerückter Brunnithalkessel. Die Wasser sammeln sich zu einem Bach, dem Fätschbach und jetzt haben wir wieder ein Thalgewässer und einen Begleiter. Wir stehen im Alpensaal, grün das Parket und Brustgetäfer, gelbgrau die Wände und silbern der Skulpturenschmuck unter der blauen Decke; dann treten wir aus der schattigen Kühle und durch den Wald hinaus in die offene Halle, in den langen Urnerboden. Wir begreifen, dass die Heerden der Ennetbirgler von selber den Weg aus den steinigen Höhen in diesen reichen Grund gefunden haben und wie ihre Hirten ihn, einmal in Besitz genommen, nicht mehr lassen wollten. Nur der allmälig von unten herauf kommende Druck hat sie gehindert, noch weiter gegen die Linth hin vorzudringen."
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"Alljährlich im Frühjahr, wenn das erste Grün auf dem Boden erscheint, noch bevor der Klausen schneefrei ist, ziehen die Urner, vornehmlich die Schächenthaler, es hat aber jeder Urner das Recht, auf Ennetmärch zu sömmern - mit Kind und Kegel hinüber in ihre Alp. Um Johanni herum, wenn das Gras gewachsen ist, folgt das Vieh, das noch zurückgebliebene Volk, Obrigkeit, Schullehrer und Kapllan; dann beginnt das herrliche Alpenleben. So viel Vieh einer hat, immerhin nicht über 30 Stück Grossvieh, kann er auf die gemeinsame Weide treiben, gegen eine geringe "Auflage" pro "Haupt". Aus dem Allmeindboden kann er sich ein Stück auswählen, einzäunen und dreissig Jahre lang als eigen behalten, dann fällt es wieder an die Allmeinde zurück. Jetzt freilich ist diese Ordnung aufgehoben. Man gedachte auf diese Weise den Boden allmälig zu bessern, urbar zu machen, merkte aber, dass man dabei das übrige Weideland, wegen Entzug des Düngers, verschlechterte. Ein solches Stück Land hiess eine Rüti, oder wenn Kartoffeln gepflanzt wurden, Garten."
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"Zur Rüti gehört ein Häuschen und ein Stall und beide zusammen bilden die sog. "Rustig". Ob in diesem Wort "Rustig" nicht das lateinische rusticus steckt? Holz bekommt der Urner aus dem Korporationswald, für Bauholz bezahlt er 50 Ct. Pro Stamm, Milch geben die Kühe, Luft und Sonne der Herrgott; wie solls da dem Urner nicht wohl sein auf dem Boden? Im Hochsommer zieht man auf die "Ausstäfel", die obern Alpweiden, dann nochmals kurze Zeit auf den Boden zurück, und am Verenatag, anfangs September, folgt der grosse Markt, und der "Verenasonntag" mit der Älplerkirchweih. Da sitzen die Sennen breit hinter dem Tisch, essen Schaffleisch und thun sich mit der Gabel Bescheid, trinken ihren "Italiener", aber auch schwarzen Kaffee und Schnaps, tanzen und jubeln, schelten und streiten, wie's ihnen grad ums Herz und den Geldbeutel ist und die Käse gegolten haben. Wenn's mit der Weide fertig ist, die Tage kühler werden und der Schnee hereinhängt, dann zieht Vieh und Menschenkind wieder ab, über den Klausen, der Winterwohnung zu. Nur wenige Familien bleiben auf dem Boden, um dort zu überwintern, jährlich mehr, wie es wohnlicher wird durch bessere Bauten, während in früheren Zeiten nur der "Spittelrütener" das Recht hatte, den ganzen Winter dort zu verbleiben, wogegen er das Klausenchäppeli zu unterhalten und sein Haus auch für andere offen zu halten hatte. Also ein Art Hospiz oder Spittel."
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"Wohl mag hie und da einer, wenn er über den Klausen heimwärts zieht, sehnsüchtig noch einmal zurückblicken, ob er auch wiederkehren möge?
In alten Zeiten machte das Land einen Bittgang über den Klausen auf die Alp Urnerboden, auf dies Gemeinmark, die kurzweg "auf der Marken", dann "auf der Märch" genannt wurde, als feierlicher Flurumgang, alter alamannischer Übung gemäss; später übernahmen die Kirchgemeinden Spiringen und Unterschächen diesen Bittgang."
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"Die ehemaligen Steitigkeiten zwischen Urnern und Glarnern nahmen ihr Ende, nachdem beide von einem gemeinsamen Feinde, von Östreich, bedrängt wurden. Zunächt wollten sich die Urner, als ein östreichischer Angriff auf die Waldstätte drohte, gegen die noch nicht mit ihnen verbündeten, sonder unter Östreich stehenden Glarner sichern, die ihnen über den Klausen hätten gefährlich werden können; sie schlossen daher am 7. Juli 1315 "am niedersten Wang", am Ausgang des Urnerbodens gegen Glarus hin, einen Waffenstillstand mit den Glarnern, dem dann am 4. Juli 1352 ein förmlicher Bund folgte, so dass Uri nun von der Klausenseite her gegen Östreich sicher war. In diesem Bunde wurde auch bestimmt, dass in Streitfällen zwischen Uri und Glarus die Boten und Schiedsrichter auf dem Urnerboden zusammentreten sollten."
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"Einmal in gemeinsamer Gefahr geeint, hielten Urner und Glarner alsdann wacker zusammen. Freilich, wenn auch politisch verbündet, hatten sie doch noch etwas einen Spahn miteinander, dafür aber auch wieder fröhliche Zusammenkünfte und lustige Schiesset; der Kampf war mehr ein wirtschaftlicher; allmälig sind sie sich gerade in diesem wirtschaftlichen Verkehr, in Handel und Wandel immer näher getreten, und jetzt ist der Urnerboden gewissermassen ein Urnerthal im Glarnerland. Die Strasse bildet das Band und vermittelnde Glied; Urner und Glarner wetteifern nun, dieses Thal zu heben und Nutzen aus ihm zu ziehen. Schon sieht es heute anders aus; infolge der Entwässerungskanäle, die der Strassenbau mit sich brachte, beginnen sumpfige Flächen zu trocknen; mit der Zeit wird wohl auch der ungezähmte Bach korrigiert, werden Hänge von Schutt gereinigt und teilweise aufgeforstet sein, und nach einem Menschenalter wird man kaum die Alp von früher wiedererkennen."
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"Hat der Bund beim Bau der Strasse so wacker mitgethan, so wird er auch bei den weitern Verbesserungswerken helfen, zu denen die Eröffnung der Strasse den Impuls gegeben."
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"Mittlerweile haben wir die Kehren von Vorfrutt, die wildeste Partie des ganzen Strassenzuges, längst hinter uns gelassen; wir stehen im ebenen Grund, unter den aufstrebenden Orgelpfeifen der Jägernstöcke, am violettgrünen Wängiswald, über den ein weisser Firn schimmert. Durch zerstreute Hütten zieht sich schnurgerade die Strasse, um zunächst an einen breiten Hügel zu stossen, aus dessen Tannen wieder ein Kapellenturm ragt, in dessen Nähe aber auch wieder ein Wirtshaus oder eine ganze Gruppe von solchen zur Einkehr ladet. Wagen stehen herum und die Post spannt frische Pferde vor. Postbureau Urnerboden, was sagen bloss diese zwei Worte!"
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"Anderthalb Stunden lang ist dieser Boden, eben wie ein Tisch; die Sonnenseite baumlos, das Feld der Lawinen und Schlipfe -, die Schattenseite mit dichtem Wald bekleidet. Wo's sicher ist vor Lawinen, Rüfen und Steinschlag, schmiegen sich die Hüttchen zusammen, ganze Dörfer sind's drinnen lebten und leben die Menschen Jahrhunderte, drum lagert das Vieh nach dem Melken. Klare Quellbäche, wie für Forellen geschaffen, durchfliessen die Weiden, und wie ein sittiger Knabe zieht der Fätsch durch den Grund, wenn er nicht überschäumt in der Hitze der hochstehenden Sonne oder beim schwarzen Gewitter seine Geschiebsmassen schleppt, hoch oben von den Moränen, von denen sich der Gletscher zurückzog."
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"Vorn am Boden legt sich noch einmal ein Hügel mitten ins Thal; da ist die Grenze. Vom Hange herunter fliesst der "Scheidbächli", der alte "Ursinbach" der Urkunden. Eine steinerne Brücke mit einem stattlichen Grenzstein erhebt sich, wo früher ein bescheidenes Holzbrückli und ein einfaches Gatter, das "Urnerthürli", stund. Da liess einst der arme Glarner Läufer sein Leben."
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"Viel ward hier gestritten. Des vielen Streites müde, erzählt die Sage, kamen endlich Urner und Glarner überein, die Grenze freundnachbarlich festzusetzen. An einem bestimmten Tage sollte von Altdorf und Glarus je ein Läufer aufbrechen und dem Klausen zueilen; wo sie zusammentreffen, solle die Grenze sein. Das Zeichen des Aufbruchs sollte der erste Hahnschrei geben, und Urner wachten in Glarus und Glarner in Altdorf, dass es recht dabei zugienge. Die Glarner fütterten ihren Hahn reichlich, dass er am Morgen wacker krähe, die Urner aber liessen den ihrigen fasten, damit ihn der Hunger früh wecke. Früh krähte er, als der Morgen kaum dämmerte; der in Glarus aber schlief fest in den Tag; bangend umstand ihn die Gemeinde, manch' Wort und Ratschlag hörte der wartende Läufer. Endlich ergeht so ein träger Ruf und der Läufer springt auf, das drei Stunden lange Thal hinein und dann die stotzige Halde hinan, er läuft sich das Herz aus dem Leibe. Aber o weh; kaum ist er ein Stück weit gestiegen, so kommt ihm mit Jauchzen der Urner Läufer entgegen, so weit herunter, wie kein Urner im Traum je gedacht hätte, dass man vom Glarnerland bekomme. "Lass mir noch ein Stück", bat der Glarner; "Keinen Zoll breit" erwiderte der Urner. "Nur soweit ich dich noch aufwärts zu tragen vermag." "Gut, soviel sollst du noch haben." Und der Glarner trug den Urner noch hinauf bis zu jenem Bächli; da sank er tot nieder, und hier wurde die Grenze."
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"Der Fätschbach, der wie zögernd dahinfliesst, aus dem schönen Thal zu scheiden, beginnt wieder zu eilen und bald stürzt er donnernd ab in die Tiefe; über vier grosse Stufen eilt er herunter, jede mit einem Wasserfall schmückend."
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"Es öffnet sich ein neuer Ausblick; gibt's wieder einen Urirothstock zu schauen? Verwundert sehen wir, wie der flache Rücken des Kammerstockes sich verwandelt; er beginnt uns die Gibelseite zu zeigen, kühne Felszacken ragen an seinen Flanken empor. Dann fällt der Blick ins Thal, auf herrliche grüne Auen, drin wie Rosenknöpfe farbige Häuschen stehen, auch ein helles Haus, das muss das Schulhaus sein. Ja, wir sind in Glarus, einem schulfreundlichen Land; wo du auf Bergeshöhe einen weissen Punkt siehst, da ist ein Schulhaus; "Hochschulen" nennen sie's.
Bald erscheint tief unten am Bergeshang eine einsame Kirche, dann eine zweite in einer Häusergruppe: das ist Linthal.
Buchenwald umfängt uns wieder, farbiges Gesträuch, hohe Königskerzen und Weiderosen schmücken ihn; Bergwiesen dehnen sich. Wir treten aus der Alp und folgen neugierig der Strasse mit ihren hellen Wehrsteinen und Mauern. Sie wendet sich ab, welch' Blick nach dem Thalschluss! Das ist kein Saal und kein Münster, das ist ein Dom. Hoch auf ragt der gewaltige Vierungsturm, der Selbsanft, in seiner edlen Form; über seine Schultern blicken ihm wie Silberdächer die breiten Eisrücken der Plattalva und des Bifertenstockes; rechts schliesst die nun kühn aufgeschossene Pyramide des Kammerstockes das Bild. Will die Klausenstrasse noch all' ihre Schönheit zusammenfassen in einem Schlussbild? Haben wir nicht schon des Grossen genug geschaut?"
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"Der Tödi zeigt sich noch nicht, nur unten rauscht mächtig die Linth und erzählt uns, dass sie von ihm komme. Links vom Selbsanft gähnt eine Schlucht, das tiefe Limmerntobel; da kann man, wenn Lawinen den Bach überbrücken, nach Bünden hinüber. Über der Terrasse der Baumgartenalp hebt sich der sagenumsponnene Scheidstöckli, bis wohin der Jäger darf, wenn er nicht freveln will im Freiberg. Dann senkt sich der Grat zum Bächlikamm und den Zacken und der runden Form des Kilchenstockes, wo der Mensch Kampf führt gegen die Elemente und die Runsen eindämmt und die Lawinen verbaut. Nur ein Riss geht durch, da hat auch der Kaiser sein Recht verloren. Weiter breitet sich der Saasberg mit der lieblichen Kuppe der Schönau; dann schliesst der massige Schild den Rahmen.
Jetzt, bei einer neuen Wendung der Strasse, sehen wir ins Thal hinab; wie an eine Schnur reiht sich Dorf an Dorf; in braune und graue Häuser hineingesetzt sind grosse helle Gebäude; das sind Fabriken. Wie stattlich erscheint Linthal, ein Industieflecken der Tiefebene, hineingesetzt unter die Felsen und Lawinen der Alpen!" ...
Der Klausen und das Automobil vor hundert Jahren und heute
Urner Wochenblatt / Vor 100 Jahren / 34. Jahrgang / 26.Mai 2010
Der Klausen und das Automobil
Zu den "Glarner Nachrichten" wird die Frage erörtert, ob der Klausen für Automobil666e geöffnet werden sollte oder nicht. Ein Einsender in einer der letzten Nummern des Blattes trat für die Öffnung ein. Nun kommt ein anderer, der nichts davon wissen will. "Wer hätte von einer Öffnung ausser den Sportsleuten selbst einen Vorteil" In Linthal vermag man kein einziges Intersse namhaft zu machen, das für eine Öffnung in die Waagschale gelegt werden könnte. Die Automobilisten, die sich für die Klausenroute entscheiden, würden von Glarus her ohne Halt in Linthal den Urnerboden und die Passhöhe gewinnen. Dass die Hotellerie dabei irgendwie etwas profitieren könnte, ist wohl ausgeschlossen. Anderseits darf mit Bestimmtheit behauptet werden, dass infolge der Öffnung für Automobile der Fuhrwerkverkehr auf ein Minimum zurückgehen wird. Denn jeder Wagen- und Pferdebesitzer wird es sich zweimal überlegen, sich und seine Pferde dem Risiko auszusetzen, zum Beispiel unterhalb der Passhöhe gegen Urigen hinunter einem schnaubenden Auto zu begegnen und dann mit den steilen Felspartien in nähere Berührung zu kommen. Aber auch eine Mehrung des Touristenverkehrs steht bei einer Öffnung der Strasse keineswegs in Sicht. Die Naturfreunde flüchten sich gern in Gebiete, wo ihnen nicht die Luft durch Benzinschwaden und durch Staubwolken verpestet und der Genuss der herrlichen Natur durch eine protzige Überkultur vergällt wird. Ein solches Retiro war bisher die Klausenstrasse. Mögen es die Herren Ritter vom Benzin übrigens einmal probieren mit einem Antrag. Die Antwort wird bei den Behörden und beim Volk wuchtig ausfallen."
Wir glauben, auch die Urner stehen auf dem Standpunkt dieses Glarners und werden uns mit der Automobilplage auf der einzig schönen Klausenstrasse verschonen.
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Und wie sieht die Situation 100 Jahre später aus?
Zisch 25.05.2010 Polizei appeliert an die Vernunft der Biker
"Hallo Biker...behalte deine Geschwindigkeit im Auge" Unter diesem Motto führen die Polizeikorps von Uri und Graubünden eine Präventionskampagne zur Senkung von Motorradunfällen durch.
Im vergangenen Jahr ereigneten im Kanton Uri über 80 Töffunfälle bei denen sich 74 Personen zum Teil schwer verletzten. Über 70 Prozent der Motorradunfälle wurden durch die Lenker selbst verursacht. Überhöhte Geschwindigkeit, falsche Kurven- und Bremstechnik sowie Unaufmerksamkeit und Ablenkung sind die Hauptunfallursachen, heisst es in einer Medienmitteilung der Urner Polizei. Die starken Motorenleistungen und die ausgefeilte Fahrwerktechnik stehen nicht immer im Einklang mit dem fahrerischen Können der Lenker.
Rund umme Blattetisch
Georg Thürer
Verlag Friedrich Reinhard Basel
Wer früehnder vu Neschtel gu Glaris ufe-n-isch, hät linggerhand dry uumäär Nussbäum gsih und rächts vu der alte Landstrass es Hüüsli miteme hööche Gibel. Es hät vor Jahr und Tag emene Toggter Marti ghört und isch sis Landhüüsli gsy. Der Glarner aber, wo vum undere, topfebne Tal häär zum eerschte Mal mit sim Chind uf d Hööchi vorem Hauptort chunt, seit züenem: Lueg, det ds Suworow-Hüüsli! Eso heissts landuf und ab. Und i de Schuelbüchlene inne staht, as der Russegeneral Suworow anno 1799 ygähnds Oktober i dem Hüüsli übernachtet hät. Das isch uf sim grosse und uusälige Alpezug gsy, zwüsched em dritte und em vierte Pass.
Wer d Chündi nüd weiss, isch im Bäärgland gly versolet und gar nuuch, wänn eim der Find zleidwärchet, was er nu cha und all Uusgäng eifach anenand verstopft. Der Suworow hät es Liedli dervuu chänne singe, e truurig-eländs Lied. Aber er isch e Ma gsy, der General, vu de Stifle bis zum Helm. Befole hät er: Dadure gahts! Und zwar vu Italie ufe, dur d Innerschwyz i ds Land Glaris und wyters i d Pündt.
Schu am eerschte Pass obe-n-isch de Soldate us der Steppe vertleidet gsy. Det, wo si uufgwachse sind, a der Wolga und am Schwarze Meer, isch halt nüd so uuvertruut obsi und nidsi gange wie im Alpeland. Uffem Gotthardpass obe händs gmeuteret und tue wie die Wilde. Der General häts ghört, und en andere hett e Puuschle Kosagge ufbotte, trüü bis uf d Chnoche, und de Rädelsfüehrere der Chopf vor d Füess anegleit. Anderscht der General Suworow! Geischt hät er gha und nüd gad Gwalt. Er isch uf der Passhööchi hanegstande, nüd wyt vum Hoschpiz und hät befole, mä söll em jetz det das eigi Grab schuufle. Wo das Loch fertig gsy isch, sächs Schueh läng, dry breit und vier Schueh teuf im steinige Bode, isch er dry-ine-gstande und hät zu sine Soldate, wo langsam zuechechuu sind, erstillet und gwünderig, miteme heilige Äärnisch gseit: "So, und jetz schuufled mi y! Lieber willi lebändig verscharet wäärde as zueluege müese, wie mini Lüüt ihri Sach verrated!" Stille isch woorde, uuheimli stille. Nu e Rüüschige hät e Guttere gschwänggt und grüeft: Guetnacht, Suworow!
Hät ers ächt ghört, der Maa im Grab? Chuum, will e Sturm vu Stimme losbroche isch, tuusig Rüef und glych nu eine: "Hööch der General! Heil Suworow! Eso eine törf nüd vorzytig undere Bode! Useglüpft händs ne, und sine Schümmel isch nümme lang mit läärem Sattel dagstande. Huet ab vor eme söttige General! Da isch er wider gsässe, feschter im Sattel as vorane, fascht wie uuferstande mit sine schneewysse Haare, und ekais Woort hät der sibezgjährig Ma müese säge. Us wilde Hüüfe isch wider es Heer woorde. Der Aarm vum Fäldheer hät nach Noorde tüütet, und all Soldate, wo lieber diheimet di flach schwarz Äärde pflueget hetted as dry Wuche wyt ewägg im ruuche Bäärgland Kanune ummegschleiggt, händ ider i d Speiche griffe, und wyter isch der Zug grollet, em Land Uri zue.
Der Russ hät der Franzos ussem Urseretal vertribe, dur d Schöllene abegjaggt und au d Tüfelsbrugg eroberet und nüd lugg gluu bis gäged ds Boort vum Urnersee. Aber d Schiff z Flüele unde hät der Find mitgnuh, Ledischiff, Weidlig, Fischerboot und Flöss alls bi eim. Und will's duezmal nuch ekai Axestrass gha hät, isch nüüt gsy mitem Vorstoss taluus und Züri zue, wo der Korsakoff gwartet hät. Trännt chuu, zäme schluu! - eso händs di beede russische Generäl abgmacht gha. Der General isch z Altdorf müed i sis Zimmer, und wo-n-em der Diener der Wafferogg abninnt, häts ne tunggt, die Orde glänzed näme nümme glych wie vorane, es sig wie-n-e Huuch oder gar e Ryfe derüber. Fryli, Ändi Septämer herbschtlets halt. Guetnacht, Suworow!
Aber am neechscht Morged seit der General stolz wie immer biszueche: "Der Seewäg isch nüd der einzig gu Züri." Uf allne Tische hät er Landchaarte uusbreitet gha und lang vor Tag bi Cheerzeschy studiert. "Mir schwängged i ds Schächetal ine, dä ghaue oder gschtoche, übere i ds Muotatal und taluus gu Schwyz. Zwy Tag mih - der Korsakoff cha waarte." ...
Auf der Homepage Suworow ist nachzulesen:
1798 - Einmarsch der Franzosen in die Eidgenossenschaft und Schaffung eines Einheitsstaates der "Helvetischen Republick". Oesterreich, Russland und England werden zu verbündeten Gegnern der Franzosen.......
1799 - gelingt es dieser "Zweiten Koalition" die Franzosen aus Süddeutschland zu vertreiben und die unter dem Kommando des General Masséna in der Schweiz stehenden französischen Truppen zu schlagen. (Erste Schlacht bei Zürich vom 4. - 6. Juni 1799). Zur völligen Vertreibung der Franzosen entwerfen die Kabinette in Wien, St. Petersburg und London einen Plan. Darin wird den Russen die Hauptaufgabe zugewiesen. Eine russische Armee von 23' 000 Mann unter General Korsakow löst die österreichische Armee unter Erzherzog Carl bei Zürich ab. Er hat die Aufgabe die Truppen Massénas zu binden - während ein Teil der österreichischen Armee unter General Hotze, von der Linth auf Einsiedeln vorstossen soll. Ein anderer Teil unter General Linken soll aus dem Vorderrheintal über die Pässe ins Glarnerland und über den Panixerpass auf Schwyz vorstossen.
Die in Italien siegreiche, über 21' 000 Mann starke Armee des General Alexander Suworow, aber erhält den Auftrag über den St. Gotthard nach Schwyz vorzudringen. Um so vereint mit Linken, Hotze und Korsakow die Franzosen aus der Schweiz zu vertreben. Der komplizierte Plan verlangt eine präzise und zeitliche Koordination aller Bewegungen. Wichtigste Voraussetzung für ein Gelingen: jede Teiloperation muss erfolgreich verlaufen! Sonst droht dieser Plan zu scheitern.
So passiert es: die Franzosen siegen über die Armeen Korsakows und Hotze (Zweite Schlacht bei Zürich vom 25. - 26. Sept. 1799.) Suworows Verbündete müssen sich zurückziehen. Suworows Armee - verspätet über den Kinzigpass ins Muotatal marschierend - um von dort aus nach Schwyz vorzustossen - sieht sich von seinen Verbündeten verlassen.
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